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Crime Reality Checks

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Im Jahr 2004 wurden in Deutschland 6 633 156 Straftaten polizeilich erfasst. Damit ist bundesweit ein Anstieg um 0,9 Prozent zu verzeichnen. Die Entwicklung der Fallzahlen ist auch durch eine systemumstellungsbedingte Nacherfassung in Baden-Württemberg beeinflusst. Ohne diese Nacherfassung wäre die Zahl gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant geblieben. Die Gesamtaufklärungsquote liegt bei 54,2 Prozent (2003: 53,1 Prozent, 1993: 43,8 Prozent) und stellt damit die höchste Aufklärungsquote seit Erstellen der PKS dar.
So steht es in der Schlussbemerkung der Kriminalitätsstatistik 2004. ZAF zieht daraus in polizeiliche Kriminalitätsstatistik zu Recht den Schluß, dass die Zahlen gegen eine Ausweitung der staatlichen Überwachungsmaßnahmen und -spielräume sprechen.

In Klima der Angst zum Artikel "Warum wir eine Zunahme der Kriminalität sehen, wo keine ist" von Katja Seefeldt hatte ich vor gut einem halben Jahr auch schon mal auf die Diskrepanz zwischen dem Rückgang von Kriminalität, der in den letzten zehn Jahren zu beobachten ist und den Argumenten der Scharfmacher in allen Parteien hingewiesen, die, gestützt durch "Reportagen" in den Medien mit gleichglautendem Tenor, mit der "Kriminalität auf Deutschlands Straßen und in deutschen Städten" und dem "Sicherheitsbedürfnis der Bürger" für immer weitergehende Überwachungsbefugnisse für Polizei- und Geheimdienstbehörden hausieren gehen und damit beim BILD-Bürger, der sich für Statistiken nicht interessiert, auch gut ankommen.
Auch immer wieder ein beliebtes Wahlkampfmotiv der CDU/CSU, die sich ja gerne als die Kompetenzträger in Sachen Innere Sicherheit positionieren.

Aber wenn solche Studien und Statistiken veröffentlicht werden, bleibt es im Lager der Scharfmacher und Hardliner sehr still, was ja verständlich ist, wenn die Realität der Zahlen mit ihren Szenarien kolidiert. Bricht man den diffusen Begriff des "internationalen" oder "islamistischen Terrorismus", der zweiten Argumentationsgrundlage, auf konkrete Zahlen in Deutschland herunter, dürfte es ähnlich aussehen. Aus diesem Grund sind den Hardlinern auch die Begriffe "Aufklärungsquote" und "Kriminalitätsprävention" zur Strafverfolgung und Strafverhinderung so wichtig, weil man damit trefflich behaupten kann, die Kriminalität steige ja im Gegensatz zur Aufklärungsquote gerade deshalb nicht, weil man den Polizeien und Diensten neue Überwachungs- und Analyseinstrumente und größere Überwachungsspielräume zubilligt.
von rabenhorst - Anti Big Brother, gepostet am Freitag, 10. Juni 2005 um 8:39
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