Aufruf zum “Owl content”: Weblogs für Datenschutz
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Ausführlicher Text des Aufrufs <--
Diese Initiative
verfolgt den Zweck, in sympathischem Gewand (gewissermaßen im Federkleid
eines Uhus) das Thema Datenschutz unter Weblogs populärer zu machen und
damit das Bewußtsein der Öffentlichkeit gegen eine drohende umfassende
Durchleuchtung des Bürgers im Alltag zu schärfen. Denn Weblogs gebinnen
mehr und mehr die öffentliche Meinung zu beeinflussen.
"Owl
content" wurde natürlich vom bekannten "
Cat content" von
Andrea inspiriert.
Verbessertes Logo von
The Incredible Karl:
Jeder, der ein Weblog betreibt, ist herzlich eingeladen, sich das Logo "Owl
content"(*) in sein Blog zu kopieren und es
möglichst als Erklärung auf
http://www.uhusnest.de/owlcont.htm (oder auf diesen Blogeintrag) zu
verlinken. Falls ein Werbefilter das Bild löschen sollte:
Hier kann man es laden.
1. Bedeutung des Logos
Das Logo steht dafür, daß das betreffende Weblog neben unterhaltsamen Themen
- die Entwicklung in Sachen in Sachen RFID, informelle Selbstbestimmung und andere Datenschutzfragen wachsam verfolgt,
- von Zeit zu Zeit darüber berichtet,
-
auf datenschutzrechlich
bedenkliche Geschehnisse aus seiner Umgebung aufmerksam macht (z.B.
die grassierende Videoüberwachung von öffentlichen Räumen,
Verkehrsmitteln, Schulen und Universitäten)
- aktuelle Erläuterungen und Auswirkungen der "Otto-Kataloge" (und wie diese Sicherheitspakete in Zukunft heißen mögen) verlinkt.
- der Entwicklung in Sachen Datenschutz und informeller Selbstbestimmung nicht gleichgültig gegenübersteht.
Warum ist das wichtig?
Derzeit wird das sogenannte "Recht auf
informationelle Selbstbestimmung" mit bedenklicher Geschwindigkeit
aushöhlt. Nicht nur im Mäntelchen der Terrorismusbekämpfung, sondern
auch als angeblich so wichtige Vereinfachung beim täglichen Einkauf, als Bonuspunkte-Karte
und aufgezwungene Offenbarung der Gesundheit mittels Krankenkassenkarte,
sowie durch eine in steigendem Maße selbstverständliche
Videoüberwachung wird die Privatsphäre des Bürgers
mehr und mehr transparent gemacht.
Die angeblich sicher verwahrten
Datensätze, die über Wohnort und Geburtsdatum die Vorlieben und
Abneigungen unzähliger Personen enthalten, gehen immer wieder verloren,
tauchen bei ebay-Auktionen auf gebrauchten Festplatten offizieller
Stellen wieder auf oder werden gezielt gestohlen (siehe für Berichte
dazu die Meldungen beim
Schock wellenreiter und
Telepolis).
Ob Behörden verantwortungsbewußt mit derart brisantem
Material umgehen und überhaupt dazu in der Lage sind, es wirklich vor
Hackerangriffen zu schützen - Interessenten dafür gibt es allein in der
Industrie denkbar viele - mag bezweifelt werden.
Aber auch in der
Privatwirtschaft sind Datensammler unterwegs und werden von
vielen Bürgern allzu bereitwillig mit persönlichen Informationen
versorgt, wenn ein kleiner Gewinn lockt.
Die Bemühungen stoßen
kaum auf Widerstand in der Bevölkerung; in der letzten Zeit wird zwar
immerhin in den Medien ab und zu auf die Problematik hingewiesen - so in
diversen Features der ARD -, und sogar der Bundestag hat kürzlich
Einschränkungen des "Otto-Katalogs" gefordert. Aber das genügt nicht, um
die Entwicklung aufzuhalten - bezeichnend Schilys Forderung nach einer
weiteren Verschärfung der Sicherheitspolitik, die schon bald den
Anschein einer Antwort auf die geforderte Lockerung der bereits
bestehenden Regelungen weckte.
3. Folgen?
Es sollte sich erübrigen, die Gefahren eines Gläsernen Bürgers zu erläutern.
Da muß es gar nicht das Horrorszenario sein, welchen Nutzen eine
Diktatur, die in der Zukunft niemals ganz auszuschließen ist, von
Datenallmacht haben würde; auch schon die Vernetzung der von der
Industrie täglich erhobenen Daten kann jeden Bürger zu einer Art
Laborratte machen - man weiß, was er mag; man weiß, was er nicht mag;
man weiß sogar, wie er sich üblicherweise verhält. Ändert er sein
Verhaltens- oder Konsummuster, so kann man durch helfende Werbeanrufe,
durch freundliches Assisitieren oder auch, im Falle subjektiv
verdächtigen oder unbequemen Verhaltens, durch Alarmierung der Polizei
freundliche und präventive Unterstützung liefern. Schon jetzt werden von
Konzernen missliebige von erwünschten Kunden getrennt und entsprechend
behandelt.
Beipiel
Videoüberwachung: Sie breitet sich ganz selbstverständlich auf
öffentlichen Plätzen, Verkehrsmittel (wie U-Bahnen der Berliner
BVG) und inzwischen sogar an Universitäten und Schulen aus.
Wird
diese an biometrische Gesichts- und Bewegungsformerkennung gekoppelt und
vernetzt, so wird es möglich, den Weg eines beliebigen Individuums über
einen beliebigen Zeitraum hinweg komplett zu protokollieren. Beides ist
technisch inzwischen durchführbar, die Erfassung der Gesichtsbiometrie
für den neuen Reisepass ist im Gespräch.
Die Masse der
Informationen ist kein Hindernis: Ebenso groß ist die Massse der
Profiteure und die Effizienz der modernen Datenauswertung.
4. Wachsam sein
Eine demokratische Gesellschaft lebt vom Engagement
ihrer Bürger. Vergleicht man den Aufschrei bei der Volkszählung von 1987
mit den derzeitigen Geschehnissen, so wird eine viel tiefgreifendere
Überwachung heutzutage geradezu begrüßt.
Diese
Entwicklung ist bedenklich. Sie erfordert die Wachsamkeit nicht nur
großer Organisationen, sondern vor allem jedes Einzelnen. Weblogs eignen
sich dazu als schnelle Neuigkeiten-Verbreiter und vielgelesene
Internetpräsenzen besonders gut.
5.
Warum gerade "Owl content"?
Wie der Fuchs in der Nacht
schleicht sich die totale Überwachung in die Gesellschaft ein - in aller
Offenheit und doch ungesehen. Eulen sind da mit ihrem hervorragenden
Gehör und ausgezeichneter Nachtsicht die Richtigen, um derlei
Dunkelgänger aufzuspüren (zumal Uhus Falken, die ja Überwachung über
alles stellen, als absolute Leckerbissen betrachten).
Die Eule
scheint zwar aufgrund ihrer Wachsamkeit eher ein Tier der Überwachung zu
sein - tatsächlich aber ist sie ein Paar- oder Einzelgänger und kein
Denunziant.
Hier also eine herzliche Einladung an alle, sich mit
"Owl content" aktiv daran zu beteiligen, daß die Freiheit nicht
unbemerkt auf dem Altar des Marketings und der Sicherheit geopfert wird.
In diesem Sinne schärfe ich hiermit meiner "Bloody Ventilator"-Eule die Klauen
und wünsche ihr einen guten Flug!
Eine
Initiative von Uhus
*fines-assorted* Weblog Droppings,
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Ausführlicher Text des Aufrufs <--
(*)
Logo basierend auf dem "
Cat content"
Ursprüngliches Logo von RPW am 10.6.2005
entworfen. Die Eule ist Rubens Wappentier, ein europäischer Uhu (
bubo bubo), der in strömendem Regen steht.

