Überwachte Aktivisten Server
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Wenn man als NGO oder Initiative, die eine militantere oder radikalere Form der Kritik verfolgt, Webserver betreibt, um auf ihnen Kommunikationsplattformen zu unterhalten, muss man wohl am besten den Server zuhause unter den Schreibtisch stellen oder Server, die man bei einem Provider stehen hat, ständig und regelmäßig vor Ort kontrollieren können und Logs auf das absolute Minimum beschränken.
Anders kann man zwei Vorfälle in Italien und Großbritannien nicht bewerten.
In Großbritannien wurde - wie bereits ein Jahr zuvor - wieder einmal ein indymedia Server von der Polizei beschlagnahmt, nachdem sich die Betreiber geweigert hatten, Details zur IP-Adresse eines Postings herauszurücken.
In Großbritannien dürften so einige Überwachungsaktionen auf Hochtouren laufen, denn überall in Großbritannien bereiten sich politische Aktivisten auf das bald stattfindende G8-Gipfeltreffen in Gleneagles vor.
Was mit Servern passieren kann, an denen Polizei- und Sicherheitsbehörden Hand angelegt haben, macht die einjährige, verdeckte Überwachung des Austistici Servers deutlich, auf dem eine ganze Reihe von Diensten, Mailboxen für NGOs und Aktivisten gehostet werden - u. a. auch ein Anonymizer und ein Remailer.
Wie Austistici in Aruba-Postile 1 / Privacy 0 mitteilt und EDRi in Police backdoor discovered in Italian alternative server berichtet, traten am 15. Juni 2004 Polizisten mit einer Anordnung an den Austistici Provider Aruba mit einer Anordnung heran, die den Provider dazu veranlasste, den Server kurzzeitig vom Netz zu nehmen - wegen eines Stromausfalls, wie man später den Austistici Aktivisten erklärte. Der wahre Grund bestand darin, Backdoorprogramme auf dem Server zu installieren, die dazu dienen sollten, den Webmailaccount der anarchistischen Initiative Crocenera zu überwachen, nach Einschätzung der Austistici Leute aber auch dazu geeignet war, ein ganzes Jahr lang den gesamten Traffic in Richtung des Austistici Servers abzufangen und zu entschlüsseln, was ca. 30000 Nutzer, 6000 Mailuser und 500 Mailinglisten betreffen könnte. Leider entdeckten die Betreiber das Backdoor erst am 21. Juni 2005 - wegen der Falschaussage des Providers und weil man sich bis dato wohl nicht vorstellen konnte, dass mittlerweile jeder "Serverausfall" bedeuten kann, dass eine staatliche Überwwachungsmaßnahme läuft.
Wie EDRI berichtet, haben die Austistici Betreiber in einem ersten Schritt eine formale Beschwerde beim italienischen Datenschutzbeauftragten eingelegt, an alle User eine Warnung ausgegeben und sehen sich nach einem neuen Hoster um (der dann auch irgendwann als Schnüffelgehilfe tätig wird bzw. tätig werden muss?), während Mitglieder der Partito della Rifondazione Comunista und der italienischen Grünen eine formale Anfrage an den italienischen Minister für Kommunikation gestellt haben, um in Erfahrung zu bringen, ob die verantwortlichen Behörden und Polizeien im Einklang mit italienischen Gesetzen zum Schutz der Privatsphäre und der Meinungsfreiheit gehandelt haben - wenn man davon noch sprechen kann.
Bei Austistici gehen derweil die Überlegungen weiter, welche Gegenstrategien man einschlagen kann, um in Zukunft derlei Überwachungsangriffen zu entgehen, Überlegungen, die sich jede Initiative, Organisation und NGO ernsthaft machen sollte, die sich in ihrer politischen Arbeit und Aussage nicht nur auf milde Presseerklärungen, Unterschriftenlisten und Lichterketten beschränkt.
Anders kann man zwei Vorfälle in Italien und Großbritannien nicht bewerten.
In Großbritannien wurde - wie bereits ein Jahr zuvor - wieder einmal ein indymedia Server von der Polizei beschlagnahmt, nachdem sich die Betreiber geweigert hatten, Details zur IP-Adresse eines Postings herauszurücken.
In Großbritannien dürften so einige Überwachungsaktionen auf Hochtouren laufen, denn überall in Großbritannien bereiten sich politische Aktivisten auf das bald stattfindende G8-Gipfeltreffen in Gleneagles vor.
Was mit Servern passieren kann, an denen Polizei- und Sicherheitsbehörden Hand angelegt haben, macht die einjährige, verdeckte Überwachung des Austistici Servers deutlich, auf dem eine ganze Reihe von Diensten, Mailboxen für NGOs und Aktivisten gehostet werden - u. a. auch ein Anonymizer und ein Remailer.
Wie Austistici in Aruba-Postile 1 / Privacy 0 mitteilt und EDRi in Police backdoor discovered in Italian alternative server berichtet, traten am 15. Juni 2004 Polizisten mit einer Anordnung an den Austistici Provider Aruba mit einer Anordnung heran, die den Provider dazu veranlasste, den Server kurzzeitig vom Netz zu nehmen - wegen eines Stromausfalls, wie man später den Austistici Aktivisten erklärte. Der wahre Grund bestand darin, Backdoorprogramme auf dem Server zu installieren, die dazu dienen sollten, den Webmailaccount der anarchistischen Initiative Crocenera zu überwachen, nach Einschätzung der Austistici Leute aber auch dazu geeignet war, ein ganzes Jahr lang den gesamten Traffic in Richtung des Austistici Servers abzufangen und zu entschlüsseln, was ca. 30000 Nutzer, 6000 Mailuser und 500 Mailinglisten betreffen könnte. Leider entdeckten die Betreiber das Backdoor erst am 21. Juni 2005 - wegen der Falschaussage des Providers und weil man sich bis dato wohl nicht vorstellen konnte, dass mittlerweile jeder "Serverausfall" bedeuten kann, dass eine staatliche Überwwachungsmaßnahme läuft.
Wie EDRI berichtet, haben die Austistici Betreiber in einem ersten Schritt eine formale Beschwerde beim italienischen Datenschutzbeauftragten eingelegt, an alle User eine Warnung ausgegeben und sehen sich nach einem neuen Hoster um (der dann auch irgendwann als Schnüffelgehilfe tätig wird bzw. tätig werden muss?), während Mitglieder der Partito della Rifondazione Comunista und der italienischen Grünen eine formale Anfrage an den italienischen Minister für Kommunikation gestellt haben, um in Erfahrung zu bringen, ob die verantwortlichen Behörden und Polizeien im Einklang mit italienischen Gesetzen zum Schutz der Privatsphäre und der Meinungsfreiheit gehandelt haben - wenn man davon noch sprechen kann.
Bei Austistici gehen derweil die Überlegungen weiter, welche Gegenstrategien man einschlagen kann, um in Zukunft derlei Überwachungsangriffen zu entgehen, Überlegungen, die sich jede Initiative, Organisation und NGO ernsthaft machen sollte, die sich in ihrer politischen Arbeit und Aussage nicht nur auf milde Presseerklärungen, Unterschriftenlisten und Lichterketten beschränkt.
von rabenhorst - Big Brother,
gepostet am Donnerstag, 30. Juni 2005 um 14:09

