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London und demnächst?

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Es ist immer schwierig, gerade zum Zeitpunkt eines solchen Geschehens darüber zu schreiben, aber ich tue es trotzdem.
Bombenanschläge in London, die an Madrid erinnern, in einer Stadt, die von allen Weltstädten als am besten ausgestattet mit optischen Überwachungsinfrastrukturen gilt, mit automatischer Nummernschilderkennung, zahlreichen, fest installierten Speed-Cams (Verkehrsüberwachungskameras) , umfangreichen Videoüberwachungsinstallationen nicht nur auf den Straßen, sondern gerade an Bahnhöfen und in den U-Bahn Stationen, ausgefeilte Bilderverarbeitungsalgorithmen mit automatischer Objekterkennung, einer Menge von CCTV-Kontrollzentren im ganzen Land, ergänzt durch biometrische Identifizierungstechniken und erweitert um eine Maximierung des Datenaustauschs zwischen allen Sicherheits- und Geheimdienstbehörden wie in allen europäischen und nordamerikanischen Staaten.

Studien haben schon längst aufgezeigt, dass das gesamte Instrumentarium nur einen begrenzten Sicherheitsgewinn verschafft, aber es ist zu befürchten, dass auch diese Anschlagsserie - nicht nur in Großbritannien - zu einem weiteren und drastischeren Ausbau aller Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen und -infrastrukturen führen wird, egal ob auch der nächste Terroranschlag ebenfalls und trotzdem erfolgreich sein wird, weil z. B. professionelle Terroristen auch diese, neuen Maßnahmen unterlaufen können und abgetrennt von der Erkenntnis, dass nur radikale, tatsächliche und globale Veränderungen auf politischem, ökonomischen und kulturellem Gebiet zukünftige Terroranschläge wenigstens begrenzen könnten.

Das die Anschläge in London wie in Madrid oder den USA bedrückend sind, gerade weil es wieder einfache Leute trifft, ist keine Frage. Das es immer die "einfachen Leute" trifft, hängt aber auch damit zusammen, dass die Mitglieder der Terrorgruppen aus Ländern und Kontinenten stammen, in denen es eben auch die "einfachen Leute" sind, die durch Kriege wie dem amerikanischen Angriffskrieg oder ökonomische Ausbeutungs- und Profitmaximierungsstrategien von Konzernen aus unseren Ländern getötet werden - darüber sollten sich die Staatsmänner und Bürger der G8-Staaten in Zukunft noch mehr Gedanken machen, statt sich nur wieder auf den Ausbau der Sicherheits- und Überwachungsstrukturen zu beschränken. Aber was kündigte Clark - oder war es Blair(?) - schon an: "Die Terroristen auf unseren Straßen haben noch kein Gesicht" und auch der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Koschyk kann nur an eine "intensive europäische und internationale Zusammenarbeit bei der Terrorbekämpfung" und an ein "umfassendes Anti-Terror-Konzept" in Deutschland denken.

Siehe auch
governet London: Flächendeckende Kameraüberwachung verhindert keine Anschläge
netzpolitik BBC: London blasts
von rabenhorst - Big Brother, gepostet am Donnerstag, 7. Juli 2005 um 15:06
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