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Videoüberwachung - Prävention - Aufklärung

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Überall lese ich jetzt nach London, "Videoüberwachung für Aufklärung" oder "Behörden machen sich an die Auswertung von Videoaufnahmen" und dergleichen mehr in dieser Art. Verständlich, da mit London das Argument, Videoüberwachung wäre ein wichtiges Mittel der präventiven Kriminalitäts- und Terrorbekämpfung, ausgedient hat, wenn…ja, wenn man nicht noch engmaschigere Netze aufzieht und gehörig mit KI-Algorithmen und perfekteren Bildverarbeitungs- und Objekterkennungsalgorithmen aufrüstet - in der Forschung und in Arbeit, um dem "Automaten" die Analyse und Detektierung zu überlassen und eine enge Verknüpfung mit den biometrischen "Anti-Terror-Dateien" und Datenbanken herbeizuführen. Die Perspektive der Videoüberwachung der Zukunft.

Das war aber schon immer so - auch vor London, denn genauso wie sich Straßenkriminalität vielleicht an Punkten mit Videoüberwachung abschrecken lässt und sich danach logisch die "weißen Flecken" sucht, um in sie auszuweichen, wird ein Terrorkommando auch bei einer größeren Videoüberwachung "weiße Flecken" suchen und finden, wenn…ja, wenn die Videoüberwachung nicht eine für alle Bürger unerträgliche Qualität gewinnen wird.
Und selbst dann - welches Selbstmordkommando wird sich davon abschrecken lassen? Das Einzige was passieren wird: Die Vorwarnzeiten, wenn sie gegeben werden, werden geringer, man wird Anschläge redundant auslegen. Eben nicht eine Bombe, sondern eine Serie, verstreut gelegt und gezündet. Zumal es schon immer zur Strategie und Taktik von Terrororganisationen und Guerillaverbänden gehörte, dem "Feind" durch Zellenbildung und Streung eine so gering wie mögliche Angriffsfläche zu bieten.

So wird Videoüberwachung - was die Terrorbekämpfung angeht - immer nur eines bleiben: Ein Mittel nachträglicher Strafverfolgung, die bei Selbstmordkommandos eh in's Leere läuft, ein Mittel der Aufklärung für die Akten oder für Schulungsmaterial. Aber das sagen die ganzen Überwachungsapologeten des "Krieges gegen den Terror" nicht.

Was übrigens für die Videoüberwachung und praktisch ausgeführte Anschläge gilt, gilt in gleichen Maße für das "Wundermittel" der Datenvorratsspeicherung bei Verwendung moderner Kommunikationsmittel und andere präventive Überwachungskonzepte.
von rabenhorst - Big Brother, gepostet am Dienstag, 12. Juli 2005 um 17:45
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