GID: DNA-Analyse - Im Namen der Sicherheit
Eine interessante Informationsbroschüre findet sich beim
Gen-ethischen Informationsdienst zum Thema
Gen-Analyse und Sicherheit (online in Auszügen).
Hier das
Exzerpt:
Der Begriff der "Sicherheit" hat Konjunktur. In seinem
Namen werden Freiheits- und Persönlichkeitsrechte in wachsendem Umfang
eingeschränkt. Eines der zentralen Elemente der Überwachung von
BürgerInnen ist die Datenspeicherung, auch von DNA-Profilen. Grundrechte
und Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit werden dabei immer weiter
untergraben.
(Elke Steven)
Große Koalition "DNA-Analyse"
Markante Forderungen zum Thema Verbrechensbekämpfung waren bisher das
Aushängeschild von CDU und CSU. Doch spätestens seit dem raschen
Ermittlungserfolg im Mordfall Mooshammer bemühen sich auch
Spitzenpolitiker der SPD um Schulterschluss. Bundesjustizministerin
Zypries (SPD) hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der die rechtlichen
Grenzen der DNA-Analyse im Strafverfahren stark ausweitet. Mit Blick auf
eventuell anstehende Neuwahlen hieße das: eine große Koalition in Sachen
Innere Sicherheit wäre bereits vorbereitet.
(Monika Feuerlein)
Die rechtliche Grundlage der DNA-Analyse
Das
DNA-Identitätsfeststellungsgesetz (DNA-IFG) von 1998 bildet die
rechtliche Grundlage der Anwendung der DNA-Analyse in der
Verbrechensaufklärung. In Verbindung mit der Strafprozessordnung (StPO)
sind die Vorgaben zur Erstellung und weiteren Verwendung von
DNA-Profilen mehr oder weniger klar formuliert. Ein Überblick über
bestehende und geplante Regelungen.
(Stefanie Golla)
Das
britische Modell
Wovon Freunde der inneren Sicherheit hierzulande
noch träumen, ist in Großbritannien längst Realität: Die mittlerweile
über 2,1 Millionen Datensätze und Proben der Police National DNA
Database (NDNAD) sind fest in den Händen der Polizei. Die vorerst
letzten gesetzlichen Ausweitungen im April 2004 riefen die
Bürgerrechtsorganisation GeneWatch UK auf den Plan. Fazit ihres im
Januar veröffentlichten Berichtes zur DNA-Analyse im britischen
Justizsystem: So darf es nicht weiter gehen.
(Uta Wagenmann)
Codierend-nicht-codierend
DNA-Analyse ist in den letzten Jahren zum
Joker der Kriminalistik avanciert. Konsequenterweise wurde vor kurzem
der erste deutsche Lehrstuhl für Forensische Genetik gegründet. Der GID
führte ein Interview mit Professor Peter Schneider, er ist der
Lehrstuhlinhaber am Institut für Rechtsmedizin der Universität in Köln.
(Interview mit Peter Schneider)
Forensische DNA-Analyse
(Glossar)
Globale Tendenzen
Weltweit wird die DNA-Analyse in 77 Ländern zu
kriminalistischen Zwecken angewandt. 41 dieser Länder unterhalten eine
nationale DNA-Datenbank, in der die DNA-Profile von Straffälligen und
Verdächtigen gespeichert werden. Interpol strebt eine Harmonisierung der
Datenbestände an.
(Monika Feuerlein)
GID 170, Juni/Juli
2005

