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Kein Recht auf Lesen?

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Kanadier, die den Harry-Potter aus Versehen gekauft haben - das Management des Supermarktes hat erst später realisiert, dass die einen Fehler gemacht haben - dürfen ihre eigene Ausgabe des Buches nicht lesen. Ich habe keine Ahnung, was eine “John-Doe”-Injunction ist, aber diese Anordnung verbietet den Käufern das Buch zu lesen. Was mich allerdings fassungslos macht ist die Äußerung eines britischen Rechtsanwaltes: “I have never heard of such a wide-ranging order. One sympathises with the reader from a non-legal point of view, but property rights often trump civil liberties. There is no human right to read.”
Genausowenig wie das Recht zu atmen, zu leben und überhaupt auf der Welt zu sein nehme ich mal an. :-( Das ist eine unverfrorene, dumme und diskriminierende Aussage. Die Lage sieht doch so aus: Die kanadischen Käufer haben etwas gekauft. Das ist ihr Eigentum. Dass sie keine Plot-Details verraten oder die Exemplare auf Ebay verscherbeln dürfen, okay, kann ich verstehen. Dass aber das Recht auf Privatsphäre, in das hier massiv eingegriffen wird, mit solchen Worten abgekanzelt wird, ja, dass hier sozusagen die toten Buchstaben des Gesetze über den Menschen selbst gehangen werden macht mich wütend und rasend.
Das hält mich aber nicht davon ab, das Buch zu kaufen und selbst Richard Stallmans Boykott-Aufruf dürfte IMHO wenig bewirken.

von Nur mein Standpunkt, gepostet am Freitag, 15. Juli 2005 um 20:14
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