CardSystems ade
de.internet.com berichtet heute, dass die Firma CardSystems wohl den Bach runtergehen wird. Erinnern wir uns: das ist die Firma, der am 22. Mai diesen Jahres 40 Millionen Kreditkarten-Daten gestohlen wurden.
In dem Bericht heisst es, die Firma beklage sich darüber, aus dem Geschäft gedrängt zu werden:
Visa USA und American Express sollen dem Unternehmen bereits die Ausführung von Transaktionen für ihre Kunden untersagt haben. Um eine entsprechende Umstellung im Einzelhandel zu ermöglichen, wurde jedoch eine Frist bis zum 31. Oktober gesetzt. Dies sei eine “drakonische Strafe”, die CardSystems zur Einstellung seiner Geschäftstätigkeit und der Kündigung der 115 Beschäftigten zwingt, hieß es.
Eine Dose Mitleid, bitte. Erst bei der Sicherheit schlampen, dann den betroffenen Unternehmen nur zögerlich Informationen über den Vorfall zukommen lassen und am Schluß sich dann darüber beschweren, dass die Reaktionen entsprechend ausfallen… wer schreibt die Merkbefreiung?
Allerdings wirft John M. Perry, Firmenchef von CardSystems, auch einen guten Punkt in die Diskussion ein:
Ein solches Vorgehen sei außerdem gefährlich, warnte Perry. Die Wettbewerber CardSystems’ würden es zukünftig vermeiden, Sicherheitsprobleme mit einer vergleichbaren Offenheit zu behandeln. Statt dessen muss damit gerechnet werden, dass Datenlecks nicht mehr gemeldet werden, bis Kreditkartennutzer ernsthafte Schäden erlitten, führte der Firmenchef aus.
Es wäre wünschenswert, wenn die betroffenen Firmen, allen voran Kreditkartenunternehmen, aus dieser Geschichte (und den anderen Diebstählen, die in diesem Bereich davor schon für Schlagzeilen sorgten) die notwendigen Konsequenzen ziehen. Datenschutz und Berücksichtigung entsprechender Sicherungsmaßnahmen dürfen nicht nur eine von vielen Kostenstellen sein. Kunden vertrauen diesen Firmen wichtige Informationen an, und erwarten zu Recht, daß entsprechende Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

