IT-Geschäfte in China
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Wer sich einmal näher anschauen will, was westliche IT-Firmen mit Internetzensur und Überwachung in China zu tun haben, sollte sich die beiden Beiträge More on Cisco in China und My conversation with Cisco in Rebecca MacKinnons Weblog RConversation anschauen.
Cisco steht dabei exemplarisch für eine ganze Reihe von IT-Firmen, die "nur ihre Produkte nach China verkaufen", die dann aber intensivst von den Überwachungs- und Zensurbehörden Chinas für ihren "Golden Shield / Great Firewall Komplex" genutzt werden.
Im ersten Beitrag geht es um die Beobachtungen und Erfahrungen von Ethan Gutmann auf der "China Information Infrastucture Expo 2002" Messe, auf der Cisco sein Technikangebot vorstellte. Gutmann sprach mit chinesischen Cisco-Vertretern auf der Messe und verarbeitete die Informationen in einem Kapitel seines Buches "Losing the New China: A Story of American Commerce, Desire and Betrayal". Zu den Informationen gehörte auch eine umfangreiche Broschüre von Cisco, aus dem diese Abbildung stammt - die Beschreibungen wurden von dem chinesischen Bürgerrechtskktivisten Harry Wu ins Englische übersetzt:
Im Beitrag gibt es auch Auszüge aus dem Buch von Gutmann:

Banner des Public Security Bureaus, mit dem man es auch unweigerlich als Ausländer in China zu tun bekommt.
Laut Rebecca MacKinnon und Gutmann reagierte Cisco auf die Darstellungen von Gutmann mit der Festellung "Gutmann hat niemals einen einzigen Fetzen des Beweises geliefert", wohl der Anlass für Gutmann, über sein Buch hinaus mit seinen Informationen an die Öffentlichkeit zu gehen.
In ihrem zweiten Beitrag berichtet Rebecca MacKinnon über ihre Konversation mit Terry Alberstein, Direktor für Firmenangelegenheiten, Cisco Systems - Asien Pazifik, per Telefon und E-Mail, der mit ihr über ihren ersten Beitrag reden wollte.
Laut Rebecca McKinnon bestätigte Alberstein die Echtheit der Cisco Dokumente von der China Information Infrastucture Expo 2002 und das Cisco Netzwerk- und Telekommunikationsausrüstung direkt an Behörden für öffentliche Sicherheit und andere Strafverfolgungsbehörden in ganz China vertreibt. Alberstein wies auch darauf hin, dass Cisco an Polizeien weltweit verkauft und das es nicht illegal für Cisco sei, Geschäfte mit der chinesischen Polizei abzuschließen, weil die verkauften Geräte laut des U. S. Foreign Relations Authorization Act nicht verboten sind und auch ansonsten der Verkauf nicht gegen U. S. Gesetze verstößt. Er wies auch darauf hin, dass Cisco seine Router nicht für den chinesischen Markt zuschneidet oder sie für politische Zensurzwecke anpasst, sondern nur das übliche Training und den üblichen Kundendienst leiste.
In der E-Mail, die im Beitrag im Original wiedergegeben wird, heißt es dann u. a. ausdrücklich:
Cisco steht dabei exemplarisch für eine ganze Reihe von IT-Firmen, die "nur ihre Produkte nach China verkaufen", die dann aber intensivst von den Überwachungs- und Zensurbehörden Chinas für ihren "Golden Shield / Great Firewall Komplex" genutzt werden.
Im ersten Beitrag geht es um die Beobachtungen und Erfahrungen von Ethan Gutmann auf der "China Information Infrastucture Expo 2002" Messe, auf der Cisco sein Technikangebot vorstellte. Gutmann sprach mit chinesischen Cisco-Vertretern auf der Messe und verarbeitete die Informationen in einem Kapitel seines Buches "Losing the New China: A Story of American Commerce, Desire and Betrayal". Zu den Informationen gehörte auch eine umfangreiche Broschüre von Cisco, aus dem diese Abbildung stammt - die Beschreibungen wurden von dem chinesischen Bürgerrechtskktivisten Harry Wu ins Englische übersetzt:

Beim Betreten des Kongresscenters war das Erste was ich sah das Wort "Cisco". Ihr Ausstellungsstand stellte die der anderen in den Schatten und das Informationsmaterial lies erkennen, dass Cisco auch bei der Präsentation in Chinesisch einen Punktsieg errungen hatte, "Die CISCO Netzwerklösung für das 'Gold Shield Projekt'"
[Anm.: Als "Golden Shield" wird die Gesamtheit der staatlichen Überwachungs-, Filter- und Zensurinfrastruktur bezeichnet, wie sie seit Mitte der 90er Jahre aufgebaut wurde, die Abschottung des chinesischen Internets vom restlichen Internet durch Router, Gateways und Proxys in Anlehnung an die Große Chinesische Mauer als "The Great Firewall"].
(…)
Während Ciscos Kameras unsere Unterhaltung aufzeichneten [Anm.: Der Cisco Stand umfasste Videoüberwachungskameras und Monitore], teilte mir Zhou Li, Systemtechniker aus Ciscos Niederlassung in Shanghai, begeistert seine Verkaufsargumente für Ciscos 'Polizeinetz' Technologie mit, die gerade in China eingeführt worden war. Er erklärte, dass Ciscos Grafik vom Polizisten, der mit Informationsknoten verbunden sei, technisch zutreffend ist, aber es erfasse nicht den vollen Lesitungsumfang dessen, was Cisco vollbracht habe. Wir sprechen hier nicht nur über den Zugriff auf den Führerchein eines Verdächtigen, machte er klar; Cisco bietet eine sichere Verbindung zu abgesicherten Datenbanken in der Provinz, die gründliche Überkreuz-Überprüfungen und Bewegungsverfolgung erlaubt.
Ein chinesischer Polizist oder Agent des PSB [Anm.: Public Security Bureau, Amt für Öffentliche Sicherheit], der das Cisco Equipment nutzt, kann remote auf das Gerät am Arbeitsplatz oder seiner Danwei des Verdächtigen zugreifen und dabei Berichte über das politische Gebaren und die Familiengeschichte der Person abrufen. Selbst Fingerabdrücke, Fotografien und andere bildliche Informationen würden mit einem Antippen des Monitors verfügbar sein (Das war nicht nur ein Verkaufsargument: Laut chinesischen Quellen hat Cisco die Infrastruktur für nationale PSB Datenbanken errichtet mit Aktualisierungen in Realzeit und Fähigkeiten mobilen Zugriffs und seit Juni 2003 war sie bereits in jeder chinesischen Provinz präsent, mit Ausnahme von Sichuan). Als ich Zou weiter befragte, bestätigte mir der Cisco Vertreter, dass die chinesische Polizei sogar remote überprüfen könne, ob der Verdächtige in den letzten drei Monaten eine Website errichtet oder zu einer Website etwas beigetragen habe, auf die Chronik der vom Verdächtigen besuchten Webseiten zugreifen und seine E-Mails lesen kann. Es wäre nur eine Frage der Bandbreite.
[Anm.: Als "Golden Shield" wird die Gesamtheit der staatlichen Überwachungs-, Filter- und Zensurinfrastruktur bezeichnet, wie sie seit Mitte der 90er Jahre aufgebaut wurde, die Abschottung des chinesischen Internets vom restlichen Internet durch Router, Gateways und Proxys in Anlehnung an die Große Chinesische Mauer als "The Great Firewall"].
(…)
Während Ciscos Kameras unsere Unterhaltung aufzeichneten [Anm.: Der Cisco Stand umfasste Videoüberwachungskameras und Monitore], teilte mir Zhou Li, Systemtechniker aus Ciscos Niederlassung in Shanghai, begeistert seine Verkaufsargumente für Ciscos 'Polizeinetz' Technologie mit, die gerade in China eingeführt worden war. Er erklärte, dass Ciscos Grafik vom Polizisten, der mit Informationsknoten verbunden sei, technisch zutreffend ist, aber es erfasse nicht den vollen Lesitungsumfang dessen, was Cisco vollbracht habe. Wir sprechen hier nicht nur über den Zugriff auf den Führerchein eines Verdächtigen, machte er klar; Cisco bietet eine sichere Verbindung zu abgesicherten Datenbanken in der Provinz, die gründliche Überkreuz-Überprüfungen und Bewegungsverfolgung erlaubt.
Ein chinesischer Polizist oder Agent des PSB [Anm.: Public Security Bureau, Amt für Öffentliche Sicherheit], der das Cisco Equipment nutzt, kann remote auf das Gerät am Arbeitsplatz oder seiner Danwei des Verdächtigen zugreifen und dabei Berichte über das politische Gebaren und die Familiengeschichte der Person abrufen. Selbst Fingerabdrücke, Fotografien und andere bildliche Informationen würden mit einem Antippen des Monitors verfügbar sein (Das war nicht nur ein Verkaufsargument: Laut chinesischen Quellen hat Cisco die Infrastruktur für nationale PSB Datenbanken errichtet mit Aktualisierungen in Realzeit und Fähigkeiten mobilen Zugriffs und seit Juni 2003 war sie bereits in jeder chinesischen Provinz präsent, mit Ausnahme von Sichuan). Als ich Zou weiter befragte, bestätigte mir der Cisco Vertreter, dass die chinesische Polizei sogar remote überprüfen könne, ob der Verdächtige in den letzten drei Monaten eine Website errichtet oder zu einer Website etwas beigetragen habe, auf die Chronik der vom Verdächtigen besuchten Webseiten zugreifen und seine E-Mails lesen kann. Es wäre nur eine Frage der Bandbreite.

Banner des Public Security Bureaus, mit dem man es auch unweigerlich als Ausländer in China zu tun bekommt.
In ihrem zweiten Beitrag berichtet Rebecca MacKinnon über ihre Konversation mit Terry Alberstein, Direktor für Firmenangelegenheiten, Cisco Systems - Asien Pazifik, per Telefon und E-Mail, der mit ihr über ihren ersten Beitrag reden wollte.
Laut Rebecca McKinnon bestätigte Alberstein die Echtheit der Cisco Dokumente von der China Information Infrastucture Expo 2002 und das Cisco Netzwerk- und Telekommunikationsausrüstung direkt an Behörden für öffentliche Sicherheit und andere Strafverfolgungsbehörden in ganz China vertreibt. Alberstein wies auch darauf hin, dass Cisco an Polizeien weltweit verkauft und das es nicht illegal für Cisco sei, Geschäfte mit der chinesischen Polizei abzuschließen, weil die verkauften Geräte laut des U. S. Foreign Relations Authorization Act nicht verboten sind und auch ansonsten der Verkauf nicht gegen U. S. Gesetze verstößt. Er wies auch darauf hin, dass Cisco seine Router nicht für den chinesischen Markt zuschneidet oder sie für politische Zensurzwecke anpasst, sondern nur das übliche Training und den üblichen Kundendienst leiste.
In der E-Mail, die im Beitrag im Original wiedergegeben wird, heißt es dann u. a. ausdrücklich:
Cisco Systems does not participate in the censorship of information by governments. Moreover, Cisco complies with U.S. Government regulations, which prohibit sale of our products to certain destinations; or to users who misuse our products or resell them to prohibited users.
von rabenhorst - Big Brother,
gepostet am Freitag, 22. Juli 2005 um 15:21

