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RFID verwanzte Zahlungsmittel

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de.internet.com berichtet über den interessanten Artikel Sicherheits-Innovationen: Banknoten der Zukunft des Magazins "Die Bank", vergisst dabei aber das Wesentliche.

Im Artikel geht es um die Erhöhung der Fälschungssicherheit von Banknoten. Neben der Anwendung von Bio-Farbstoffen und kopiersicheren Folien geht es im Kapitel "Banknote wird zur Fundnote" auch um den Einsatz von Mini-RFID-Chips, die entweder direkt mit dem Papier gedruckt oder in das Banknotenpapier eingebracht werden, wobei der metallene Sicherheitsstreifen als Antenne genutzt werden kann.

Als Kandidat wird der bekannte "mu-Chip" von Hitachi aufgrund seiner Größe gehandelt. Mit Nutzung der externen Antenne statt der on-Chip Antenne wäre auch der Leseradius größer.
Wer auch noch dafür in Frage käme, wäre der passive RFID Chip des Instituts für Mikroelektronik (IME) der staatlichen Agency for Science, Technology and Research (ASTAR) in Singapur, über den RFID in Japan in Super tiny with anti-collision berichtete.
IME / ASTAR RFID-Chip

Der 1 x 0.5 mm große IME / ASTAR RFID-Chip.
Der IME / ASTAR Chip hat laut RFID in Japan gegenüber dem mu-Chip den Vorteil kollisionsfrei zu sein. Kollisionen können enstehen, wenn mehrere RFID-Chips simultan auf die Leseaufforderung eines RFID-Scanners antworten und sich die Antworten derart überlagern, dass der Scanner keine der eingehenden Informationen auswerten kann.
Etwas größer als der mu-Chip, ist in dem Chip bereits wie bei einer Variante des mu-Chips eine Antenne integriert. Außerdem besitzt der Chip aus Singapur einen 128-bit Speicher, auf den lesend und schreibend (!) zugegriffen werden kann.

Wie es im "Die Bank" Artikel heißt, würde auf den mu-Chip eine 38-stellige Nummer für "Seriennummer und Ursprungsmerkmale" gepeichert werden, die am Bankschalter, Einzahlungsautomaten von RFID-Scannern ausgelesen würde, um die Echtheit festzustellen. Aber nicht nur von RFID-Scannern der Bankinstitute, sondern auch von Geschäften oder RFID-Scannern in Handys "von jedermann", denn sonst hätte das Ganze keinen Sinn, wie der Artikel feststellt.
Das ist ja auch alles schön und in Ordnung.

Die Stirn habe ich nur an der Stelle im Artikel gerunzelt, als es hieß, die Chips der "mitteilungsfreudigen Banknoten" würden auch "den Wert" jeder Banknote "auf Anfrage" mitteilen, wo wir dann wieder bei der Geschichte zum mu-Chip und dem Minority Report Szenario angelangt sind, wo mir jeder mit geeignetem RFID-Scanner in's "Portmonee" hineinschauen kann, um abzuschätzen, ob ich als Kunde (oder Opfer) lohne oder ob ich es überhaupt wert bin, Zugang zu diesem oder jenem Laden zu erhalten, weil ich grade nur mit einer 10-Euro Note gesegnet bin. Eine Frage die sich ebenfalls stellen wird, wenn es überhaupt keine Banknoten mehr geben wird, sondern jeder nur noch mit RFID bestückten Kredit-Smartcards durch die Gegend laufen muss.

Mal abgesehen davon, dass die Stärke des kryptografischen Schutzes von RFID-Tags in Banknoten und Kreditkarten, sollten diese sogar wiederbeschreibbar sein wie beim IME-Chip, noch ein ganz anderes Kaliber wäre. Auch die Frage, welche Profile später über die Verknüpfungen der Identität einer Person über die Seriennummern nach einem Kauf mit RFID-Kreditkarten oder RFID-Banknoten möglich sind, ist wohl eine Frage, die für Banker nebensächlich ist.
von rabenhorst - Anti Big Brother, gepostet am Donnerstag, 11. August 2005 um 19:55
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