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Paranoia vor Google Maps & Co

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Seitdem Dienste wie Google Maps / Earth oder TerraServer gestartet sind, schossen auch private Websites und -logs aus dem Boden, die sich des angebotenen Materials annahmen und daraus nicht nur Luft- und Satellitenbilder zum zukünftigen Urlaubsziel herauspickten, sondern auch Aufnahmen von Militärbasen ("Area 51"), Geheimdiensthauptquartieren (CIA) oder Kernkraftwerken ( Chernobyl).

Das hat für Unruhe und Sorgenfalten bei den Militärs und Geheimdiensten gesorgt, wie GovExec in Google satellite imaging software raises terrorism concerns berichtete, weil man befürchtet, Terrororganisationen wie Al Quaida könnten das Material dazu nutzen, ihr nächsten Ziel quasi aus der Luft und digital auszukundschaften. Laut des im Artikel zitierten Googlevertreters Hankey, dem Generalmanager der Keyhole Abteilung von Google (der CIA gesponserte Stallitenbildanbieter Keyhole war von Google aufgekauft worden), sei man sich bei Google der Sicherheitsproblematik bewußt und habe auch schon mit Regierungsstellen wie der U.S. Geological Survey - von der Google ebenfalls Aufnahmen staatlicher Satelliten bezieht - gesprochen, um offene Sicherheitsfragen zu klären.

Andere Stimmen wie die im Artikel erwähnte Rand Corporation, die dafür bekannt ist, den U. S. Geheimdiensten und Militärs nahe zu stehen, meinte in dem Bericht Mapping the Risks - Assessing the Homeland Security Implications of Publicly Available Geospatial Information aus dem Jahr 2004, dass solche Befürchtungen übertrieben seien, da Terroristen genauere Details benötigen würden, als auf den per Google gelieferten Bildern und eher persönlich vor Ort operieren würden.

Das alles scheint aber nicht zur Beruhigung der Geheimdienste und Militärs beigetragen zu haben, wie aus dem gestrigen GovEx Artikel Agency drafts guidelines on satellite imagery hervorgeht, der sich wohl auf die "Guidelines for Providing Appropriate Access to Geospatial Data in Response to Security Concerns" bezieht, die vom Federal Geographic Data Committee im Juni beschlossen wurden.

Die Richtlinien beschreiben detailiert für U. S. Behörden, die Satelliten- und Luftaufnahmen veröffentlichen oder an Anbieter wie Google weitergeben, welche Entscheidungs- und Prüfprozesse eine Aufnahme durchlaufen muss, bevor sie unverändert veröffentlicht, manipuliert oder eben nicht veröffentlicht wird. Der Gutachter muss sich bei jeder Aufnahme fragen, ob sie bereits über andere öffentliche Quellen verfügbar ist und somit eine Verbreitung eh nicht mehr verhindert werden kann und ob darauf Details und Örtlichkeiten zu sehen sind, die zu einer Gefährdung der nationalen Sicherheit beitragen könnten. Kommt der Gutachter zu einem negativen Ergebnis, muss er laut der Richtlinien mit verschiedenen Methoden das Material manipulieren oder den Zugriff beschränken. Zum Beispiel indem die Auflösung der Aufnahme verringert oder die Schärfe reduziert wird, Metadaten, die genauere Informationen zum Ort enthalten und Koordinaten entfernt werden.
Es ist also fraglich, ob es in Zukunft immer noch so schöne Aufnahmen wie vom NSA Hauptquartier oder der Bush-Ranch geben wird und man stattdessen auf den einen oder anderen "weißen Fleck" und verwaschene "Fleckerl" bei Google & Co stößt.
von rabenhorst - Anti Big Brother, gepostet am Freitag, 26. August 2005 um 17:04
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