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Bionische Morphing MAVs

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Unmanned Aerial Vehicles hatte in zwar bereits vor vier Tagen auf den Artikel Airborne Drones, Mimicking Gulls, Alter Wing Shape For Agility bei SpaceWar hingewiesen, aber auch die BBC brachte gestern den interessanten Artikel Spy craft take gull flight lesson zu den "Morphing MAVs".
Das sind MAVs, bei deren Konstruktion Prinzipien der Bionik aufgenommen wurden, in der Gestalt, dass die Tragflächen die Flugeigenschaften und die Struktur der Flügel von Seemöwen nachahmen und damit Flugzeugdesigns aufgreifen, wie sie auch vom Flugpionier Otto Lilienthal bereits 1862 bei seinen ersten Flugversuchen benutzt wurden.

Dazu wird das MAV mit Mikroservomotoren, Kevlardrähten und MEMS Steuerelementen ausgestattet, die es erlauben, dass durch das MAV permanent die Gestalt der Flügel während des Flugs geändert werden kann. Vielleicht auch ein Anwendungsgebiet für MEMS Module, wie sie vom Fraunhofer Institut entwickelt und auf der IFA 2005 präsentiert werden.
Fraunhofer MEMS im Golfball
Fraunhofer MEMS im Golfball
Foto: Armin Okulla / Fraunhofer Institut.
Das Resultat ist ein MAV, das schnellere Flugmanöver ausführen kann als ein F-16 Kampfjet und in der Lage ist, in engen Luftkorridoren zu operieren und auf sehr kleinen Plätzen zu landen. Ideal für Überwachungs- und Aufklärungsmissionen in Straßenschluchten, Wohngebieten und Landungen vor Fenstern. Aus gutem Grund wird deshalb das an der Universität von Kalifornien entwickelte MAV nicht nur von der NASA gefördert, die MAVs und UAVs für zukünftige Planetenerkundungen einsetzen will, sondern auch von der DARPA, dem Air Force Office of Scientific Research (AFOSR) und dem Air Force Research Laboratory (AFRL), die neue MAV und UAV Konzepte für "urban battlefields" austesten, also innerstädtischen Kampfzonen und für "UAV Swarms", also ganzen Flugverbänden oder "Schwärmen" einzelner UAVs.
Forschungs- und Anwendungsziele
Forschungsziele und Anwendungsbereich für "Morphing MAVs".
Abbildung: Center for MAV Research.
Früher oder später werden sich auch Sicherheitsbehörden für diese MAV Typen interessieren und sie für die Videoüberwachung von Großereignissen, Grenzverläufen oder zur Sondierung bei Einsätzen nutzen, wie sie es bereits jetzt mit herkömmlichen MAVs und UAVs tun.

Andere und ältere Projekte zeigen, dass man sich schon seit geraumer Zeit für bionische MAVs interessiert, nicht nur weil sie neue Flugeigenschaften mit sich bringen, sondern auch unter dem Gesichtspunkt der Tarnung, weil man MAVs, die in ihrer inneren Struktur Vögeln ähneln, auch in Mimikry Manier aüßerlich eine vogelähnliche Gestalt verleihen kann, was dem verdeckten Einsatz von MAVs zur Überwachung zugute kommen würde. Also nicht erschrecken, wenn eines Tages ein seltsam anmutender Vogel auf dem Fenstersims Platz nimmt. Merke, es gibt nicht nur Videoüberwachungskameras in Bussen, U-Bahnen, an Pfählen oder Gebäuden.
Kein Wunder also, dass die "Morphing MAVs" auch einen Platz in meiner MAV / UAV Gallerie erhalten haben:
Morphing MAV 1 Morphing MAV 2
Morphing MAV

Morphing MAV 4 Morphing MAV 5
Steuereinheiten und Mikroservomotoren in einem "Morphing MAV".
Weitere Links:
Vision-Guided Flight for Micro Air Vehicles (MAVs)
Center for Morphing Control / University of California
(mit einer ganzen Reihe von Videos, die verschiedene Morphing MAVs im Flug zeigen)
Center for MAV Research
von rabenhorst - Big Brother, gepostet am Sonntag, 28. August 2005 um 12:15
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