Überwachung und Wahrheit?
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Nochmal zu den aufgrund von Videoüberwachung festgenommenen 'Terrorverdächtigen' in Hamburg:
Da aufgrund einer perversen Überwachungslogik die Festnahme dieser Menschen aufgrund von Videoüberwachung ja auch noch als Erfolg gefeiert wurde frage ich mich, wann denn nun einer kommt und sagt, na da müsse man eben auch audio-überwachen damit solche Missverständnisse ausgeräumt würden.
Wichtig ist an dieser Geschichte erstmal nur der triviale aber den meisten Menschen nicht bewusste Fakt, dass durch Überwachungsbilder noch keinerlei Realität entsteht. Nichts an diesen der Öffentlichkeit mit einem hinzuerfundenen Kontext präsentierten Bildausschnitten ist zunächst mehr als eine Inszenierung. Die Realität selbst löst sich auf in einer Flut virtueller Bilder und erzeugt eine Hyperrealität; anstelle der Realität treten die Bilder. So funktioniert die Verhaltenskontrolle abertausender unbescholtener BürgerInnen, stets mit dem Verweis darauf dass es da ein Gefahrenpotential durch einige wenige gäbe, welches diese Überwachung rechtfertigen sollte. Damit geht es nicht darum, irgendwelche Kriminellen oder Terroristen zu beobachten, sondern darum, die Masse der Gesellschaft an sich zu kontrollieren, in ihren Handlungen, Deutungen und Gedanken. Wir werden beobachtet, auch wenn wir einen dummen Witz an einer Bushaltestelle reissen (falls das denn jemals passiert ist), und was wir denken oder sagen wird Konsequenzen haben. Spätestens dann, wenn es sich um eine Randgruppe handelt, womöglich sogar noch Ausländer. Also sollten wir wohl unser Verhalten und Denken an dasjenige anpassen, was gewünscht ist. Soweit der Plan.
Die drei in der vergangenen Woche in Hamburg unter Terrorverdacht festgenommenen Männer sind der arabischen Sprache nicht mächtig - obwohl sie auf Hocharabisch ein Gespräch geführt haben sollen, das die Möglichkeit eines Anschlags nahe legte. Dies sagte deren Anwalt, Jens Niedrig, von der Hamburger Kanzlei Groenewold Husemann zu stern.de. [...][via stern.de: Hamburg: Terrorverdächtige konnten gar kein Arabisch]
Auf Anfrage von stern.de blieb die Polizei bei ihrer Darstellung, die Verdächtigen sprächen Arabisch, "nicht fließend, aber bruchstückhaft", so eine Polizeisprecherin. Die Verdächtigen hätten in den Verhören auch nicht bestritten, über Grundkenntnisse der hocharabischen Sprache zu verfügen, teilte die Sprecherin mit.
Eben dies sei nicht korrekt, so ihr Anwalt. In den von einem Dolmetscher vom Deutschen ins Russische übersetzten Verhören hätten die unter Terrorverdacht stehenden Männer ausgesagt, nicht der arabischen Sprache mächtig zu sein, so Niedrig. Die Männer sprächen ausschließlich Tschetschenisch und Russisch und seien nicht in der Lage, sich auf Arabisch zu unterhalten, wie es der Zeuge gehört haben will, so Niedrig.
Da aufgrund einer perversen Überwachungslogik die Festnahme dieser Menschen aufgrund von Videoüberwachung ja auch noch als Erfolg gefeiert wurde frage ich mich, wann denn nun einer kommt und sagt, na da müsse man eben auch audio-überwachen damit solche Missverständnisse ausgeräumt würden.
Wichtig ist an dieser Geschichte erstmal nur der triviale aber den meisten Menschen nicht bewusste Fakt, dass durch Überwachungsbilder noch keinerlei Realität entsteht. Nichts an diesen der Öffentlichkeit mit einem hinzuerfundenen Kontext präsentierten Bildausschnitten ist zunächst mehr als eine Inszenierung. Die Realität selbst löst sich auf in einer Flut virtueller Bilder und erzeugt eine Hyperrealität; anstelle der Realität treten die Bilder. So funktioniert die Verhaltenskontrolle abertausender unbescholtener BürgerInnen, stets mit dem Verweis darauf dass es da ein Gefahrenpotential durch einige wenige gäbe, welches diese Überwachung rechtfertigen sollte. Damit geht es nicht darum, irgendwelche Kriminellen oder Terroristen zu beobachten, sondern darum, die Masse der Gesellschaft an sich zu kontrollieren, in ihren Handlungen, Deutungen und Gedanken. Wir werden beobachtet, auch wenn wir einen dummen Witz an einer Bushaltestelle reissen (falls das denn jemals passiert ist), und was wir denken oder sagen wird Konsequenzen haben. Spätestens dann, wenn es sich um eine Randgruppe handelt, womöglich sogar noch Ausländer. Also sollten wir wohl unser Verhalten und Denken an dasjenige anpassen, was gewünscht ist. Soweit der Plan.
von PlasticThinking: Moe's Blog.,
gepostet am Mittwoch, 31. August 2005 um 13:26

