Bewirtschaftung der Angst
Auch zwei Tage nach der Tagung Neue Formen der Überwachung hier in Hamburg gelingt es mir nicht, eine befriedigende Zusammenfassung zu schreiben. Bei Heise ist das meiner Meinung nach auch eher lieblos geschehen.
Das Themenfeld ist einfach sehr komplex. Eine wichtige Erkenntnis der Tagung war, dass eine effektive Auseinandersetzung mit dem Thema nur interdisziplinär erfolgen kann, da zum Durchleuchten des Phänomens Überwachung weit mehr Sichtweisen nötig sind als zum Beispiel rein technische Innovationen oder Argumente zur Kriminalität zu durchleuchten. Die anhaltende Zuspitzung sollte zudem ein Zeichen sein, den Diskurs stärker in die Öffentlichkeit zu tragen, anstatt immer wieder und ausschliesslich in denselben akademischen Kreisen zu analysieren und zu diskutieren. Leichter gesagt als getan, aber ich bin zuversichtlich, dass etwas in diese Richtung geschehen wird.
Gestern bin ich über diesen Artikel gestolpert, der zufällig und natürlich unabhängig von der Tagung wesentliche Aspekte bzw. Erkenntnisse der zwei sehr spannenden Tage im Westflügel des Hauptgebäudes der Universität Hamburg zusammenfasst. Einerseits was einzelne konkrete Inhalte betrifft, aber vor allem die Grundaussage, dass die Vernetzung und Verwobenheit/Verworrenheit von zahlreichen, zum Teil heterogenen Gesichtspunkten erst das Phänomen von omnipräsenter Überwachung begreifbar und letztlich vor allem wirtschaftlich interessant macht.
Ausserdem wollte ich an dieser Stelle und in diesem Zusammenhang noch empfehlen, sich die Wikipedia-Artikel zur Informationellen Selbstbestimmung und zum Volkszählungsurteil von 1983 (mal wieder?) durchzulesen.

