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Ausgetretene Pfade und neue Wege

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Florian beschreibt in Loosing the internet ziemlich gut die üblichen (und ausgetretenen) Wege des Aktionismus von Datenschutz- und Bürgerrechts-Initiativen, -Aktivisten und -Organisationen angesichts eines fast verlorenen "Krieges" um den Erhalt der Freiheits- und Bürgerrechte innerhalb und außerhalb des Internets und die Problematik, dass dieselben mit ihren Kongressvorträgen, Petitionen, "Thema-XYZ-Websites" und Mailinglisten:
  • immer wieder nur ihr eigenes Klientel erreichen, sich eigentlich also selbst über das informieren und agitieren, was sie eh schon wissen.
  • deshalb und aufgrund der konventionellen Methoden keine positive und weitergehende Wirkung außerhalb des eigenen Kreises und innerhalb der anderen Medien erzielen.
  • nicht im Verhältnis zu den PR- und Lobbyressourcen, die von der "Gegenseite" eingesetzt werden, gewinnen können.
Daraus schließt er – meiner bescheidenen Meinung nach zu Recht – dass es an der Zeit oder besser gesagt höchste Zeit wäre, mit kreativen, auch bis an die Illegalität grenzenden Kunst- oder Technikaktionen neben den herkömmlichen Wegen des Informierens und Agierens den Kreis der Informierten zu vergrößern und, ich sag's mal so, eine innerhalb und vor allem auch außerhalb des Internets agierende, "kritische Masse" an Aktionen und Aktivisten zu schaffen, die ein größeres Gegengewicht darstellt als bisher.

Daran anknüpfend, sein Aufruf nach Brainstorming und kreativer Diskussion, der auch im Text Ist das die Welt in der ich Leben will? von netzpolitik anklingt.

Ich will an dieser Stelle nicht von der Bedeutung sprechen, den Kongresse, Mailinglisten & Co für die Koordination und Information von Aktiven haben oder von der Arbeit, die in der Organisation und Durchführung von Kongressen oder traditionellen Aktionen steckt – kennt Florian vermutlich selbst. Auch nicht davon, dass man nun mal nicht über einen Sendeplatz im Massenmedium Fernsehen und Radio verfügt, über eine Kolumne in einer der großen Zeitungen oder gar ein Lobbybüro in den "Schaltzentralen der Macht" und man deshalb trotz ihres Traditionalismus auf die bekannten und von allen nutzbaren Informationskanäle und -medien angewiesen ist. Oder von einem vorhandenen Desinteresse seitens der Netz- und Real-Life-Bürger, gegen das die kreativste Aktion nicht anstinken kann. Man hat ja schließlich auch das Recht, sich nicht für ein Thema interessieren zu dürfen :)

Trotzdem sage ich mir auch, dass es nicht ausreicht, zum Beispiel hier im Weblog zu versuchen, den "Chronisten" oder "Aufklärer" zu spielen, täglich die Flut an Puzzleteilchen zu sichten, aus denen sich am Ende ein globales, orwellsches Wirtschafts- und Gesellschaftssystem entwickeln wird, hier und da meine digitale Unterschrift zu leisten oder Anleitungen zu fabrizieren... Aber ich muss ehrlich gestehen, dass ich ziemlich ratlos und auch zur Zeit einfallslos bin, wie Aktionen und Methoden auszusehen hätten, welche die gewünschte Wirkung erzielen können. Zudem bin ich persönlich auch nicht der Mensch, der ganz praktisch und selbstlos den Aktivisten im Real-Life geben möchte oder könnte. So bleibt mir, die bisherige Rolle weiter zu spielen und zu hoffen, dass mir irgendwann doch die eine oder andere, kreative Idee in's Hirn fällt.
von rabenhorst - Owl, gepostet am Dienstag, 2. Mai 2006 um 12:47
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