Trommeln für die DNA-Analyse
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Ich weiß nicht, ob es berechtigt ist, wie der Spiegel davon zu sprechen, die DNA-Analyse bringe eine Rekordaufklärung.
Dieser Schluß geht wohl vor allem auf die Aussage des bayerischen Innenministers Beckstein zurück, der einer der Hauptbefürworter der Anwendung und Ausweitung von DNA-Analysen und -Datenbanken ist und in der Presseerklärung zur Kriminalitätsstatistik 2005 sagte:
1998 betrug die Aufklärungquote aller Straftaten 52,3%, 2005 55%, also gerade mal eine Steigerung von 2,7% oder in Zahlen 142043 mehr aufgeklärte Fälle in 8 Jahren.
Bei Mord und Totschlag betrug die Aufklärungsquote 2000 (1998 nicht angegeben) 95,3%, 2001 94,1%, 2002 95,9%, 2003 95,6%, 2004 96,1% und 2005 auch 96,1%. D. h. die Quote hat sich von 2000 - 2005 gerade mal um 0,8% erhöht und ist in den letzten Jahren nahezu gleich geblieben.
Bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung betrug die Aufklärungsquote 2000 (1998 nicht angegeben) 79,9%, 2001 80,8%, 2002 81,8%, 2003 81,7%, 2004 83,0% und 2005 83,7%. Also immerhin eine Steigerung von 3,8%, aber über die letzten 6 Jahre. Eine signifikante Steigerung in den letzten Jahren ist auch nicht auszumachen.
Wenn man dazu noch Raub und gefährliche / schwere Körperverletzung nimmt, wo vielleicht auch noch DNA-Spuren an den Opfern genommen werden könnten: Für Raub betrug die Aufklärungsquote 2000 50,5% und 2005 50,9%, für Körperverletzung 2000 83,9% und 2005 83,5%.
Wo bitte ergibt sich aus diesen Zahlen eine Rekordaufklärung durch die DNA-Analyse?
Damit soll nicht gesagt werden, die DNA-Analyse hätte nicht auch ihre Berechtigung und ihren Anteil, aber angesichts dieses Zahlenbbildes denke ich bei der Spiegelschlagzeile und den Äußerungen Becksteins und Schäubles mehr an "Trommeln für die DNA-Analyse".
Dieser Schluß geht wohl vor allem auf die Aussage des bayerischen Innenministers Beckstein zurück, der einer der Hauptbefürworter der Anwendung und Ausweitung von DNA-Analysen und -Datenbanken ist und in der Presseerklärung zur Kriminalitätsstatistik 2005 sagte:
"Der konstante Anstieg der bundesweiten Aufklärungsquote seit 1998 zeugt gleichzeitig von dem hohen technischen Standard bzw. Know-How der Polizeien der einzelnen Bundesländer in der Verbrechensbekämpfung. So hat sich vor allem durch die DNA-Analyse das Entdeckungsrisiko für Straftäter in den letzten Jahren erheblich erhöht. Es konnten auch einige bisher als ausgesprochen schwer lösbar geltende Kapitalverbrechen der letzten Jahrzehnte im Nachhinein aufgeklärt und die Täter einem förmlichen Strafverfahren zugeführt werden."
In der Kriminalitätsstatistik findet man allerdings keine Zahlen zu den Prozentwerten bzw. wie hoch der Anteil der DNA-Analyse bei der Aufklärung der Straftaten war. Stattdessen wird die DNA-Analytik nur in zwei Passagen erwähnt:
Die guten Werte bei Mord und Totschlag sind unter anderem durch die erheblichen Fortschritte im Bereich der wissenschaftlichen Beweisauswertungsmethoden wie der DNA-Analytik zu erklären. Gleiches gilt für den Deliktsbereich der Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen, wobei hier zusätzlich die gestiegene Anzeigebereitschaft der Opfer gegen enge Bezugspersonen zu einer positiven Entwicklung der
Aufklärungsquote geführt haben dürfte.
Insgesamt ist das professionelle Vorgehen der Polizei hervorzuheben. So ist es in diesem Jahr erneut gelungen, die Aufklärungsquote zu erhöhen. Hierbei spielt die DNA-Analyse eine immer größere Rolle. Die Anzahl der Delikte, die mit Hilfe einer molekulargenetischen Untersuchung geklärt werden können, steigt von Jahr zu Jahr. Vor diesem Hintergrund kommt der DNA-Analyse eine erhebliche kriminalistische Bedeutung zu.
Nimmt man sich dann die Werte zu den Bereichen Mord und Totschlag, Vergewaltigung und sexuelle Nötigung vor und setzt dazu das Jahr 1998, in dem das BKA seine zentrale DNA-Analyse Datei einrichtete, ergibt sich folgendes Bild:Insgesamt ist das professionelle Vorgehen der Polizei hervorzuheben. So ist es in diesem Jahr erneut gelungen, die Aufklärungsquote zu erhöhen. Hierbei spielt die DNA-Analyse eine immer größere Rolle. Die Anzahl der Delikte, die mit Hilfe einer molekulargenetischen Untersuchung geklärt werden können, steigt von Jahr zu Jahr. Vor diesem Hintergrund kommt der DNA-Analyse eine erhebliche kriminalistische Bedeutung zu.
1998 betrug die Aufklärungquote aller Straftaten 52,3%, 2005 55%, also gerade mal eine Steigerung von 2,7% oder in Zahlen 142043 mehr aufgeklärte Fälle in 8 Jahren.
Bei Mord und Totschlag betrug die Aufklärungsquote 2000 (1998 nicht angegeben) 95,3%, 2001 94,1%, 2002 95,9%, 2003 95,6%, 2004 96,1% und 2005 auch 96,1%. D. h. die Quote hat sich von 2000 - 2005 gerade mal um 0,8% erhöht und ist in den letzten Jahren nahezu gleich geblieben.
Bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung betrug die Aufklärungsquote 2000 (1998 nicht angegeben) 79,9%, 2001 80,8%, 2002 81,8%, 2003 81,7%, 2004 83,0% und 2005 83,7%. Also immerhin eine Steigerung von 3,8%, aber über die letzten 6 Jahre. Eine signifikante Steigerung in den letzten Jahren ist auch nicht auszumachen.
Wenn man dazu noch Raub und gefährliche / schwere Körperverletzung nimmt, wo vielleicht auch noch DNA-Spuren an den Opfern genommen werden könnten: Für Raub betrug die Aufklärungsquote 2000 50,5% und 2005 50,9%, für Körperverletzung 2000 83,9% und 2005 83,5%.
Wo bitte ergibt sich aus diesen Zahlen eine Rekordaufklärung durch die DNA-Analyse?
Damit soll nicht gesagt werden, die DNA-Analyse hätte nicht auch ihre Berechtigung und ihren Anteil, aber angesichts dieses Zahlenbbildes denke ich bei der Spiegelschlagzeile und den Äußerungen Becksteins und Schäubles mehr an "Trommeln für die DNA-Analyse".
von rabenhorst - Owl,
gepostet am Dienstag, 16. Mai 2006 um 10:04

