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Beijing 2008 - das Fest der Videoüberwachung

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"One world, one dream" – so lautet das Motto der Olympischen Spiele in Beijing 2008. Für die Hersteller von Überwachungstechniken und Sicherheitspolitiker werden es nach Athen 2004 die Spiele sein, bei denen sich so manche Überwachungsträume verwirklichen oder sich zumindest etliche Techniken einem Realitätstest unterziehen werden.

Ein Schwerpunkt wird wie in Athen wieder die Videoüberwachung sein. Wie ExpressIndia in Video surveillance to cover entire Beijing berichtet, wird laut eines Artikels der Zeitung Bejing Youth Today für die chinesische Hauptstadt ein Videoüberwachungsnetzwerk eingerichtet, das Athen in den Schatten stellen und das gesamte Stadtgebiet abdecken wird – wie die Zeitung berichtet mit ungehindertem Zugriff auf die Daten für einige Ministerien der chinesichen Regierung.

Aktuell sollen in Beijing ca. 263000 Videoüberwachungskameras installiert sein. Ihre Zahl wird drastisch erhöht – an öffentlichen Plätzen, an den Eingangs- und Ausgangssstraßen zur Innenstadt, in U-Bahn Stationen, in Hotels und allen Austragungsorten – und mit Gesichtserkennungsfunktionen aufgerüstet. Aber nicht nur in Beijing wird die Videoüberwachung massiv aufgebaut. Wie es in dem Artikel heißt, hatte der Bürgermeister der an Hong Kong angrenzenden Stadt Shenzhen letzten Monat angekündigt, dass man 200000 Videoüberwachungskameras installieren werde. Die gleiche Stadt und Region übrigens, wo die beiden "Netzpolizisten" Chacha und Jingjing ihr Unwesen treiben.

Aussagen zur Arbeitsweise der Videoüberwachungssysteme machte im April Ma Xin, der als Sicherheitsexperte im Sicherheitsteam des Olympischen Organisationskomitees angestellt ist:

Das Beijinger Sicherheitsteam werde zwei Hochtechnologien für seine Arbeit adaptieren - die Technik der menschlichen Gesichtserkennung und eine "wireless label marking" Technik (womit wohl RFID gemeint ist). Die Gesichtserkennung arbeite mit der Identifizierung von Personen über den Scan ihrer Schädelknochen und werde nicht bei der Identifizierung einer einzelnen Person versagen, selbst wenn ganze Menschenmengen zur selben Zeit in ein Stadium hineinströmen. Das System könne innerhalb von Sekunden einen Verdächtigen erkennen, selbst wenn nur 1/5 des Gesichts erfasst würde und auch nicht durch Maskierung oder chirurgische Gesichtsveränderungen getäuscht werden. Die Technik habe als Optimum eine Erkennungsrate von 0.01 Sekunden, was aber von der richtigen Konfiguration der Server in den Kontrollzentren abhängt.

Wie praktisch, dass Ma Xin gleichzeitig der "Chief Technology Officer" des in Beijing angesiedelten Unternehmens Sinocome ist, das laut einigen Berichten (z. B. Police cameras recognize crooked faces), die man im Web findet, 2004 mit einem der fortschrittlichsten Gesichtserkennungssystemen seinen Durchbruch hatte und das System zum ersten Mal 2005 auf der "International Forensic Science Equipment Exhibition" vorstellte.

Aber nicht nur Sinocome wird sich ein Stück des großen Überwachungskuchens genehmigen können. Einige Beispiele:

VERINT

Pressemitteilung Verint Networked Video Solution to Enhance Security in City of Beijing in Advance of 2008 Olympics:
Receives Several Million Dollar Order to Help Protect Critical Infrastructure Including Government and Enterprise Facilities, Utilities and Other High Risk Areas.

The Verint Networked Video solution will enable security teams to view video collected from sensitive areas around the city of Beijing at central monitoring centers to enhance the effective deployment of personnel. With integration to a broad variety of other security and communications systems, the Verint solution is designed to enable security personnel to proactively detect threats before they escalate and to enhance the management of emergency situations.
NICE

Pressemitteilung Beijing Metro Selects NICE’s Next Generation Security Solutions to Enhance Safety and Security at More than 20 Stations
NICE Systems, the global provider of advanced solutions that enable organizations to extract Insight from Interactions to drive performance, today announced that it has been selected by Beijing Metro to supply its next generation security solutions to help enhance the safety and security at more than 20 stations of the city's subway system. Following mounting security concerns worldwide and in preparation for the 2008 Olympics, this project is part of Beijing's massive campaign to upgrade its subway system's security network.

All stations connected to the security system will be monitored from the station monitoring room and from the central command and control center, giving security personnel the power to identify risk, make optimal decisions, and take action that improves security.

NICE's advanced real-time distributed digital video solution will spot suspicious packages left behind on a crowded subway platform and automatically alert security personnel. The solution will also be utilized to automatically detect unauthorized entry into secured areas. The result is a better control of potential threats and enhanced commuter safety.
Ein weiteres Unternehmen, das sich stark um den chinesischen Markt bemüht, ist die dänische Firma GUARDIA, die – der Firmenname ist Programm – "Wächtersäulen" herstellt, die mit 3D- und Infrarot-Gesichtserkennung arbeiten und u. a. an den Eingängen von Stadien (Flashdemo) oder in Regierungsgebäuden (Flashdemo) aufgestellt werden können - wo demnächst noch?
Guardia Wächtersäulen
Guardia Gesichtserkennung

Die Guardia "Wächtersäulen" und die Synthese eines Gesichtsbildes.
Guardia beschreibt in Kürze das System so:
The Guardia Control System is like a person with an extremely good memory for faces. It scans the face for its visual appearance in 3 dimensions with a precision of just 1 mm. Furthermore it scans the temperature of the skin with a precision of 0.2 degrees Celcius and makes a 3D model of the face. This means that the looks and temperature of the face is copied to a database, so it can be remembered and used for later comparison.

The Guardia Control System does not involve any assisting persons in the scanning process. The photos are taken automatically, and do not require any interaction of the parties.
Unlike fingerprint or hand-print scanners, the camera doesn't come into physical contact with the user and doesn't become contaminated by body oils or other particles.
Was in Athen 2004 begann und sich während der WM 2006 in Deutschland fortsetzt, wird 2008 in Beijing eine neue Stufe der Überwachung einleiten.

Siehe auch:
Hi-Tech Security for 2008 - Planning is well underway for Beijing's Olympics security system.
von rabenhorst - Owl, gepostet am Sonntag, 21. Mai 2006 um 13:06
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