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Die Transformation des britischen ID-Systems

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Mit ihren Artikeln ID plans: powers set to widen und Brown to let shops share ID card data weisen der Independent und der Observer auf neue Pläne des britischen Finanzministers Brown für das Identitätsmanagementsystem und die britischen RFID ID-Karten hin, deren Einsatz entgegen jeder Kritik – auch aus eigenen Reihen – weiter vorangetrieben wird.

Brown geht davon aus, dass biometrische Identifizierungs- und Authentifizierungstechniken sich in den nächsten 10 - 15 Jahren im gesamten öffentlichen und privatwirtschaftlichen Bereich durchsetzen werden, was nicht verwunderlich ist. Da Fingerabdrücke und Irisscans – um mal die beiden Merkmale zu nennen, die auch in einer abgespeckteren Version der ID-Karten enthalten sein sollen – im kommenden Jahrzehnt gerade im privaten Sektor bei der Bezahlung von Waren, bei Zutrittskontrollen und bei der Abhebung von Geldbeträgen an Bankautomaten eine Rolle spielen werden, soll nach Brown auch der gesamte private Sektor zur Kriminalitätsbekämpfung sprich Kontrolle und gleichzeitig zur Finanzierung des Multimilliardenprojekts herangezogen werden. Dazu hat Brown eine Arbeitsgruppe zum Identitätsmanagementsystem eingerichtet, die Vorschläge zum neuen-bestehenden ID-Masterplan erarbeiten soll und vom ehemaligen Direktor der britischen Großbank HBOS Sir James Crosby angeführt wird. Eine zweite Arbeitsgruppe unter Leitung von Sir David Varney kümmert sich um die Nutzung des ID-Systems als Dienstleistung für den privaten Sektor.

Wenn eine Person in Zukunft mit der ID-Karte in einem Geschäft bezahlt oder eine Abhebung vornimmt und dabei die Iris gescannt wird, erfolgt ein Zugriff auf das National Identity Register (NIR) und darüber indirekt ein Abgleich der Daten mit den angeschlossenen Datenbanken der Sicherheitsbehörden. In gewissem Umfang, der genauso wie das ganze Projekt bewußt im Unklaren gehalten wird, erhalten die Unternehmen auch Daten aus dem NIR. Dafür zahlt das Geschäft oder die Bank und trägt damit zur Finanzierung des britischen ID-Systems bei.

Ähnliche Pläne für deutsche ID-Dokumente waren vom Bundesinnenministerium erst angedacht und später dementiert worden.

Stellt der Kunde gleichzeitig ein Individuum dar, dessen man habhaft werden oder das man überwachen möchte, erfolgt z. B. eine Alarmmeldung in der nächsten Polizeidienstsstelle oder es könnte ein Profil zu Kartennutzungen und Irisscans aufgezeichnet werden. Der Öffentlichkeit wird man erklären, zur Standardisierung der Nutzung biometrischer Daten im privaten Sektor und zum Schutz vor unberechtigten Datenleaks sei die Standardisierung und das Redesign des ID-Schemas durch den Staat nötig.

Im Kern geht es der britischen Regierung aber darum, ein Projekt, das vordergründig der Immigrationskontrolle und der Verhinderung des Einsickern von Terroristen an britischen Grenzen (was hierzulande mit den Schlagworten der "automatischen Grenzkontrolle" beworben wird) dienen sollte, in eine generelle Überwachungsinfrastruktur für das Inland zu transformieren, die seit ersten Meldungen zum nationalen Plan für das britische Identitätsmanagementsystem bekannt war, denn der sieht bereits neben dem NIR den Identitiy Verification Service (IVS) vor, über den der private Sektor an das Identitätsmanagementsystem angeschlossen wird.
von rabenhorst - Owl, gepostet am Sonntag, 6. August 2006 um 8:21
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