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Die Ausweitung der Videoüberwachung

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... scheint nach den fehlgeschlagenen Bombenattentaten beschlossene Sache zu sein. Anscheinend sind sich die große Koalition und die BürgerInnen Deutschlands einig, dass mehr Videoüberwachung her müsse. Darauf deuten zumindest diverse Umfragen hin, die die in meinen Augen ziemlich eindimensionale Frage danach stellen, ob man mehr Videoüberwachung brauche, ohne auf Hintergründe, Studien oder den tatsächlichen Bezug zu "Sicherheit" einzugehen. Wie man den jüngsten Fall als Anlaß zur Forderung nach einer Ausweitung der Videoüberwachung nehmen kann, erschließt sich mir ganz und gar nicht. Die Täter, welche da irgendwelche nicht funktionierenden Bomben abgestellt haben, wurden von Videoüberwachungskameras erfasst. Soweit, so gut. Hiesse das nicht, das Ausmaß der Überwachung sei ausreichend? Eigentlich sollte man doch meinen, eine Ausweitung der Videoüberwachung könne nur dann gefordert werden, wenn man nun eine nicht funktionsfähige Bombe findet, und keine Videobilder dazu hat, da die entsprechenden Verdächtigen zeigen. In diesem konkreten Fall müsste man doch, wenn überhaupt, der Ansicht sein, dass die Videoüberwachung funktioniert habe. Die Argumentation scheint also alles andere als logisch, und darüber hinaus ist sie absolut: Wenn jemand einen Terroranschlag versucht und nicht dabei gefilmt wird, könnte dies wohl in der Tat ein Grund sein, mehr Überwachung zu fordern. Wenn jemand einen Terroranschlag versucht und tatsächlich dabei gefilmt wird, ist dies offenkundig auch ein Anlaß, mehr Überwachung zu fordern. Es zeigt sich also die wohlbekannte Konsequenz, dass gewisse Leute in der Politik immer mehr Überwachung fordern, egal was passiert. Das System der Überwachung lässt gar keine andere Reaktion mehr zu, und perfektioniert sich selbst zur vermeintlichen Alternativlosigkeit.
Festzuhalten bleibt dennoch, dass sich auf rein logischer Basis aus der Tatsache, dass die Täter durch Videoüberwachung erfasst wurden, keinerlei Notwendigkeit nach einer Ausweitung der Videoüberwachung ableiten lässt.
Darüber hinaus, und das scheint mir der viel wichtigere Punkt zu sein, war es den Tätern offensichtlich sowieso völlig schnuppe. Sie wussten sehr wohl, dass jeder größere Bahnhof in Deutschland videoüberwacht wird, und es war ihnen schlichtweg egal. Selbst wenn es potentielle TäterInnen geben sollte, denen das nicht egal ist, wird sich wohl immer irgendein kleiner Bahnhof in einem Kuhdorf finden lassen, wo man dann eben dort den Bombenkoffer in den Regionalzug stellt. Und sollte eines Tages sogar jeder kleinst-Bahnhof videoüberwacht sein, so finden sich bestimmt andere Orte, an denen viele Menschen auf engem Raum sind, welche nicht videoüberwacht werden. Es sei denn, man überwacht eben wirklich ganz Deutschland flächendeckend. Was anscheinend der Wunsch vieler Deutschen zu sein scheint.
Dabei lässt sich - im Bezug auf Terrorismus - meiner Ansicht nach nicht der geringste Zusammenhang zwischen Videoüberwachung und Sicherheit herstellen. Wer nichts mehr zu verlieren hat, der Ansicht ist einen heiligen Krieg zu führen, als Märtyrer ins Paradies zu kommen oder what-ever, schert sich einfach nicht daran, ob er rückwirkend etwa durch Videoüberwachung identifiziert werden kann. Die Tat selbst kann und wird Videoüberwachung sowie nicht verhindern. Und ein "Zug-Marschall" kann einen explodierenden Koffer ebensowenig erschiessen. Aber ich schweife ab.
von PlasticThinking: Moe's Blog., gepostet am Samstag, 26. August 2006 um 16:32
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