calendar
« Aug123456789101112131415161718192021222324252627282930 Okt »

Schulministerien wollen alle Schüler mit Identifikationsnummern erfassen - für die Statistik

Dieser Text ist im Cache von metaowl.de - das Original ist hier zu finden.

Owl content In den siebziger und achtziger Jahren wurde nicht nur gegen die Vokszählung, sondern auch gegen eine Persönliche Identifikationsnummer (Personenkennzeichen, PKZ) Sturm gelaufen, mit der jeder Bürger sozusagen "gebrandmarkt" werden sollte - eine Nummer, die einer Person zweifelsfrei zuordnbar war.

Nun wird von Schulministerien gefordert, daß jeder Schüler eine Identifikationsnummer erhält, in deren dazugehöriger Datei dann neben der Schullaufbahn auch Dinge wie Immigrantenhintergründe usw. gespeichert sein sollen. Und all dies nur, um "bessere Schulstatistiken zu erhalten" - wie man sich denken kann, werden solche Datensätze niemals irgendwann mißbraucht, oder, bewahre, an neugierige Arbeitgeber oder die Polizei oder andere Kontrollinteressengruppen weitergereicht bzw. gestohlen werden.

Der Vorsitzende der Kommission der Landesbeauftragten für Datenschutz brachte es auf den Punkt:
"Von Bose betonte, die Länder könnten nicht nur deswegen Daten erheben, weil diese in einer vagen Weise nützlich sein könnten. "Ich habe das Gefühl, man schießt über das Ziel hinaus", so von Bose. "Wir wissen doch, dass im Bildungswesen einiges im Argen liegt. Brauchen wir da wirklich Nummern?" Größere Stichproben würden ebenfalls sinnvolle Statistiken ergeben. (...) Der sächsische Kultusminister Steffen Flath kritisiert besonder die Schüler-ID: "Das erinnert mich in fataler Weise an die DDR, wo der Staat mit der Personenkennzahl Unmengen von Daten sammelte."" - weiterlesen
Recht hat Flath - Alt-StaSis müssen sich in unserer Republik bald wie im 7. Himmel fühlen.

Ohnehin - bevor wieder einmal Geld für Aktionismus und urdeutschen Statistikerwahn verschleudert wird, sollte man es wohl besser direkt in die Verbesserung unserer Schulen investieren - die haben es nämlich bitter nötig. Sonst wäre das so, als würde man sich bei einem Hausbrand einen Physiker einkaufen, der die Rauchzusammensetzung mißt, und dafür auf die Feuerwehr verzichten.

Danke an The Duck für den Hinweis!

Technortai Tags:

von Uhus *finest-assorted* Weblog Droppings, gepostet am Freitag, 29. September 2006 um 7:04
Aufgrund der Textinhalte könnten folgende Beiträge thematisch zu diesem Beitrag passen:

Schulministerien wollen alle Schüler mit Identifikationsnummern erfassen - für die Statistik

Dieser Text ist im Cache von metaowl.de - das Original ist hier zu finden.

Owl content In den siebziger und achtziger Jahren wurde nicht nur gegen die Vokszählung, sondern auch gegen eine Persönliche Identifikationsnummer (Personenkennzeichen, PKZ) Sturm gelaufen, mit der jeder Bürger sozusagen "gebrandmarkt" werden sollte - eine Nummer, die einer Person zweifelsfrei zuordnbar war.

Nun wird von Schulministerien gefordert, daß jeder Schüler eine Identifikationsnummer erhält, in deren dazugehöriger Datei dann neben der Schullaufbahn auch Dinge wie Immigrantenhintergründe usw. gespeichert sein sollen. Und all dies nur, um "bessere Schulstatistiken zu erhalten" - wie man sich denken kann, werden solche Datensätze niemals irgendwann mißbraucht, oder, bewahre, an neugierige Arbeitgeber oder die Polizei oder andere Kontrollinteressengruppen weitergereicht bzw. gestohlen werden.

Der Vorsitzende der Kommission der Landesbeauftragten für Datenschutz brachte es auf den Punkt:
"Von Bose betonte, die Länder könnten nicht nur deswegen Daten erheben, weil diese in einer vagen Weise nützlich sein könnten. "Ich habe das Gefühl, man schießt über das Ziel hinaus", so von Bose. "Wir wissen doch, dass im Bildungswesen einiges im Argen liegt. Brauchen wir da wirklich Nummern?" Größere Stichproben würden ebenfalls sinnvolle Statistiken ergeben. (...) Der sächsische Kultusminister Steffen Flath kritisiert besonder die Schüler-ID: "Das erinnert mich in fataler Weise an die DDR, wo der Staat mit der Personenkennzahl Unmengen von Daten sammelte."" - weiterlesen
Recht hat Flath - Alt-StaSis müssen sich in unserer Republik bald wie im 7. Himmel fühlen.

Ohnehin - bevor wieder einmal Geld für Aktionismus und urdeutschen Statistikerwahn verschleudert wird, sollte man es wohl besser direkt in die Verbesserung unserer Schulen investieren - die haben es nämlich bitter nötig. Sonst wäre das so, als würde man sich bei einem Hausbrand einen Physiker einkaufen, der die Rauchzusammensetzung mißt, und dafür auf die Feuerwehr verzichten.

Danke an The Duck für den Hinweis!

Technortai Tags:

von Uhus *finest-assorted* Weblog Droppings, gepostet am um 7:00
Aufgrund der Textinhalte könnten folgende Beiträge thematisch zu diesem Beitrag passen:
Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: