Biometrische Gesichterkennung auf dem Mainzer Bahnhof: Der Tanz dreht sich …
.... und scheint nicht aufzuhalten.
Das BKA testet auf dem Mainzer Bahnhof, mittels Videokameras automatisch
Gesichter erkennen zu lassen und dadurch Verdächtige und Gesuchte
herauszupicken. Kein großer Schritt mehr bis hin zur Datenbank, die
jeden erkennt; von der Datenmege her kein Problem, und Interessenten
gibt es dafür genug - nicht nur beim Staat, als vielmehr in der
Wirtschaft.
"Eine der Testpersonen ist M. W.. Der
Dreiundfünfzigjährige pendelt täglich von Bingen zur Arbeit nach Mainz
und passiert den Kontrollbereich damit an jedem Werktag. „Ich habe
nichts zu verbergen“, sagt er." - das zweifellos dümmste
Argument, das man ins Feld führen kann. Also der Herr, Ihre
Bankverbindung bitte, ja, mit Kontostand, die Dauer und Anzahl Ihrer
Beischlafe, mit Bild wenn's geht, Ihr Bewegungsprofil (schließlich wird
die Technik, bewährt sie sich, nicht auf Bahnhöfe beschränkt bleiben),
wann sie wo was tun, vergessen Sie nicht: Nur nicht auffallen ...
Wie, das meinten Sie gar nicht? Nun ja - wer bestimmt, wo die Grenze
zwischen "nichts zu verbergen" und "das geht sie aber nichts an" liegt?
Bei entsprechender technischer Entwicklung hat die menschliche
Informationsquelle da jedenfalls nichts mehr zu bestimmen.

