Chicago 2016 - City of Steel
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Die Stadt von Al Capone ist einer der amerikanischen Städte, die als Vorreiter der Videoüberwachung gelten und stets dabei sind, wenn es um die Ausweitung und Modernisierung der Videoüberwachung geht. Stets heißt es, bei der städtischen Videoüberwachung gehe es nicht um flächendeckende Videoüberwachung – in Chicago nicht.
In Chicago wurden Anfang 2005 die ersten Videoüberwachungskameras mit Mikrofonen installiert, die vorerst nur der Erkennung ungewöhnlicher Geräusche wie Schusswechsel dienen sollen. Kurze Zeit später wurde der gesamte Küstenstreifen neben Chicago mit Videoüberwachungskameras "vermint". Im Februar 2006 forderte Bürgermeister Daley alle Nachtlokale auf, Videoüberwachungskameras an ihren Gebaäuden zu installieren, um die ein- und ausgehenden Gäste aufzuzeichnen. Im Mai 2006 folgte eine neue Welle von Kamerainstallationen. Anfang Oktober 2006 verkündete Bürgermeister Daley, dass der städtische Haushalt 2007 zusätzlich 1 Million US$ bereithält, um weitere 100 Videoüberwachungskameras anzuschaffen – natürlich der nächsten Generation.
Sieht so ein Videoüberwachungsfetischist aus? Eindeutig: Ja.
Für das Jahr 2016 hat sich Bürgermeister Daley laut eines Artikels der Chicago Sun-Time Besonderes vorgenommen, denn 2016 will Chicago die Olympischen Sommerspiele ausrichten. Wie man weiß, ist mittlerweile jede Olympiade mit einem Boost von Überwachungssystemen aller Art verbunden:
In Chicago wurden Anfang 2005 die ersten Videoüberwachungskameras mit Mikrofonen installiert, die vorerst nur der Erkennung ungewöhnlicher Geräusche wie Schusswechsel dienen sollen. Kurze Zeit später wurde der gesamte Küstenstreifen neben Chicago mit Videoüberwachungskameras "vermint". Im Februar 2006 forderte Bürgermeister Daley alle Nachtlokale auf, Videoüberwachungskameras an ihren Gebaäuden zu installieren, um die ein- und ausgehenden Gäste aufzuzeichnen. Im Mai 2006 folgte eine neue Welle von Kamerainstallationen. Anfang Oktober 2006 verkündete Bürgermeister Daley, dass der städtische Haushalt 2007 zusätzlich 1 Million US$ bereithält, um weitere 100 Videoüberwachungskameras anzuschaffen – natürlich der nächsten Generation.
Chicago has been a leader in the use of cameras as a crime prevention tool. We've installed them in neighborhoods around the city to prevent crime – especially drug crimes – from taking hold on street corners. So far this year, these cameras have directly assisted in hundreds of arrests and have resulted in a substantial reduction in crime in areas where theyve been up for more than six months. People want these cameras in their neighborhoods, because they increase security and disrupt the activities of the drug dealers. We cant afford to have a police officer on every corner, but cameras are the next best thing."
Bürgermeister Daley auf einer Pressekonferenz
Die neuen Kameras seien mit drahtloser Funkverbindung ausgestattet, leichter, preisweter und dabei fortschrittlicher als das vorherige Modell und können Videos digital aufzeichnen und zwischenspeichern, so der Polizeichef von Chicago, Philip J. Cline.
Bürgermeister Daley auf einer Pressekonferenz

Sieht so ein Videoüberwachungsfetischist aus? Eindeutig: Ja.
"Bis 2016 werden wir mehr Kameras haben als Washington D.C...Unsere [Überwachungs-]Technik ist fortschrittlicher als in jeder anderen Stadt auf der Welt – sogar im Vergleich zu London. Bis 2016, da gehe ich mit Ihnen eine Wette ein, werden wir Videoüberwachungskameras in fast allen Häuserblocks haben."
In Chicago versucht die Open Loop Kollektive, die Videoüberwachungskameras in Chicago Downtown zu dokumentieren und Abwehrtipps gegen die Überwachung zu geben – sie werden auch in Zukunft mehr als genug zu tun bekommen.
von rabenhorst - Owl,
gepostet am Donnerstag, 12. Oktober 2006 um 17:58

