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Gottes Vertrauen in den Staat

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Jens G. ist Staatsanwalt in im beschaulichen Konstanz und hat es bei BooCompany zum Baron der Woche geschafft. Wie er dies vollbracht hat? Nun, in einem Streitgespräch über Anonymisierungsdienste im Internet sind in der PC-Zeitschrift c’t des Heise Zeitschriftenverlages einige Stilblüten von ihm zu lesen. Beispiele gefällig?

Für einen Bürger, der keine Straftat begehen will, dürfte eine sichere und anonyme Nutzung des Internet auch dann gewährleistet sein, wenn der Staat die Daten nutzen kann.

Ja ne is klar. Der gesamte Staatsapperat mit seinen Bediensteten inkl. Menschen wie Jens G. darf auf meine Privatsphäre zugreifen, und dann soll ich noch ruhig schlafen können? Was geht in so einem Menschen vor - die Frage muss gestellt werden. Anonymität und Zugriff von unzähligen Menschen auf mich und meine Privatsphäre, das passt nicht wirklich zusammen, oder pflege ich hier nur meine Paranoia?

Auch sein Vergleich mit KFZ-Kennzeichen ist haarstäubend. Noch besser wird es jedoch, als Jens G. von einem staatlichen Anonymisierungstool schwärmt:

Bei einem solchen System […] dürfte die Sicherheit des Bürgers, dass Daten wirklich nur bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen ausgewertet werden, höher sein, als wenn es ein unbekannter Serverbetreiber […] verspricht.

Aber selbstverständlich. Kann sich nur als kleines Beispiel noch jemand an die Geschichte um die Sexmails der Bundesagentur für Arbeit erinnern. Auch in diesem kleinen Fall hat jemand im staatlichen Dienst die Mails weitergeleitet - größere staatliche Gau’s mal völlig ausser Acht gelassen.

Es wird immer wilder - der Schlagzeile wegen (?), oder sind es politische Ambitionen, die Menschen wie Jens G. solche Sätze sagen lassen. Der deutsche Michel sitzt nickend daneben, es ist ja zu unser aller Sicherheit. Was das allerdings zur Sicherheit beitragen soll, wenn ich meine Privatsphäre vor Menschen ausbreiten soll, denen nicht im Ansatz zu vertrauen ist, das muss mir erstmal jemand erklären. Die Verbrecher, die eigentlich überwacht werden sollen - oder ist es vielleicht doch nur vorgeschoben - werden staatliche Anonymisierungsdienste bestimmt nicht nutzen.
Zitate: c’t, Heise Zeitschriftenverlag über BooCompany.de (via Falk per Mail)

von .get privacy, gepostet am Montag, 13. November 2006 um 13:25
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