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Profilabgleich in den Social Networks

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Ich habe doch nichts zu verbergen. Wenn wir für jedes Mal, den Oli und ich diesen Spruch in den letzten Wochen gelesen, 10 Cent bekommen hätten, ach, der Spruch ist auch ausgelutscht - trifft aber auch zu 100% zu. ;-) Nun wurde mehrfach in der StudiVZ-Debatte darauf hingewiesen, wie sich Profis der Daten, die dort hinterlegt werden, bemächtigen - es wurde mehrfach gesagt, wie einfach es den Profis der Rasterfahndung macht. Aber, den meisten Nutzern scheint es egal zu sein, für ein wenig Fun, ein paar Nasen, die man so lange nicht mehr gesehen hat und die man eh nicht mehr sehen will, nimm man sowas halt in Kauf. Oder ist die ganze Social Network-Sache ganz einfach ein verdecktes neu.de - wie auch schon vermutet wird? Egal, darum soll es nicht gehen.

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit gab es gestern bei Heise einen Bericht über MySpace:

Jetzt gab Myspace bekannt, zusammen mit einem auf Identitäts- und Hintergrund-Checks spezialisierten Unternehmen eine Datenbank zu entwickeln, die die nicht immer korrekt ausgefüllten Profile der Myspace-Nutzer mit den Daten registrierter verurteilter Sexualstraftäter abgleichen soll.

Ja liebe Social Network-Nutzer. Man kann von Euch Profile erstellen - es finden Abgleiche statt - hier mit dem typischen Totschlagargument Sexualstraftäter. Wo der Sexualstraftäter, da ist der Staat nicht weit, da ist die Industrie noch viel näher, logisch,oder? Was passiert z. B. wenn Ihr im Raster hängenbleibt? Was passiert, wenn Euer Chef über Euch ausgefragt wird? Was passiert, wenn die Nachbarn Besuch bekommen - wegen eines Datensatzes, einem Raster welches zufällig in einem verstaubtem Büro erstellt wurde? Und glaubt Ihr wirklich, dass kann Euch doch nicht passieren? In Hamburg ist das bereits mehrfach passiert - im Zuge der 9/11-Hysterie, der mittlerweile vom Bundesverfassungsgericht kassierten speziellen Hamburgischen Rasterfahdung, gab es mehrere Fälle, in denen unbescholtene Bürger ins Fadenkreuz der Ermittlungen gerieten, was haben die Chefs gemacht? Sich selbstverständlich der Leute entledigt. *Das* sind Sachen, Geschehnisse des alltäglichen Lebens. Ich möchte auch nicht wissen, wo hoch die Dunkelziffer bei abgelehnten Bewerbungen ist. ;-)

Ihr glaubt, Euch kann das nicht passieren? Seid Ihr in einem Social Network Mitglied? Z. B.wie in diesem Fall bei MySpace? Habt Ihr zufällig angegeben, dass Ihr Marylon Manson-Fan seid - der in den Staaten (von konservativen Kreisen) u. a. für Columbine verantwortlich gemacht wird? Habt Ihr vielleicht Falk (FALK stands for FUCK ART, LET’S KILL!) auf Eurer Freundesliste (sorry Falk, nur ein kleines Beispiel)? Hey, Ihr habt gewonnen und werdet bei der diesjährigen Verleihung der Rasterfahnundung-Fetischisten mit Sicherheit zur Preisverleihung auf die Bühne gebeten.

Netzwerke sind natürlich nicht grundsätzlich zu missbilligen, natürlich können sie beruflich auch Vorteile bringen (Vitamin B), kein Frage - doch einfach mal Brain.exe aktivieren - und vor allen Dingen Kritiker, Menschen, die immer wieder darauf hinweisen nicht als paranoide Spinner abtun, das sind sie nämlich nicht - sie wissen nur, was möglich ist, was schon getan wird, und was in Zukunft geplant ist. Orwell war ein Dreck dagegen, nur mit dem Unterschied, dass Social Network-Nutzer bereitwillig der eigenen totalen Überwachung zustimmen. Es gibt Menschen, die das Thema Überwachnung, Privacy, wie wir, genauso interessiert, die diverse Dinge genauso kritisch hinterfragen, wie wir das tun. Diese Menschen halten aber auch die Social Network-Sache für sehr spannend und interessant. Das mag richtig sein, doch läuft diese Sache im Moment aus dem Ruder, in ein völlig falsche Richtung.

Ich weise nochmal auf zwei Texte hin:

Ich habe nichts zu verbergen

Datenschutz und so…

von .get privacy, gepostet am Donnerstag, 7. Dezember 2006 um 13:35
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