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Herr Fuhrs digitaler Fingerabdruck

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Im Welt Artikel Meine Fingerabdrücke gehören mir (übrigens eine Abwandlung des Slogans "Meine Daten gehören mir" der geschmähten Volkszählungsboykotteure) regt sich der Journalist Eckhard Fuhr über die digitalen Fingerabdrücke auf, die nach dem Schnelldurchgang für's Passgesetz demnächst für den deutschen Reisepass und zukünftig den deutschen Personalausweis erhoben, im RFID Chip abgespeichert und in etwas weiterer Zunkunft global verfügbar in irgendwelchen staatlichen Biometriedatenbanken vorgehalten werden, da damit der digitale Abdruck seines rechten Ringfingers, "gefurcht wie ein Kinderpopo" dem "digitalen Datenschleim" zugeführt wird, der sich in seiner Masse an persönlichsten und intimsten Daten nicht mehr so vornehm zurückhält wie sein heißgeliebter Jagdschein. Fuhr fragt sich am Ende seines Rants:
Jetzt also Fingerabdrücke. Warum gibt das keinen Aufschrei? Im Namen welcher "Sicherheit" wird die Freiheit des Menschen verkauft, sich in Fragen der "Identität" als Versuch mit offenem Ausgang zu verstehen oder als Träger ehrwürdiger Traditionen? Kann von Freiheit überhaupt die Rede sein, wenn die Möglichkeit, unter "falscher" Identität zu leben, mit allen Mitteln der Technik erstickt wird? Das sind keine neuen Fragen, weiß Gott. Aber sind sie falsch, weil vor über 20 Jahren der Widerstand gegen die Volkszählung hysterische Züge hatte?
Es gibt auch deshalb keinen großen Aufschrei, weil sich Zeitungen wie DIE WELT zu den ganzen Sicherheitssimulationen, dem Sicherheitsaktionismus und der Terrorhysterie der Bundesregierungen eher mehr als weniger vornehm zurückgehalten haben und Zeitungen wie die WELT in das gleiche Horn blasen wie die verehrten Bundesinnenminister, wenn Autoren wie Fuhr die Aktivisten des damaligen Volkszählungsboykotts als Hysteriker diffamieren, was ich übrigens als persönliche Beleidigung werte.

Aber Herr Fuhr hat Recht – die auf Totalität abzielenden Systeme zur allgegenwärtigen Identifizierung werden die Möglichkeit, mittels falscher Identität für die Freiheit zu kämpfen, wenn es nötig sein sollte, Artikel 20 (4) GG in Anspruch zu nehmen, drastisch reduzieren, wenn nicht verunmöglichen. Das haben bis jetzt die Wenigsten begriffen. Und schon jetzt, in absehbarer Zukunft, wird die alltägliche, normale und gelebte Anonymität öffentlichen Lebens, die Teil der Freiheit der persönlichen Lebensgestaltung und Persönlichkeitsentfaltung ist, mittels dieser Systeme ihr Ende finden. Für weitere Erkenntnisse stehen Journalisten wie Herr Fuhr noch am Anfang, aber der erste Schritt ist zumindest getan. Das Weblog hier steht ihnen zur Verfügung.
von rabenhorst - Owl, gepostet am Sonntag, 24. Dezember 2006 um 23:10
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