Stanislav Lem könnte Recht behalten - aber invers
In seinem Roman "Der Unbesiegbare" erzählt Stanislav Lem (Nachruf)
von einem Raumschiff, das auf einem fernen Planeten landet. Der Planet
ist verödet und tot - mit Ausnahme winziger Fliegen, die sich als
Mikroroboter herausstellen. Entwickelt von einer ehemaligen
Zivilisation, führten die Mikroroboter einst Krieg gegen ebenfalls zu
diesem Zweck erbaute Großroboter - und besiegten sie durch ihre
einfache, aber effektive Schwarmintelligenz. Ihre Erschaffer sind da
längst von ihnen zermalmt worden.
Liest man über die derzeitigen Bestrebungen,
insektengroße Roboter zu bauen, erscheint das Buch von Lem
gleichsam wie ein böses Omen. Nur sozusagen "invers": es wären die
Rollen von Menschen und Außerirdischen vertauscht.
Wir
bekommen schon eigenwillige Ameisenstaaten kaum in den Griff - wie erst
von uns selbst programmierte, irgendwann einmal sicherlich autonom
handelnde Miniroboter?

