Big Brother in Leeds forciert Videoüberwachung
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Die Stadt Leeds im Norden Englands liefert mal wieder ein Beispiel, wie rasant der Ausbau und die Aufrüstung flächendeckender Videoüberwachung in Großbritannien voranschreitet.
Dort wird laut des eGov monitor Artikels Groundbreaking CCTV system expands across East Leeds to improve resident security von der IT und Technik Abteilung Innovation Leeds des Stadtrates von Leeds ein neues Videoüberwachungsnetzwerk eingerichtet, dessen Videoüberwachungskameras in der ersten Phase im Osten von Leeds in 53 Häuserblöcken mit Hochhäusern installiert werden.
Bei den Häuserblöcken handelt es sich um eine jener Trabantensiedlungen, wie sie in allen Großstädten zu finden sind: Bekannt sind hierzulande zum Beispiel der Stadtbezirk Hasenbergl im Norden Münchens über die Dokumentation Die Kinder vom Hasenbergl und den Film Ghettokids, die Stadtviertel Billstedt und Steilshoop in Hamburg oder die Pariser Vororte durch die Unruhen im Jahr 2005, die als "soziale Brennpunkte" oder "Problemzonen" bezeichnet werden.
Sie liefern ideale Bedingungen, um von dort Videoüberwachungsprojekte zu starten. Eine Konzentration von Arbeitslosen, Hilfeempfängern, Flüchtlingen und Einwanderern, die von Armut und Perspektivlosigkeit betroffen sind, was höhere Kriminalitätsraten hervorbringen kann, Städte und Landesregierungen, die dann als die Lösung Videoüberwachung anbieten können, weil sie lieber dafür Gelder freistellen als für Stadtteilprojekte oder städteplanerische Maßnahmen, die Unsicherheit und Kriminalität begrenzen könnten. Wenn es den Grund einer gestiegenen Kriminalitätsrate, deren Ursachen mit Videoüberwachung eh nicht bekämpft werden, überhaupt gibt. Auch in Leeds erweist sie sich als Propaganda zur Durchsetzung der Überwachung, denn sie geht laut den Aussagen der Safer Leeds Strategie 2005 - 2008 des Stadtrates von Leeds seit Jahren zurück:
In einer weiteren Ausbauphase ist die Erweiterung des Netzwerks auf insgesamt 500 Kameras geplant, die bei Vollendung des Ausbauplanes den Nordosten von Leeds und damit ein Drittel des gesamten Stadtgebiets abdecken werden:

Einsatzgebiete des Videoüberwachungsnetz, Hochhaus im Osten Leeds.
Abbildungen: Innovation Leeds.
IP Wireless CCTV Kamera von Networks by Wireless für die Einsatzgebiete.
Wie bereits aus der Grafik des Einsatzgebiets und des Kameratyps hervorgeht, besteht die Innovation des Videoüberwachungsnetzes darin, dass es sich mehrheitlich um Videoüberwachungskameras handelt, die Bilder digital aufzeichnen, die dezentral zwischengespeichert werden, die jeweils über eine eigene IP-Adresse verfügen und die über ein kabelloses Funknetzwerk miteinander und mit dem Kontrollraum verbunden sind, über das auch die Daten der Aufnahmen transportiert werden.
Das bringt u. a. den Vorteil mit sich, dass die einzelne Videoüberwachungskamera im Gegensatz zu kabelgebundenen Netzwerkkameras nicht an den Standort gebunden ist, wo die Netzanschlüsse liegen und auch keine aufwendige und kostenintensive Verkabelung durchgeführt werden muss. Ein kabelloses Funk-Videoüberwachungsnetzwerk ist damit dynamisch und flexibel, Videokameras kann man theoretisch tagtäglich an anderen Orten installieren und ihre Aufnahmen können ohne Zeitverluste und geringem Verarbeitungsaufwand digital weiterverarbeitet und gespeichert werden.
Der Kontrollraum selbst befindet sich auch nicht – wie sonst üblich – an einer entfernteren Örtlichkeit, sondern ist zusammen mit einem klimatisierten Raum, in dem sich die Videoserver und das übrige Netzwerkequipment befindet, direkt in einer abgesicherten Etage in einem der Hochhäuser untergebracht. Zweckmäßig wäre dann auch die Unterbringung von Sondereinsatzkommandos, die dann direkt "vor Ort" auf die Alarme der Videoüberwachungssoftware reagieren könnten.
Vor Ort können aber auch andere Sicherheitskräfte jederzeit die Aufnahmen der Videoüberwachungskameras über Laptops und PDAs abgreifen. Dafür – und um eine permanente Ausfallsicherheit sprich Überwachung zu gewährleisten – sorgen WLAN Netzwerkknoten, die ringförmig in acht Häuserblöcken über Ost-Leeds verteilt sind und bei denen die Videoaufnahmen der Kameras für 30 Tage zwischengespeichert werden. An jedem Netzwerkknoten sind Antennen installiert, um die Knoten miteinander zu verbinden und jeweils vier Einpunkt-zu-Multipunkt Antennen, die der Übertragung der Videostreams der Überwachungskameras auf die mobilen Geräte der Sicherheitskräfte dienen.
Für die Überwachung der Videoüberwachungskameras mit Neige-, Schwenk- und Zoomtechnik von Network by Wireless und zur automatisierten Analyse der Aufnahmen kommen die Lösungen für vernetzte Videoüberwachung von Telindus und das Latitude Network Video Management System (NVMS) von DVTel zum Einsatz, dass der Steuerung, Konfiguration, Erweiterung des Videoüberwachungsnetzwerks dient und der Integration verschiedenster Kameratypen und Sensoren: Zum Netzwerk- und Videomanagement System von DVTel gehören selbstverständlich auch Komponenten der "intelligenten Videoüberwachung" wie die "SceneTracker Software", mit der die Aufnahmen mehrerer Videoüberwachungskameras und mehrfacher Szenerien zugleich überwacht, kontrolliert und die Kameras automatisch auf interessierende Überwachungsobjekte und -orte ausgerichtet werden. Zugleich isoliert und markiert die SceneTracker Überwachungsobjekte wie einzelne Personen, Personengruppen und Gegenstände und verfolgt sie über wechselnde Szenerien hinweg, wenn sie zum Beispiel den Standort wechseln: Sind Überwachungsobjekte mit dem SceneTracker erfasst, können ihre Merkmale und Verhaltensweisen wie bei ähnlichen Systemen über die "DVTel Videoanalyse" kategorisiert und bewertet werden: Zu den "Sensoren", die mit neuartigen Managementsystemen für Videoüberwachungsnetzwerke eingebunden werden, könnten auch RFID-Lesegeräte oder Mikrofone zählen, so dass ein Videoüberwachungsnetz auch das Potential hat, zu einem Überwachungsnetz ausgebaut zu werden, dass über das Auslesen von RFID-Chips die Position und Identität der Überwachten feststellt und ihre Gespräche aufzeichnet.
Erste Tendenzen in diese Richtung zeichen sich bereits mit dem Einsatz von Mikrofonen an Videoüberwachungskameras und der Integration von Funksensoren in Funknetze ab. Die öffentliche Sanktionierung über Lautsprecher an Videoüberwachungskameras wie in Middlesbrough könnten sich die Projektmanager in Leeds ebenfalls überlegt haben, liegt Middlesbrough doch nur 80 Kilometer Luftlinie von Leeds entfernt:
Der Norden Englands als Experimentierfeld für die Videoüberwachung
Abbildung: Google Maps.
Wenn demnächst in den RFID-Chips aller ID-Dokumente und in behördlichen ID-Datenbanken unsere Gesichter als biometrisches Datum und digitales Abbild vorliegen, bietet sich auch ein direkter Abgleich der biometrischen und digitalen Gesichtsdaten mittels passender Gesichtserkennungserkennungssoftware in den Videoüberwachungskameras und -netzwerken an. Daran denken Hersteller von Videoüberwachungshardware und Gesichtserkennungssoftware schon lange – sie warten nur noch auf die Startsignale der Sicherheitspolitiker.
Dazu ein erhellendes aktuelles Zitat von Cognitec, dem Hersteller der Gesichtserkennungs- und abgleichsoftware FaceVACS, der bereits beim Pilotprojekt Automatisierte Grenzkontrolle und dem BKA Projekt Foto-Fahndung mit an Bord war und zu seiner Spitzenposition beim letzten Gesichtserkennungs-Herstellertest 2006 des amerikanischen National Institute of Standards and Technology (NIST) in einer Pressemitteilung im April ausführte:
Dort wird laut des eGov monitor Artikels Groundbreaking CCTV system expands across East Leeds to improve resident security von der IT und Technik Abteilung Innovation Leeds des Stadtrates von Leeds ein neues Videoüberwachungsnetzwerk eingerichtet, dessen Videoüberwachungskameras in der ersten Phase im Osten von Leeds in 53 Häuserblöcken mit Hochhäusern installiert werden.
Bei den Häuserblöcken handelt es sich um eine jener Trabantensiedlungen, wie sie in allen Großstädten zu finden sind: Bekannt sind hierzulande zum Beispiel der Stadtbezirk Hasenbergl im Norden Münchens über die Dokumentation Die Kinder vom Hasenbergl und den Film Ghettokids, die Stadtviertel Billstedt und Steilshoop in Hamburg oder die Pariser Vororte durch die Unruhen im Jahr 2005, die als "soziale Brennpunkte" oder "Problemzonen" bezeichnet werden.
Sie liefern ideale Bedingungen, um von dort Videoüberwachungsprojekte zu starten. Eine Konzentration von Arbeitslosen, Hilfeempfängern, Flüchtlingen und Einwanderern, die von Armut und Perspektivlosigkeit betroffen sind, was höhere Kriminalitätsraten hervorbringen kann, Städte und Landesregierungen, die dann als die Lösung Videoüberwachung anbieten können, weil sie lieber dafür Gelder freistellen als für Stadtteilprojekte oder städteplanerische Maßnahmen, die Unsicherheit und Kriminalität begrenzen könnten. Wenn es den Grund einer gestiegenen Kriminalitätsrate, deren Ursachen mit Videoüberwachung eh nicht bekämpft werden, überhaupt gibt. Auch in Leeds erweist sie sich als Propaganda zur Durchsetzung der Überwachung, denn sie geht laut den Aussagen der Safer Leeds Strategie 2005 - 2008 des Stadtrates von Leeds seit Jahren zurück:
Leeds has seen a reduction of 1.5% in recorded crimes in 2003/04 from the previous year,with 127,884 crimes recorded.There was a 15.5% reduction of domestic burglaries with 2,541 fewer victims in 2003/04. In the same year there were 696 fewer victims of
robbery than in the previous year and 304 fewer victims than in 2000-01, a reduction of 13.3% over the four year period. Leeds has also seen a reduction of 12.6% over the four year period of
vehicle crime with 3,901 fewer victims.
Und weil – wie die Unruhen in Paris oder Unruhen in Großbritannien in der Vergangenheit den Überbewachungsbefürwortern gezeigt haben – Verarmung, Ausgrenzung und Abschiebung in Ghettos zu einem Gemisch führen, dass sich in explosiven Unruhen und Aufständen entladen kann. In diesem Sinne dient dann Videoüberwachung auch nicht dem vermeintlichen Schutz der Anwohner vor Kriminalität, "anti-sozialem Verhalten" und nicht zur Steigerung der "Lebensqualität", sondern der Überwachung aller Anwohner, um frühzeitig zu erkennen, wann sich in Stadtgebieten Entwicklungen zeigen, die Restgesellschaft und Staat erheblicher gefährden könnten. Videoüberwachung ist auch immer präventive Aufstandsbekämpfung.In einer weiteren Ausbauphase ist die Erweiterung des Netzwerks auf insgesamt 500 Kameras geplant, die bei Vollendung des Ausbauplanes den Nordosten von Leeds und damit ein Drittel des gesamten Stadtgebiets abdecken werden:

Einsatzgebiete des Videoüberwachungsnetz, Hochhaus im Osten Leeds.
Abbildungen: Innovation Leeds.
IP Wireless CCTV Kamera von Networks by Wireless für die Einsatzgebiete.
Das bringt u. a. den Vorteil mit sich, dass die einzelne Videoüberwachungskamera im Gegensatz zu kabelgebundenen Netzwerkkameras nicht an den Standort gebunden ist, wo die Netzanschlüsse liegen und auch keine aufwendige und kostenintensive Verkabelung durchgeführt werden muss. Ein kabelloses Funk-Videoüberwachungsnetzwerk ist damit dynamisch und flexibel, Videokameras kann man theoretisch tagtäglich an anderen Orten installieren und ihre Aufnahmen können ohne Zeitverluste und geringem Verarbeitungsaufwand digital weiterverarbeitet und gespeichert werden.
Der Kontrollraum selbst befindet sich auch nicht – wie sonst üblich – an einer entfernteren Örtlichkeit, sondern ist zusammen mit einem klimatisierten Raum, in dem sich die Videoserver und das übrige Netzwerkequipment befindet, direkt in einer abgesicherten Etage in einem der Hochhäuser untergebracht. Zweckmäßig wäre dann auch die Unterbringung von Sondereinsatzkommandos, die dann direkt "vor Ort" auf die Alarme der Videoüberwachungssoftware reagieren könnten.
Vor Ort können aber auch andere Sicherheitskräfte jederzeit die Aufnahmen der Videoüberwachungskameras über Laptops und PDAs abgreifen. Dafür – und um eine permanente Ausfallsicherheit sprich Überwachung zu gewährleisten – sorgen WLAN Netzwerkknoten, die ringförmig in acht Häuserblöcken über Ost-Leeds verteilt sind und bei denen die Videoaufnahmen der Kameras für 30 Tage zwischengespeichert werden. An jedem Netzwerkknoten sind Antennen installiert, um die Knoten miteinander zu verbinden und jeweils vier Einpunkt-zu-Multipunkt Antennen, die der Übertragung der Videostreams der Überwachungskameras auf die mobilen Geräte der Sicherheitskräfte dienen.
Für die Überwachung der Videoüberwachungskameras mit Neige-, Schwenk- und Zoomtechnik von Network by Wireless und zur automatisierten Analyse der Aufnahmen kommen die Lösungen für vernetzte Videoüberwachung von Telindus und das Latitude Network Video Management System (NVMS) von DVTel zum Einsatz, dass der Steuerung, Konfiguration, Erweiterung des Videoüberwachungsnetzwerks dient und der Integration verschiedenster Kameratypen und Sensoren: Zum Netzwerk- und Videomanagement System von DVTel gehören selbstverständlich auch Komponenten der "intelligenten Videoüberwachung" wie die "SceneTracker Software", mit der die Aufnahmen mehrerer Videoüberwachungskameras und mehrfacher Szenerien zugleich überwacht, kontrolliert und die Kameras automatisch auf interessierende Überwachungsobjekte und -orte ausgerichtet werden. Zugleich isoliert und markiert die SceneTracker Überwachungsobjekte wie einzelne Personen, Personengruppen und Gegenstände und verfolgt sie über wechselnde Szenerien hinweg, wenn sie zum Beispiel den Standort wechseln: Sind Überwachungsobjekte mit dem SceneTracker erfasst, können ihre Merkmale und Verhaltensweisen wie bei ähnlichen Systemen über die "DVTel Videoanalyse" kategorisiert und bewertet werden: Zu den "Sensoren", die mit neuartigen Managementsystemen für Videoüberwachungsnetzwerke eingebunden werden, könnten auch RFID-Lesegeräte oder Mikrofone zählen, so dass ein Videoüberwachungsnetz auch das Potential hat, zu einem Überwachungsnetz ausgebaut zu werden, dass über das Auslesen von RFID-Chips die Position und Identität der Überwachten feststellt und ihre Gespräche aufzeichnet.
Erste Tendenzen in diese Richtung zeichen sich bereits mit dem Einsatz von Mikrofonen an Videoüberwachungskameras und der Integration von Funksensoren in Funknetze ab. Die öffentliche Sanktionierung über Lautsprecher an Videoüberwachungskameras wie in Middlesbrough könnten sich die Projektmanager in Leeds ebenfalls überlegt haben, liegt Middlesbrough doch nur 80 Kilometer Luftlinie von Leeds entfernt:

Der Norden Englands als Experimentierfeld für die Videoüberwachung
Abbildung: Google Maps.
Dazu ein erhellendes aktuelles Zitat von Cognitec, dem Hersteller der Gesichtserkennungs- und abgleichsoftware FaceVACS, der bereits beim Pilotprojekt Automatisierte Grenzkontrolle und dem BKA Projekt Foto-Fahndung mit an Bord war und zu seiner Spitzenposition beim letzten Gesichtserkennungs-Herstellertest 2006 des amerikanischen National Institute of Standards and Technology (NIST) in einer Pressemitteilung im April ausführte:
Bei den Tests 2006 wurden viele Leistungsmessungen durchgeführt, einschließlich der Auswertung von Datensätzen für Bilder mit hoher Auflösung, der größte Teil der Datensätze bezog sich jedoch auf Bilder mit geringer Auflösung. Bei den heute kommerziell verfügbaren breit angelegten Gesichtserkennungsanwendungen sind Datensätze, die eine geringere Auflösung umfassen, jedoch die Regel, wie beispielsweise bei Suchanwendungen für große Photodatenbanken von Pässen und Führerscheinen. Bei diesen Datensätzen mit niedriger Auflösung verwiesen die Tests des FRVT 2006 klar auf die überragende Betriebsleistung des Systems von Cognitec: Das System des Unternehmens hatte die geringste falsche Rückweisungsquote bei niedrigster falscher Zustimmungsrate. Diese Ergebnisse stellen zweifellos eine große messbare Verbesserung im Vergleich zu den in 2002 vom Unternehmen erreichten Resultaten dar, wo das System von Cognitec bereits in seiner Klasse als Sieger hervorgegangen war.
Man kann es nicht genug wiederholen: Die Kombination aus digitalen Videoüberwachungskameras mit Bewegungs- und Zoomkapazitäten für jeden Winkel, die in Videoüberwachungsnetzwerken größeren Umfangs per Funk miteinander vernetzt sind, immer "intelligenter" werdenden Programmen zur Videoverarbeitung, biometrischen Erkennung und Verhaltensanalyse mit der zusätzlichen Integration von Sensoren, die Identitäten und geografische Positionen feststellen und immer mehr in der Lage sind, jede Kommunikation wahrzunehmen gehört zu den größten Bedrohungen für den Schutz der Privatsphäre und der informationellen Selbstbestimmung in öffentlichen Räumen.
von rabenhorst - Owl,
gepostet am Sonntag, 22. April 2007 um 17:07




