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Ubiquitäre Videoüberwachung mit Funknetzen

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Als ich über das Funknetzwerk mit IP-Videoüberwachungskameras in Leeds schrieb, dachte ich, das wäre ein Novum, aber laut dem GCN Artikel Mesh surveillance habe ich mich geirrt.

Darin wird über ein neues Videoüberwachngsnetzwerk für das Polizeidezernat von Phoenix, der Hauptstadt des amerikanischen Bundesstaates Arizona, berichtet, das wie im britischen Leeds vollständig aus einem Mesh Funknetzwerk mit netzwerkfähigen IP-Videoüberwachungskameras besteht, deren Aufnahmen in ein Kontrollzentrum und auf mobile Geräte der Polizisten vor Ort übertragen werden.

Eingerichtet wurden erste Videoüberwachungsinstallationen im Sommer 2006 und im März 2007 erweitert. Es besteht zur Zeit "nur" aus 30 hochauflösenden IP-Videoüberwachungskameras und Videoüberwachungssoftware von Avrio Group, die auch das gesamte Netzwerk einrichteten und 45 HotPort Public Safety Mesh Nodes und Antennen der Firma Firetide. "Public Safety", weil das Funknetzwerk im 4.9 GHz Spektrum operiert, das in den USA Sicherheitsbehörden und Rettungsdiensten vorbehalten ist.

In Dallas richtete Firetide im März ebenfalls ein Videoüberwachungsnetzwerk mit 40 IP-Videoüberwachungskameras und 32 Mesh Nodes ein wie bereits für viele Städte, Institutionen und Veranstaltungsorte mit wechselnden Anbietern für Videoüberwachungs-Hardware und -Software. Die publizierten Überwachungsnetze sind dabei noch von kleinem Umfang, denn theoretisch können über Firetides "MeshBridges" mehrere Funknetze zu einem großen Funk-Überwachungsnetz mit bis zu 1000 Mesh Nodes und dementsprechender Anzahl an Videoüberwachungskameras zusammengeschaltet werden.
Mesh Surveillance

Mesh Surveillance

Vom "kleinen" zum großen Funk-Videoüberwachungsnetzwerk.
Abbildungen: Firetide.
Das man statt "Druckern", "Telefone" und "Kameras" ohne weiteres auch Mikrofone, Bewegungssensoren, RFID-Lesegeräte und -Antennen an der Peripherie des Funknetzwerks einklinken kann, brauche ich eigentlich nicht mehr zu erwähnen.

Laut einer Pressemitteilung von Firetide wurde das Netzwerk zunächst für konkrete und auch verdeckt durchzuführende Strafverfolgungsaktionen eingesetzt, wofür verdeckte Kameras von Avrio in Gegenständen verbaut wurden, die keine Aufmerksamkeit erregen. Von dem System begeistert, erwägt man nun, das Videoüberwachungsnetz in Phoenix mit an Masten installierten IP-Kameras von Avrio auch zur "Kriminalitätsprävention" weiter auszubauen – wie in vielen der Städte, in denen die Firetide Funk-Videoüberwachungsnetze eingerichtet wurden.
Mesh Surveillance

"RDSS"
Abildung: Avrio.
Ob an Masten, in Überwachungskugeln, an mobilen Überwachungstürmen oder auf dreibeinigen Ständern, die Radarfallen ähnlich sehen – Avrio deckt mit seiner Rapid Deployment Surveillance System (RDSS) Produktsuite alle Anwendungsbereiche für den Einsatz von IP-Videoüberwachungskameras ab:
Mesh Surveillance Mesh Surveillance Mesh Surveillance Mesh Surveillance

Abbildungen: Avrio.
Alle Typen besitzen in Verbindung mit Mesh Funknetzen – wie "Rapid Deployment" schon aussagt und in dem Artikel über Leeds bereits angesprochen wurde – zwei Vorteile: Die Videoüberwachungskameras können innerhalb kürzester Zeit montiert und an andere Orte verlagert werden, das Überwachungsnetz über die Funkinfrastruktur unproblematisch und flexibel um weitere Videoüberwachungskameras ausgeweitet und in seiner gesamten Ausdehnung modifiziert werden.

Bei Funk-Videoüberwachungsnetzwerken können alle Videoüberwachungsgegner und -kritiker auch ein Gegenargument und eine ihrer Gegenstrategien einmotten: Das Videoüberwachung sinnlos sei, weil sie zur Verlagerung von Brennpunkten und krimineller Aktivität führt. Das wird zwar weiterhin der Fall sein, aber die Videoüberwachungsbefürworter können mit den Funk-Überwachungsnetzen darauf verweisen, dass man jeder sich einstellenden Ausweichbewegung mit einer kurzfristigen Anpassung des Überwachungsnetzes begegnen kann. Die Gegenstrategie, Übersichtskarten installierter Videoüberwachungskameras in öffentlichen Räumen oder Fotografien ihrer Installationsorte anzufertigen, um Ausweichrouten durch das Netz der Videoüberwachung zu erstellen, wird mit dem hohen Grad an Mobilität der Funk-Videoüberwachung verpuffen, denn ein paar Tage später kann eine Kamera schon an dem Ort verschwinden, wo man sie aufgespürt hatte und woanders wieder auftauchen.
"Da keine Verkabelung beteiligt ist, können die Überwachungssysteme kurzfristig in mehreren Gebieten eingesetzt werden und dann auf schnellste Weise für neue Beobachtungen bewegt werden. Wir können das Netzwerk auch spielend vergrößern ohne das es zu Performanceeinbußen kommt."

Mark Jules, Präsident für Business Development der Avrio Group.
Aber die Funküberwachungsnetze bestätigen das Argument, dass die Videoüberwachung langfristig auf Kosten polizeilicher Präsenz in den Straßen und Städten gehen wird, die Anwohnern und Passanten oftmals ein größeres "Sicherheitsgefühl" vermitteln als jede Videoüberwachungskamera. Wie drückt es Chris Jensen vom Polizeidezernat von Phoenix aus:
"Die Ergebnisse waren beeindruckend, insbesondere hinsichtlich der Videoqualität, die das Firetide Netzwerk unterstützt. Aber es ist nicht nur die Bandbreite und die Bildqualität. Wir haben die Abdeckung erhöht und personal eingespart: Anstelle von 30 Überwachungsbeamten auf den Straßen werden nur zwei in der zentralen Überwachungsstation benötigt um das gleiche geografische Gebiet abzudecken."
von rabenhorst - Owl, gepostet am Dienstag, 1. Mai 2007 um 12:27
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