wenn der Überwachte überwacht
Ja dann ist die Gesellschaft wirklich an einem Tiefpunkt angelangt. Denn der Überwachte zeigt hier die gleichen Merkmale wie so mancher Politiker im System, stimmen denn die Vorraussetzungen, dann klappts auch mit dem Nachbarn. Sprich ist man der Meinung mit Überwachung einer moralisch guten Sache zu dienen, ist man auch gerne bereit diese Überwachung bzw. überhaupt dahin führende Methoden einzusetzen.
Ist man denn wirklich in der Bevölkerung auf einem derart debilen Tiefstand angelangt? Bemerkt man denn nicht wo das Problem liegt? Es liegt mitnichten in irgendwelchen künstlich generierten Hassfiguren, es liegt in der Gesellschaft begründet, die derlei Maßnahmen toleriert stimmen denn die Voraussetzungen. So mancher Politiker der da draußen willig abnickte, tat dies wahrscheinlich ebenso im guten Glauben, wie so mancher Blogger der sich da an einer Überwachungsaktion beteiligen möchte.
Ist das Fotografieren von Überwachungskameras quasi noch eine Art Selbstschutz aka hier wirst du überwacht, paß also auf, so mutieren derlei Aktionen zur Relativierung von genereller Überwachung. Denn denn wenn das Ziel stimmt, paßt auch das Mittel. Und eben das ist falsch! Wer überhaupt Moral besitzt, überwacht auch nicht den Überwacher - denn damit zeigt man nur eines, man hats nicht verstanden, was denn Privatssphäre bedeutet.
Der vermeintlich schnellere Weg, mittels aufmerksamkeitsheischender Aktionen wirkt nur kurze Zeit. Es ist ein Zuruf a la schau mal hier, dann jedoch müssen die Informationen folgen. Informationen die Wissen vermitteln und den Menschen tatsächlich über seine Rechte aufklären. Auf Rabenhorst geht man z.B. sehr ausführlich dieser Tätigkeit nach, das ist jedoch dem Gros der Aktionisten auf den Blogs schon zuviel. Eingängige Aktionen müssen es sein, wie Stasi 2.0 usw. Zwar wissen die wenigsten was wirklich hinter der Stasi, Gestapo und ähnlichen Begrifflichkeiten steht und wie man denn da teils Greueltaten auf Dauer relativiert vergleicht man denn mit heutigen Zeiten, aber es ist zumindest nichts dagegen einzuwenden, wenns dem polemisierenden Aufmacher dient. Dann aber müssen ausführliche Infos folgen.
Wenn Gegner von Freiheit und Demokratie, sowie Freiheitskämpfer permanent gleiche oder ähnliche Mittel einsetzen, dann wird daraus auf Dauer nichts. Man scheucht die Herde immer nur von einem Punkt auf der Weide zum anderen ohne das diese Herde jemals das Gatter durchbrechen wird.
Zeigen wir ihnen doch das wir besser sind, das wir über den Dingen stehen. Klären wir auf, würde nur jeder Blogger der sich jetzt solch einen Button auf den Blog kleistert wenigstens 1-2 Mal im Monat einen ausführlicheren Artikel in puncto dieser Thematik schreiben, so wäre der Sache mehr gedient. So wie es jetzt ausschaut kämpft man quasi mit Buttons gegen Worthülsen und die Aufklärung bleibt auf der Strecke. So manch einer könnte auch Faulheit vermuten, denn Blogs die sich wirklich konsequent damit beschäftigen gibts sehr wenige - dafür umso mehr Ausreden, warum man denn keine Zeit habe etc.
Denkt mal drüber nach, der Button ist nett, jedoch ohne fundamentale Aufklärung bullshit. Das Volk hängt schon viel zulange in diesem Limbus der Debilität gefangen. Kämpft dagegen an, dann und nur dann bewegt man etwas!

