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Türme, Luftballons und Schwerter gegen den Aufstand

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Die Schlachtfelder der Welt sind auch immer Einsatzort und Experimentierfeld für fortschrittliche Überwachungs- und Sicherheitstechniken, die später nach ihren erfolgreichen Einsätzen in Kampfzonen, Konfliktgebieten und Kriegsschauplätzen oft ihren Weg in die zivile Welt finden, wenn man ihre Verwendung in angepassten oder abgespeckten Variationen durch Polizei- und Geheimdienstbehörden oder Sondereinsatzkräfte als "zivil" bezeichnen will.

Beispiele sind Überwachungs-Drohnen, Videoüberwachungskameras, GPS-Ortung und -Lokalisierung, Kleinstroboter und auch die Überwachungstürme, die bereits zum Beispiel von der Polizei in New York eingesetzt werden.

Wer sich auch mit Überwachungstürmen beschäftigt, ist das amerikanische Rüstungsunternehmen Raytheon. Das hat erst jetzt wieder laut einer Pressemitteilung einen Auftrag der U.S. Army über 10,1 Millionen US$ für 16 Rapid Aerostat Initial Deployment (RAID) Turmsysteme erhalten, die im Irak und in Afghanistan installiert werden. Eingesetzt werden die RAID Türme bereits seit 2003 im Rahmen der "Operation dauerhafte Freiheit - grenzenlose Gerechtigkeit" in Afghanistan für den "Krieg gegen den Terror".

RAID Turm RAID Turm

RAID Türme.
Abbildungen: Raytheon.
Die von dem amerikanischen Turmhersteller US Tower Corporation hergestellten mobilen MTU-3107MDPLHD Turmeinheiten in der U.S. Army Variante können bis zu einer Höhe von 32 Metern ausgefahren werden und tragen auf ihrer Plattform Infrarot-Videoüberwachungskameras, um auch in der Dunkelheit anrückende Kämpfer zu erkennen. Wahlweise auch aufständische Bürger oder Demonstranten.

Daneben dienen die Türme aber auch als Trägersystem mit Kommunikations- und Datenübertragungseinheiten für Funknetze und vor allem als Relaystation und Anker für die 17M Aerostat-Luftschiffe von TCOM, die über ein Kabel, das auch das Stromkabel zur Energieversorgung des Luftschiffes und fiberoptische Leitungen für den Datentransport enthält, fest mit den mobilen Türmen verbunden sind. Die 17M Luftschiffe schweben bis zu einer Höhe von 300 Metern über dem Turm und erweitern so dessen Überwachungskapazitäten und -reichweiten mit der Überwachungssensorik, die an den den Luftschiffen montiert ist. Die große Version 71M von TCOM erreicht eine Flughöhe von 4600 Metern.

Zur Überwachungssensorik zählen verschiedene Radartypen, Antennen zum Abfangen oder Stören von Kommunikation, Stuereinheiten für die Lenkung und Kontrolle unbemannter Drohnen, Tageslicht- oder Infrarot-Videoüberwachungskameras. Also das ganze Programm, um Personen, Gruppen und auch ihre Kommunikation zu überwachen und unter Umständen auszuschalten.
17M Luftschiff 17M Luftschiff17M Luftschiff

17M Luftschiff.
Abbildung: TCOM und U.S. Army.
Also wenn man so ein Ding sieht, weiß man, was Sache ist. Die Afghanen und Iraker wissen es bestimmt.

Laut der AP Meldung UPI - U.S. orders more spy towers for Iraq "böten die Türme zwar Gelegenheiten für Zielübungen durch Aufständische, wären aber 'verstärkt' und enthielten einen Selbstverteidigungsmechanismus, der die Turmbasis vor Sabotageakten schütze", womit wohl das unter Strom setzen der Konstruktion gemeint ist. Das hilft aber auch nicht gegen Raketenbeschuss des Turms oder der Luftschiffe. Aber vielleicht könnten da der Viper Killer-Roboter oder die "SWORD" Familie der TALON Kleinstroboter von Foster-Miller, die dem britischen Armee- und Geheimdienstausrüster QinetiQ gehört, aushelfen, die nicht nur ebenfalls mit Infrarot-Videoüberwachungskameras Ausschau halten, sondern Angreifer und Verdächtige während präventiver Vorfeldpatrouillen mit ihrem Waffenarsenal eliminieren können:
TALON Schwerter
Aber man macht sich ein paar Gedanken über eine Ethik für Roboter. Mal sehen, ob sich auch die Killer-Roboter in Zukunft daran halten.
von rabenhorst - Owl, gepostet am Freitag, 18. Mai 2007 um 20:00
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