Das ?Problem? mit den Blogs
Ist ein altbekanntes, man überschätzt sich. Man sieht es z.B. bei der Ankündigung .get privacy zu schließen, da werden die Krokodilstränen vergossen ob des großartigen Projekts etc. Was wäre wenn jeder so denken würde? Nichts! Denn es denkt nahezu jeder so, deshalb haben wir auch diese verfahrene Situation und wer nicht gerade mal 15 oder 20 ist und sich schon um einiges länger mit dieser Materie beschäftigt, wird eines bemerken, es wird von Jahr zu Jahr schlimmer. Dieser Blog dort war einer unserer (meiner) vielen Versuche die Lage da ein wenig im Netz einzuschätzen, auf einer anderen Ebene.
Die Forenwelt kennen wir schon, ebenso treibe ich mich in Mailinglisten und Newsgroups herum, was bleibt über? Nun mangels Zeit verhaftet das Gros der Leute in ihrer gewählten Subkultur, Leute die *aktiv* in Foren sind haben meist kaum Zeit und Muße sich mit Blogs zu beschäftigen bzw. vice versa. Auf Blogs wird natürlich der Eindruck erweckt, das da mehr zusammen kommt? Nun das ist nur der Schein ob der besseren Erreichbarkeit mittels der diversen Suchmaschinen, grundsätzlich jedoch wird man von Bloggern gelesen.
Blogger lobhudeln, werten ab, analysieren, erfassen, lesen, nerven andere Blogger, whatever. Aber es spielt sich *hauptsächlich* alles im geschlossenen Kreis ab. Die paar Fallschirmspringer die da via Google beispielsweise hereinstürmen kann man als Randrauschen bezeichnen, die verzeichneteten Hits bedeuten nur eines, Seite angeklickt und gut ist. Aber gelesen? Vor allem lange Texte? Ja einige glauben auch noch an den Weihnachtsmann.
Berechtigte Gegenfrage also, warum macht man es dann. Ob des Mammons oder ob des Spaßes halt. Die Leute mit Sendungsbewußtsein bekommen meist schon Krämpfe wenn sie in ihre Statistik blicken. Logische Konsequenz darauf? Wen erreichen Blogs hauptsächlich, wer liest Blogs tatsächlich und frequentiert diese hauptsächlich? Eben, Blogger!
Ein Projekt wie .get privacy erreicht im großen und ganzen also Blogger und darunter auch noch viele die sich schon selbst mit dieser Thematik beschäftigen oder ab und an ernsthafter drüber nachdenken. Wirkungskreis also gleich null - jedenfalls im Bereich dieser sogenannten Sensibilisierung. Der Mensch da draußen, das Gros der Menschen da draußen liest Zeitung, hört Radio und läßt sich vom Verblödungsstrahler bestrahlen, aber man liest da keine Blogs.
Die alten Medien tun auch gut darin desöfteren über Blogs herzuziehen und deren mangelnde Qualität zu beklagen. Okay das machen Blogs auch *g*, nur sind die alten Medien im Vorteil man ist schon recht etabliert. Lange Rede, kurzer Sinn - die angepeilten Teil der Bevölkerung mit einem speziellen Blog zu erreichen ist recht sinnfrei, wenn nicht sogar unmöglich. Man kann es im normalen Rahmen machen und beschränkt sich eben auf die regelmäßigen Blogleser, aber gezielt? Nein wenn nur unter anderem.
Das soll kein Abgesang auf Blogs sein, nur ist man hier eben im Bereich Blogs und erreicht hauptsächlich Blogger - das ist nicht schlimm, da lernt man nette und interessante Leute können - aber die Erreichbarkeit für den Rest der Bevölkerung in puncto Politik, Datenschutz etc. ist halt mehr als gering.

