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Taser für alle Fronten

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Von der Firma, die "Taser" als angeblich nicht-tödliche Waffengattung bekannt gemacht hat, gibt es zwei, eigentlich drei beunruhigende Anwendungen, die ganz klar nicht mehr nur der Ausschaltung einzelner Personen dienen, sondern der Aufstandsbekämpfung und dem in Schach halten von Menschenmengen.

Das erste Produkt bezeichnet Taser als TASER Remote Area Denial (T-RAD)
TRAD

Abbildung: Taser.
Das T-RAD besteht aus mehreren Tasermodulen, die zugleich oder einzeln angesteuert und abgefeuert werden können – in Zukunft wohl auch XREP Projektile (s. u.). An jedem T-RAD sind Infrarot-fähige und mit Mikrofonen ausgestattete "TASER CAM" Videoüberwachungskameras angebracht, mit denen die Umgebung überwacht und Personen, die das System erfasst, als Bedrohungen eingestuft werden können. Es wäre denkbar, dass eines Tages "friedliche" Videoüberwachungskameras durch ihre aggressiveren "Brüder" ersetzt werden.

Zusätzlich enthält es Netzwerkkomponenten, um mehrere T-RADs miteinander zu vernetzen und mit einem Kontrollzentrum zu verbinden, über das die T-RADs und die Videoüberwachungskameras bedient werden, was die T-RADs mit neueren CCTV-Videoüberwachungsnetzen gemeinsam haben. Aus der Beschreibung des "Netzwerk Sicherheitsmodus" geht hervor, dass auch Elemente der intelligenten Videoüberwachung und Videoanalyse integriert sind, um Personen automatisiert als "Feinde" zu klassifizieren und autonom zu bekämpfen, wenn der Operator im Kontrollzentrum nicht selbst Hand anlegt.

Im Geschäftbericht für das Jahr 2006 heißt es zu T-RAD:
Late in 2006, we announced a new area denial technology based on improved sensing, awareness, and networking capabilities called the TASER Remote Area Denial (T-RAD). A sophisticated networking and user interface capability to integrate and control T-RAD devices was also introduced as the TASERNET. We presented these concepts to military and law enforcement customers for comment and we received positive feedback. For this reason, we plan to continue development of the T-RAD/TASERNET capabilities in 2007.
Der automatisierten Kriegsführung und Aufstandsbekämpfung dient auch die strategische Allianz mit iRobot, die zum Ziel hat, für die iRobot PackBot Roboter Adapter- und Kontrollmodule zu entwickeln, um Taser-Module mit den PackBots zu verbinden.
PackBot Explorer

Abbildung: iRobot.
Wie man anhand des PackBot Explorer sehen kann, ist man bei iRobot bestens auf die Kooperation vorbereitet. Auch für Killer-Roboter dürfte die Taser-Erweiterung interessant sein, wenn es nicht sofort ans Töten gehen soll.

Von den Taser eXtended Range Electronic Projectile (XREP) ist der Taser Webseite zufolge noch nicht viel mehr bekannt als die aggressive Werbung und der Name, der an ähnliche Bzeichnungen für ferngelenkte Mittelstreckenraketen erinnert:
XREP

Abbildung: Taser.
Aber es gibt ja noch den Geschäftsbericht, aus dem hervorgeht, dass es sich bei XREP um eine Auftragsarbeit für das Office of Naval Research (ONR) handelt, das für die US-Navy die gleiche Forschungsarbeit leistet wie die DARPA für die US-Army:
In January 2006, we completed phase four of an Office of Naval Research (ONR) grant to develop the wireless eXtended Range Electromuscular Projectile (XREP). The intention of the grant was to develop the technologies required to demonstrate a 12-guage wireless Human Electro-Muscular Incapacitation (HEMI) projectile at a Technology Readiness Level (TRL) of 6.
Bei den XREP handelt es sich um 12-Kaliber Projektile, die man aus herkömmlichen Pumpguns abfeuern kann, wie sie von Einsatzkräften bei Erstürmungen und Riots verwendet werden. Mittels der XREP "Patronen" wird der Taser-Stromschlag ohne Leitungsdraht wie bei den Taser Pistolen zum Körper des Taser-Opfers übertragen. Mit den Pumpgun-Projektilen nun auch über größere Distanzen.

Laut des Wikipedia Beitrags über Taser bzw. Amnesty International sind bereits 220 Menschen in den USA durch Taser-Einsatz umgekommen. Oft ist der Taser-Einsatz durch gesundheitliche Beeinträchtigungen und Erkrankungen begleitet, von der menschenverachtenden Behandlung ganz zu schweigen: Nicht umsonst liegt ein Ursprung der Taser in den Elektroschockgeräten in der Viehhaltung. Die angebliche Nicht-Tödlichkeit der Taser verleitet zu ihrem verfrühten Einsatz und der Herabsetzung der Schwelle, ab der man Deeskalationsstrategien nicht mehr verfolgt, wie man selbst in einem aktuellen Video zum Taser-Einsatz in der Tiefgarage der Universal Filmstudios verfolgen kann.

In einigen Landespolizeigesetzen in Deutschland sind nach ihrer Novellierung die Taser als polizeiliche Waffen zulässig und die Bundesinnenministerkonferenz hat 2006 empfohlen, dass die Polizei-Spezialeinsatzkommandos aller Bundesländer den Taser anschaffen, wie es in dem Wikipediabeitrag heißt.

Taser und die sie befürwortenden Sicherheitspolitiker sollten geächtet werden.

Via: Defense Tech - An Electrifying Sentry.
von rabenhorst - Owl, gepostet am Freitag, 29. Juni 2007 um 0:45
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