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Dateninkontinenz bei Scotland Yard per Outsourcing

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Was mit Telekommunikations-Daten passieren kann, wenn die erst einmal nach Überwachungsmaßnahmen in die Hände staatlicher Sicherheitsbehörden gelangen und dann per Outsourcing an externe Firmen für Daten-Forensik zwecks Auswertung abgeben werden – davon erzählt der Independent heute in der Meldung Database of top-secret police phone taps stolen.

Demnach hatte wohl Scotland Yard einen Server an das britische Unternehmen für IT-Forensik und Handy-Tracking Forensic Telecommunication Services Ltd (FTS) abgegeben, auf dem sich eine Datenbank mit Tausenden aufgezeichneter Handy-Telefonate befand, die im Rahmen von Emittlungen im Bereich der Organisierten Kriminalität und des Terrorismus durchgeführt wurden, nebst Datensätzen mit Informationen zur Identität des Handynutzers, dem Zeitpunkt und dem Ort, von dem aus die Mobilfunktelefonate getätigt wurden.

Leider gab es FTS einen Einbruch, bei dem die Diebe nicht nur diverse Computer und anderes IT-Equipment mitgehen ließen, sondern auch besagten Server der Sicherheitsbehörde. Da zu den Kunden von FTS nicht nur Scotland Yard zählt, sondern eine Reihe weiterer Polizeibehörden in England und Nordirland, die britische Zollverwaltung und die Staatsanwaltschaft der Krone, kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zu einem größeren "Datenabfluß" der Behörden über FTS kam. Deshalb sind auch – wie man dem Daily Mail Artikel Police on terror alert over theft of top secret records on computer database entnehmen kann – die Chefs der britischen Sicherheitsbehörden in heller Aufregung, die so weit geht, dass sogar das Antiterror Kommando bei Scotland Yard eingeschaltet wurde.

Die Forensik-Firma bemüht sich derweil um Beschwichtigung und Schadensbegrenzung. Der Daily Mail teilte FTS mit, der Server wäre "hochgradig gesichert" und bei den Daten würde es sich nur um Informationen zu alten abgeschlossenen Fällen handeln oder Fällen, die sich eh gerade im "juristischen Prozess" befinden würden, weshalb der Diebstahl auch in keinster Weise laufende Polizieermittlungen gefährde. Das scheinen die Sicherheitsbehörden anders zu sehen. Vielleicht haben sie noch eine weitere Chance, wieder an ihren Server zu kommen – einfach öferts mal bei Ebay nachschauen.
von rabenhorst - Owl, gepostet am Sonntag, 12. August 2007 um 7:47
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