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Videoüberwachung und Funkchips zur Olympiade 2008

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Ich schrieb bereits vor einem Jahr, dass die Olympischen Spiele 2008 auch das Fest der Videoüberwachung werden – in Peking und Shenzen. Dazu hat der Heise Newsletter mit der Meldung China baut das technisch avancierteste Überwachungssystem auf – basierend auf einem Artikel der New York Times – ein Update, das speziell auf Shenzen eingeht.

In dem Artikel, auf den sich mein damaliger Beitrag auch bezog, war allerdings von 200000 Videoüberwachungskameras in Shenzen statt 20000 die Rede, aber da kann sich der Autor auch um eine Null vertan haben. Aber auch 20000 Videoüberwachungskameras modernen Typs, die "intelligente Videoüberwachung" mittels Gesichtserkennung und Verhaltensanalyse leisten sollen, sind eine gigantische Zahl, die sich allerdings angesichts der Größe und der Einwohnerzahl von Shenzen relativiert. Bei 12 Millionen Einwohnern käme eine Kamera auf 600 Einwohner, bei 200000 Kameras eine Videoüberwachungskamera auf 60 Einwohner.

Viel wichtiger als diese Verhältnisse ist aber der Umstand, dass die Videoüberwachungskameras in den chinesischen Metropolen wie in London flächendeckend über das gesamte Stadtgebiet installiert werden, was bedeutet, dass theoretisch der Weg und der Aufenthaltsort eines Einwohners durch das ganze Stadtgebiet verfolgt werden kann, wenn die Videoüberwachungskameras strategisch so positioniert werden, dass sich ihre Überwachungsbereiche überlappen.

Fragt sich nur, wer die Überwachung vornimmt und wie die gezielte Überwachung einer Einzelperson praktisch zu bewerkstelligen ist, wenn nicht nur Ereignisse und Szenerien per Verhaltensanalyse überwacht werden sollen. Angesichts von Millionenstädten ist es illusorisch anzunehmen, dass könnte durch menschliches Überwachungspersonal in Kontrollzentren geleistet werden, selbst wenn man deren Zahl drastisch erhöhen würde – nicht zuletzt deshalb, weil das Personal in den Kontrollzentren oft schlecht bezahlt ist und sich Gewöhnungs- und Ermüdungserscheinungen einstellen. Deshalb bedarf es der Kombination mit Identifizierungstechniken, die auf die automatische biometrische Erkennung des Gesichts, des Schädels oder der Iris und die technische Erfassung der Identität mittels RFID Funktechnik und ID-Dokumenten setzen.

Über die neuen ID-Dokumente gelangen die Behörden an die biometrischen Merkmale, die man dringend benötigt, wenn es irgendwann einmal etwas mit der biometrischen Videoerkennung über moderne Videoüberwachungskameras werden soll. Reicht diese nicht aus oder bedarf es zusätzlich der Überprüfung der Identität der erkannten Person (womit sich auch diejenigen erkennen lassen, die gestohlene oder gefälschte ID-Dokumente bei sich tragen), kann zusätzlich die ID-Nummer des RFID Funkchips abgefragt werden – bei semi-aktiven und aktiven Chips auch über größere Entfernungen an den Orten der Kamerainstallationen selbst, mit der dann der Abgleich mit dem Identitäts-Profil in staatlichen ID-Datenbanken durchgeführt wird.

Das steckt auch als Fernziel hinter der Einführung von ID-Dokumenten mit Funkchips, Projekten wie der BKA Foto-Fahndung oder dem OpTag Flughafenprojekt und eindeutigen ID-Kennungen, die dem einzelnen Bürger lebenslang zugeordnet werden. In Shenzen ist die Einführung flächendeckender Videoüberwachungssysteme mit Gesichtserkennungstechniken nicht umsonst mit der Einführung von ID-Dokumenten mit Funkchips verbunden.

Siehe auch:
Open Mind Blog - Ausbau der Überwachung in China
von rabenhorst - Owl, gepostet am Montag, 13. August 2007 um 8:37
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