Splitter aus dem Alltag der Big Brothers
Dieser Text ist im Cache von metaowl.de - das Original ist hier zu finden.
Worüber gibt es heute aus der Welt der Big Brothers zu berichten?
Vielleicht über den Frontbericht des Soldaten und konservativen Bloggers Jeff Emanuel, der sich auch mal als "eingebetteter Journalist" an den Frontlinien im Irak herumtreibt und von dort über den Einsatz des HIIDE Geräts von SecuriMetrics in Text und Bild im Beitrag 'HIIDE' and Seek: Protecting the People by Building the Database berichtet, mit dem die US-Soldaten im Irak die biometrischen und persönlichen Daten von Irakern mobil und präventiv totalerfassen – natürlich neben irakischem Sicherheitspersonal nur Iraker, die möglicherweise zu den Aufständischen gehören, was aus der Sicht der US-Militärmacht übersetzt bedeutet: Alle Iraker. Das dient natürlich nur dem Schutz der Iraker selbst und nicht der Fütterung biometrischer Datenbanken zur Totalüberwachung eines ganzen Volkes, der Einschüchterung der Bevölkerung oder gar als Freilandversuch für neue biomterische Datenbank-Verbundnetze. Ein paar Kostproben aus Emanuels Bericht:
Oder wie wäre es mit dem Multimillionen-Dollar-Programm des US-Heimatschutzministeriums, über das der Boston Globe im Artikel US doles out millions for street cameras berichtet. Denn nicht nur in China oder Großbritannien wird die flächendeckende Videoüberwachung in Städten staatlich vorangetrieben, sondern auch in den USA.
Wie die Zeitung berichtet, hat das Ministerium seit 2003 23 Milliarden US$ für Maßnahmen des "Katastrophenschutzes" und des "Antiterrorkampfes" in US-Städte gepumpt. Davon entfällt ein Teil auf die Aufrüstung vieler Städte mit neuen High-Tech Videoüberwachungskameras und modernen Videoüberwachungsnetzen:
Oder wie wäre es mit der innenpolitischen Sprecherin der Grünen im Bundestag Grünen, Silke Stolkar, die sich indirekt den Interessen des BITKOM Verbandes und seiner Mitglieder annimmt, wenn sie über zu schlechte Videoüberwachungskameratechnik befindet und für eine stärkere Videoüberwachung an und in Bahnhöfen plädiert, worüber die jungle world in Grünes Licht für Schäuble berichtet. Dafür gab es dann Prügel von der Linken im Bundestag, die sich dafür anscheinend laut der beiden taz Artikel Ein schlechter Tausch und Auch Polizei darf Videos gucken in Berlin an Plänen zur Änderung des Berliner Polizeigesetzes beteiligt, die der Polizei erlaubt, sich live auf die Videoüberwachungssysteme der Berliner Verkehrsbetriebe aufzuschalten.
Dafür gab es dann wieder Haue vom Grünen Benedikt Lux, Mitglied im Innenausschuß des Berliner Abgeordnetenhauses, wie aus dem jungle world Interview "Begehrlichkeiten der Ermittler wachsen" hervorgeht.
Das es nach den Bahnhöfen und Flughäfen über kurz oder lang auch hierzulande mit der Videoüberwachung in die Innenstädte geht, ist einigen tumben Grünen anscheinend genauso wurscht wie einigen Linken. Beide beteiligen sich – mal mehr, mal weniger und abhängig von der politischen Machtposition – wie die SPD, FDP und die CDU/CSU am Ausbau des Überwachungsstaates und der Förderung der Überwachungsgesellschaft, weshalb sie sich wie alle Parteien für mich persönlich als unwählbar erwiesen haben.
Was ist zu tun, da Warnungen vor der in Städte übergreifenden und sich ausweitenden Videoüberwachung verhallen, Wissenschaftler anscheinend "umsonst" eine kritische Studie zur Überwachung nach der anderen veröffentlichen, während die Apologeten des drohenden Polizeistaates schon an den nächsten Schritt der Videoüberwachung denken?
Ludditische Maschinenstürmerei, nur diesmal nicht gegen Woll- und Baumwollspinnereien, sondern als Direkte Aktion gegen die Überwachungstechnik selbst?
Wie man mit einem Finanzaufwand von 153 Dollar Videoüberwachungskameras sabotieren kann, beschreiben jedenfalls die Chaos Projects in ihrem Beitrag Sniping the security – zu wissenschaftlichen Zwecken und nicht zur Nachahmung empohlen, versteht sich.
Ach ja, es gäbe noch weitere Splitter aus dem Alltag der Big Brothers zu berichten – wenn Ihr wollt:
Im Interview mit der Sueddeutschen verteidigt Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul den sogenannten "Rechtsstaatsdialog" der Bundesregierung mit China, der erwiesenermaßen nichts bringt, außer als Deckmäntelchen für fette Geschäfte und Profite mit China zu dienen.
Die Washington Post schaut sich im Artikel Lawsuits May Illuminate Methods of Spy Program noch einmal die Hinterzimmer und -räume der großen ameriknaischen Telekommunikationsunternehmen an, in denen die Geschäfte für die NSA Abhörprogramme abgewickelt werden.
Danger Room und Ars Technica berichten in Homeland Security's Minority Report Ambitions und Homeland Security tests automated "Hostile Intent" detector über das Project Hostile Intent (PHI) der Forschungsschmiede HSARPA des US-Heimatschutzministeriums, das zur Entwicklung eines neuen Scanner-Systems führen soll, das die Erfassung und den Abgleich biometrischer Merkmale, den Hintergrund-Check mit Antiterror-Datenbanken und die Durchleuchtung des Körpers mit verschiedensten Techniken ergänzen soll.
Mit dem "Hostile Intent" System sollen Blutdruck, Puls und Atemfrequenz, Gesichtsausdruck, Körperhaltung, Augenbewegungen und Schweißausdünstungen über eine Sensor-Phalanx, die möglichst nicht driekt durch die Überprüften erfasst werden kann, bei Einreisenden erfasst werden, um diejenigen aufzuspüren, deren Werte mit Mustern von Personen übereinstimmen, die "feindliche Absichten" hegen und zwar präventiv, bevor sie ihre "feindlichen Absichten" in die Tat umsetzen. Technische "Precogs" also, wie sie menschlich im Film Minority Report aufreten. Fehlen nur noch die Brain-Scanner.
Vielleicht über den Frontbericht des Soldaten und konservativen Bloggers Jeff Emanuel, der sich auch mal als "eingebetteter Journalist" an den Frontlinien im Irak herumtreibt und von dort über den Einsatz des HIIDE Geräts von SecuriMetrics in Text und Bild im Beitrag 'HIIDE' and Seek: Protecting the People by Building the Database berichtet, mit dem die US-Soldaten im Irak die biometrischen und persönlichen Daten von Irakern mobil und präventiv totalerfassen – natürlich neben irakischem Sicherheitspersonal nur Iraker, die möglicherweise zu den Aufständischen gehören, was aus der Sicht der US-Militärmacht übersetzt bedeutet: Alle Iraker. Das dient natürlich nur dem Schutz der Iraker selbst und nicht der Fütterung biometrischer Datenbanken zur Totalüberwachung eines ganzen Volkes, der Einschüchterung der Bevölkerung oder gar als Freilandversuch für neue biomterische Datenbank-Verbundnetze. Ein paar Kostproben aus Emanuels Bericht:
"Du kannst es in den Gesichtern einiger Leute sehen" sagte Captain Rich Thompson, Kommandeur der Baker Company 1-15 (3rd Infantry Division). "Sie begreifen, dass wir sie jetzt in unserem System haben und dieses Wissen könnte sie zweimal nachdenken lassen, bevor sie an irgendwelchen kriminellen oder terroristischen Aktivitäten in der Zukunft teilnehmen."
Wenn zum Beispiel "Personen von Interesse" anlässlich krimineller oder terroristischer Vorkommnisse befragt werden, wandern sie in die Datenbank – deswegen – selbst wenn es nicht genug Beweise für die Koaltition (oder für die irakische Polizei) gibt, um sie zu inhaftieren und anzuklagen – bleiben ihre Informationen "in den Akten", sollten sie mit kriminellen Ereignissen in der Zukunft in Verbindung gebracht werden (sei es durch Zeugen, die sie erkannt haben oder durch Fingerabdrücke, die an Tatorten gefunden werden).
Um das Gefühl der Verdächtigung abzumildern, das natürlich unter der Angehörigen der Nationalen Polizei [Anm.: des Iraks] aufkommt, wenn die Koalition sie dazu auffordert, sich zu fügen, um in so eine Datenbank gespeichert zu werden, bezeichnen Soldaten das HIIDE oft einfach als "Kamera" und die Polizisten der Nationalen Polizei werden einfach gefragt, für ein "Foto" zu posieren, bevor sie nachträglich gefragt weden, ihre Fingerabdrücke und weitere Informationen [Anm.: Name, Alter, Adresse, Religion, Geburtsort, Iris] für die Speicherung abzugeben. Das scheint der Sache zu helfen, weil es die Nationalen Polizisten – wie die meisten Iraker, mit denen ich während meiner Reisen hier in Kontakt kam – absolut lieben, fotografiert zu werden.
Tja, heute sind es die Iraker, morgen wir.Wenn zum Beispiel "Personen von Interesse" anlässlich krimineller oder terroristischer Vorkommnisse befragt werden, wandern sie in die Datenbank – deswegen – selbst wenn es nicht genug Beweise für die Koaltition (oder für die irakische Polizei) gibt, um sie zu inhaftieren und anzuklagen – bleiben ihre Informationen "in den Akten", sollten sie mit kriminellen Ereignissen in der Zukunft in Verbindung gebracht werden (sei es durch Zeugen, die sie erkannt haben oder durch Fingerabdrücke, die an Tatorten gefunden werden).
Um das Gefühl der Verdächtigung abzumildern, das natürlich unter der Angehörigen der Nationalen Polizei [Anm.: des Iraks] aufkommt, wenn die Koalition sie dazu auffordert, sich zu fügen, um in so eine Datenbank gespeichert zu werden, bezeichnen Soldaten das HIIDE oft einfach als "Kamera" und die Polizisten der Nationalen Polizei werden einfach gefragt, für ein "Foto" zu posieren, bevor sie nachträglich gefragt weden, ihre Fingerabdrücke und weitere Informationen [Anm.: Name, Alter, Adresse, Religion, Geburtsort, Iris] für die Speicherung abzugeben. Das scheint der Sache zu helfen, weil es die Nationalen Polizisten – wie die meisten Iraker, mit denen ich während meiner Reisen hier in Kontakt kam – absolut lieben, fotografiert zu werden.
Oder wie wäre es mit dem Multimillionen-Dollar-Programm des US-Heimatschutzministeriums, über das der Boston Globe im Artikel US doles out millions for street cameras berichtet. Denn nicht nur in China oder Großbritannien wird die flächendeckende Videoüberwachung in Städten staatlich vorangetrieben, sondern auch in den USA.
Wie die Zeitung berichtet, hat das Ministerium seit 2003 23 Milliarden US$ für Maßnahmen des "Katastrophenschutzes" und des "Antiterrorkampfes" in US-Städte gepumpt. Davon entfällt ein Teil auf die Aufrüstung vieler Städte mit neuen High-Tech Videoüberwachungskameras und modernen Videoüberwachungsnetzen:
Das Ministerium wird nicht sagen, wieviele der mit Geldern des Steuerzahlers finanzierten Förderungen an Kameras gehen. Aber eine Durchforstung des Globe von lokalen Zeitungen und Presseerklärungen des Kongresses zeigt, dass eine große Anzahl neuer Überwachungssysteme, die mindestens zehn, vermutlich Hunderte von Millionen Dollars kosten, gleichzeitig im ganzen Land als Bestandteil der Förderungen zum Heimatschutz installiert werden.
Im letzten Monat gehörten zu den Städten, die ihre Pläne für Überwachungsnetze vorangetrieben haben, die vom Heimatschutzministerium finanziert werden, St. Paul, die einen Zuschuss über 1,2 Millionen US$ für 60 Videoüberwachungskameras in der Innenstadt bekam, Madison, Hauptstadt von Wisconsin, die ein Netzwerk mit 32 Kameras mit einer Förderung über 388000 UD$ kauft und Pittsburgh, die 83 Videoüberwachungskameras ihrer Innenstadt mit einer Förderung über 2,58 Millionen US$ hinzufügt.
Kleinstädte bekommen ebenfalls ihren Anteil der Gelder der Bundesbehörden zur Bekämpfung von Kriminalität und Terrorismus.
Der Boston Globe vergisst nur, dass es nicht nur um Kriminalität und Terrorismus geht.Im letzten Monat gehörten zu den Städten, die ihre Pläne für Überwachungsnetze vorangetrieben haben, die vom Heimatschutzministerium finanziert werden, St. Paul, die einen Zuschuss über 1,2 Millionen US$ für 60 Videoüberwachungskameras in der Innenstadt bekam, Madison, Hauptstadt von Wisconsin, die ein Netzwerk mit 32 Kameras mit einer Förderung über 388000 UD$ kauft und Pittsburgh, die 83 Videoüberwachungskameras ihrer Innenstadt mit einer Förderung über 2,58 Millionen US$ hinzufügt.
Kleinstädte bekommen ebenfalls ihren Anteil der Gelder der Bundesbehörden zur Bekämpfung von Kriminalität und Terrorismus.
Oder wie wäre es mit der innenpolitischen Sprecherin der Grünen im Bundestag Grünen, Silke Stolkar, die sich indirekt den Interessen des BITKOM Verbandes und seiner Mitglieder annimmt, wenn sie über zu schlechte Videoüberwachungskameratechnik befindet und für eine stärkere Videoüberwachung an und in Bahnhöfen plädiert, worüber die jungle world in Grünes Licht für Schäuble berichtet. Dafür gab es dann Prügel von der Linken im Bundestag, die sich dafür anscheinend laut der beiden taz Artikel Ein schlechter Tausch und Auch Polizei darf Videos gucken in Berlin an Plänen zur Änderung des Berliner Polizeigesetzes beteiligt, die der Polizei erlaubt, sich live auf die Videoüberwachungssysteme der Berliner Verkehrsbetriebe aufzuschalten.
Dafür gab es dann wieder Haue vom Grünen Benedikt Lux, Mitglied im Innenausschuß des Berliner Abgeordnetenhauses, wie aus dem jungle world Interview "Begehrlichkeiten der Ermittler wachsen" hervorgeht.
Das es nach den Bahnhöfen und Flughäfen über kurz oder lang auch hierzulande mit der Videoüberwachung in die Innenstädte geht, ist einigen tumben Grünen anscheinend genauso wurscht wie einigen Linken. Beide beteiligen sich – mal mehr, mal weniger und abhängig von der politischen Machtposition – wie die SPD, FDP und die CDU/CSU am Ausbau des Überwachungsstaates und der Förderung der Überwachungsgesellschaft, weshalb sie sich wie alle Parteien für mich persönlich als unwählbar erwiesen haben.
Was ist zu tun, da Warnungen vor der in Städte übergreifenden und sich ausweitenden Videoüberwachung verhallen, Wissenschaftler anscheinend "umsonst" eine kritische Studie zur Überwachung nach der anderen veröffentlichen, während die Apologeten des drohenden Polizeistaates schon an den nächsten Schritt der Videoüberwachung denken?
Ludditische Maschinenstürmerei, nur diesmal nicht gegen Woll- und Baumwollspinnereien, sondern als Direkte Aktion gegen die Überwachungstechnik selbst?
Wie man mit einem Finanzaufwand von 153 Dollar Videoüberwachungskameras sabotieren kann, beschreiben jedenfalls die Chaos Projects in ihrem Beitrag Sniping the security – zu wissenschaftlichen Zwecken und nicht zur Nachahmung empohlen, versteht sich.
Ach ja, es gäbe noch weitere Splitter aus dem Alltag der Big Brothers zu berichten – wenn Ihr wollt:
Im Interview mit der Sueddeutschen verteidigt Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul den sogenannten "Rechtsstaatsdialog" der Bundesregierung mit China, der erwiesenermaßen nichts bringt, außer als Deckmäntelchen für fette Geschäfte und Profite mit China zu dienen.
Die Washington Post schaut sich im Artikel Lawsuits May Illuminate Methods of Spy Program noch einmal die Hinterzimmer und -räume der großen ameriknaischen Telekommunikationsunternehmen an, in denen die Geschäfte für die NSA Abhörprogramme abgewickelt werden.
Danger Room und Ars Technica berichten in Homeland Security's Minority Report Ambitions und Homeland Security tests automated "Hostile Intent" detector über das Project Hostile Intent (PHI) der Forschungsschmiede HSARPA des US-Heimatschutzministeriums, das zur Entwicklung eines neuen Scanner-Systems führen soll, das die Erfassung und den Abgleich biometrischer Merkmale, den Hintergrund-Check mit Antiterror-Datenbanken und die Durchleuchtung des Körpers mit verschiedensten Techniken ergänzen soll.
Mit dem "Hostile Intent" System sollen Blutdruck, Puls und Atemfrequenz, Gesichtsausdruck, Körperhaltung, Augenbewegungen und Schweißausdünstungen über eine Sensor-Phalanx, die möglichst nicht driekt durch die Überprüften erfasst werden kann, bei Einreisenden erfasst werden, um diejenigen aufzuspüren, deren Werte mit Mustern von Personen übereinstimmen, die "feindliche Absichten" hegen und zwar präventiv, bevor sie ihre "feindlichen Absichten" in die Tat umsetzen. Technische "Precogs" also, wie sie menschlich im Film Minority Report aufreten. Fehlen nur noch die Brain-Scanner.
von rabenhorst - Owl,
gepostet am Dienstag, 14. August 2007 um 11:51

