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Foltern oder nicht foltern

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Zur Ergänzung von Duckhomes Beitrag Psychologen wollen nicht mehr bei der Folter helfen über die (teilweise) Absage der American Psychological Association (APA), nicht mehr begleitend, ausbildend oder aktiv an Folter-Verhören teilnehmen zu wollen, die nicht nur in Guantanamo stattfinden, wie aus zahlreichen Berichten ehemaliger Verschleppter hervorgeht, auch wenn das der Kommandeur von Guantanamo leugnet, sondern mit Sicherheit auch in den geheimen "Verhör-Camps" der CIA in Europa und den Folter-Kellern befreundeter Dienste im außereuropäischen Ausland und wie wir von den Bildern wissen, definitiv auch im ehemaligen US-Militärgefängnis Abu Ghraib im Irak und in Kerkern in Afghanistan stattfanden, empfehle ich den Artikel Foltern fürs Vaterland der FAZ.

In dem Artikel geht es auch um das SERE (Survival, Evasion, Resistance and Escape) Programm, das Soldaten – besonders von Spezialeinheiten – die hinter den feindlichen Linien in Gefangenschaft gerieten, seit dem Korea Krieg das physische und psychische Überleben ermöglichen soll und nach 9/11 für die schmutzigen Aspekte des "Krieges gegen den Terror" hinsichtlich verschleppter und inhaftierter Gegner in das Gegenteil verkehrt wurde, um psychologische Folter zu praktizieren. Über SERE berichtet bereits 2006 das amerikanische Magazin Salon, der SERE Beitrag in der englischsprachigen Wikipedia weiß mehr dazu (falls US-Behörden nicht auch daran versucht haben herumzupfuschen).

Im FAZ Artikel kommt auch sehr gut heraus, dass sich die Bush-Administration trotz der "Anti-Folter Show", immer noch zwei Hintertüren offenlässt: Eine geheime Liste der "zulässigen" Foltermethoden und eine Erlaubnisbefugnis des US-Präsidenten für "schwere Fälle".

Aber man sollte sich nicht darüber täuschen, dass Foltern nur zum Handwerkzeug der US-Geheimdienstler und -Militärs im "Krieg gegen den Terror" gehört. Man darf davon ausgehen, dass die Sondereinheiten und Militärs von Putins Russland in Tschetschenien nicht anders vorgehen, aus der Terrorbekämpfung gegen die IRA in Nordirland sind die gleichen Methoden gegen IRA-Häftlinge bekannt, wie sie im FAZ Artikel aufgezählt werden, in China geht man gegen Dissidenten als "Verschwörer" und "Verräter" ebenfalls mit Folter vor, nur direkter und weniger psychologisch ausgefeilt wie in einigen westlichen "Rechtsstaaten", die sich immer dann bereit finden, für den Zweck der Terrorbekämpfung Konzessionen an die Folter zu machen und dafür Menschen- und Grundrechte zu relativieren. Das klare Verneinen oder das Akzeptieren der Folter ist einer der Scheidewege, an denen sich ein Rechtsstaat behauptet – oder untergeht.

Die Beschlüsse der APA sind ein wichtiges aber zaghaftes Signal. Psychologen, die weiter an Folterungen und Folter-Verhören teilnehmen oder dafür ausbilden, sind immer und bleiben immer einkalkulierte Bestandteile des Folter-Apparates, den Folteropfer der ehemaligen lateinamerikanischen Diktaturen "die Maschine" nannten.
von rabenhorst - Owl, gepostet am Montag, 20. August 2007 um 18:37
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