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Ärger wegen Data-Mining Tool Evolution

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Während Betreiber sozialer Netzwerke je nach AGB und Datenschutzerklärung mit den Daten ihrer Nutzer anstellen können, was immer ihnen beliebt oder sich gegenseitig Daten zuschieben, stieß mindestens einem Betreiber eines größeren sozialen Netzwerks das Data-Mining Tool Evolution von Roloef Temmingh bitter auf und er sandte deshalb einen Anwalt gegen Temmingh aus.

Am 29. August hatte linux.com die neue Beta 2 von Evolution im Artikel Evolution beta is a powerful personal data mining tool vorgestellt, die Temmingh eine Woche zuvor veröffentlicht hatte. Neben bereits unterstützten Netzwerken integrierte diese Version auch Abfragen bei Facebook, Linkedin, Bebo, Flickr und Orkut.

Einen Tag später erhielt Temmingh den offiziellen Brief eines Anwaltes in Vertretung eines "großen sozialen Netzwerks" mit der Aufforderung, die Abfragen über Evolution zu beenden und in Zukunft zu unterlassen. Zugleich trudelte eine private E-Mail bei Temmingh ein, die in Kopie an drei Mitarbeiter von Novell ging, in der ihm angedroht wurde, bald von Novells Anwälten zu hören, da Temmingh mit dem Namen seines Tools gegen das Markenrecht von Novell auf deren E-Mail und Groupware Client Evolution verstoße. Temmingh beantwortet die E-Mail an alle drei Novelladressen mit dem Hinweis, dass er keine Verwechselung zum Kundenraub beabsichtigt habe und den Namen ändern könne, wenn Novell ein Problem damit habe. Anscheinend nicht, denn Novell blieb still.

Durch beide Vorfälle sah sich Temmingh dennoch genötigt, die Notleine zu ziehen und die Beta 2 von Evolution nicht mehr zum Download freizugeben, verbunden mit der Warnung an alle Beta 2 Besitzer, dass sie die Version nur noch auf eigenes Risiko benutzen könnten, da sie verschiedene Bedingungen einiger Provider verletzt. Um eventuellen Namenstreitigkeiten aus dem Weg zu gehen, heißt Evlution nun auch "Maltego".

Desweiteren wurden zunächst viele Abfrage-Transformationen für soziale Netzwerke des Evolution/Maltego Webinterfaces entfernt und aktuell schaut sich Temmingh nach alternativen Datenquellen von Betreibern und Providern sozialer Netzwerke und Suchmaschinen um, deren Bedingungen eine automatisierte Nutzung durch Maltego zulassen. Deshalb wurden als Anfang auch alle auf Google bezogenen Abfrage-Transformationen entfernt, weshalb man sich denken kann, um welchen Betreiber es sich hinter dem Anwalt handeln könnte.

Die Arbeiten an Version 1.0 der Maltego GUI gehen laut Temmingh trotzdem weiter. Sie soll neue Funktionen enthalten, die in den Betaversionen von Evolution nicht zu finden sind und auch wieder Abfrage-Transformationen für soziale Netzwerke, die dann aber wohl über Plug-ins durch den Nutzer in Maltego aktiviert werden können.
von rabenhorst - Owl, gepostet am Sonntag, 9. September 2007 um 9:54
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