Durchschnittsgesichter für bessere Überwachung?
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Im Artikel ID cards 'fundamentally flawed' says face recognition expert der Daily Mail und im Artikel Face recognition software creates 'average' of individuals des Telegraph hat der Psychologe Dr. Rob Jenkins die Identitätskarten mit biometrischen Gesichtern, die spätestens ab 2009 allen britischen Staatsbürgern und sich länger in England aufhaltenden Ausländern zuteilwerden sollen, scharf kritisiert.
Laut seinen Untersuchungen mit Studienteilnehmern konnte ein Drittel eine Person nicht anhand von Fotografien ihres Gesichts erkennen und für Menschen wie für heutige Erkennungsprogramme in Videoüberwachungskameras können Fotografien von Gesichtern verschiedener Personen dem Gesicht einer realen Person mehr ähneln als Fotografien des Gesicht ein und derselben Person. Als praktisches Beispiel führte Jenkins sein eigenes Passfoto vom letzten Jahr an, das zwar über neun Jahre gültig sein soll, ihm aber überhaupt nicht ähnlich sei.
Rob Jenkins mit Passfoto und seinem Durchschnittsgesicht.
Foto: Telegraph/RII Schroer.
Das würde für die Behauptungen und Forderungen der Sicherheitspolitiker nach biometrischer Erfassung des Gesichts aller Bürger als unabdingbares Mittel zur Abwehr von Personen, die mit gefälschten Identitätsdokumenten unterwegs sind bzw. zur Erkennung gesuchter oder auffällig werdender Personen zur Erhöhung der Sicherheit bedeuten, dass theoretisch immer 30 Prozent falsch erkannt bzw. nicht identifiziert würden.
Seine Ergebnisse benutzt Jenkins aber nicht, um die Multimillionen kostenden Identifizierungsprogramme und die biometrische Vollerfassung abzulehnen, sondern um das biometrische Gesichtserkennungsverfahren, das er und die Face Recognition Group an der Universität von Glasgow entwickelt haben, als die Lösung für kommende ID-Karten mit biometrischen Gesichtsabbildern und die intelligente Videoüberwachung anzupreisen und das durchaus auch mit Behauptungen.
Die Lösung und der Kern des Verfahrens lautet: Durchschnittsgesichter.
Dazu nimmt man zwölf verschiedene Gesichtsaufnahmen, die mit unterschiedlichen technischen Bedingungen wie Aufösung und Fokussierung und unter unterschiedlichen Kontextbedingungen wie Licht, Alter der Person, Gesichtsausdruck und Kopfhaltung von einer Person aufgenommen wurden und digitalisiert diese über das Einscannen der Fotografien. Anschließend werden mit Bildbearbeitungsprogrammen aus den Gesichtsvariationen alle Unterschiede und Abweichungen über die Entfernung von Schatten, Gesichtsausdrücken, Haarfrisuren beseitigt und alle zwölf Gesichter zu einem Durchschnittsgesicht "eingedampft" oder "normalisiert", das nur noch die Gemeinsamkeiten und ausgeprägten Merkmale aller Gesichtsvariationen in sich vereinigt.
Laut Jenkins sollen daraufhin Studienteilnehmer eine Person mit dem Druchschnittsgesicht "viel besser" erkannt haben und auch Computer (die dann in den Videoüberwachungskameras bzw. Servern der Überwachungszentralen verbaut wären) hätten es "leichter gehabt, richtige Übereinstimmungen" vorzunehmen.
Nur das es sich bei den Durchschnittsgeschtern, die den Studienteilnehmern vorgelegt wurden, wohl ausgerechnet um die Abbilder von Showgrößen wie Brad Pitt, Nicholas Cage oder Jack Nicolson handelte, die jeder Person unweigerlich über TV, Kino und Boulevardpresse ständig vor Augen ist und einbrennt. Dazu zwei Beispiele von der Seite über die Durchschnittsgesichter:
Was für stichhaltige Belege für die Effizienz von Jenkins Gesichtserkennungsverfahren. Aber auch kein Hindernisgrund für Jenkins, deswegen nicht zu erklären, dass es doch viel besser wäre, statt realer Gesichtsfotos in den ID-Dokumenten und Videoüberwachungssystemen seine Durchschnittsgesichter zu verwenden.
Sollten sich allerdings irgendwann "sehr gute" bzw. "akzeptable" Erkennungsresultate (was bei der biometrischen Identifizierung und Erkennung immer relativ und kritisch ist) auch bei den Durchschnittsgesichtern von "Hinz und Kunz" einstellen und das mit einer ausreichend hohen Verarbeitungs- und Erkennungsgeschwindigkeit, könnte Jenkins vielleicht ein entscheidender Schritt für die Erkennung von Individuen in Massen und die Massenüberwachung gelungen sein.
Das Erkennen und Identifizieren von Individuen ist eines der erklärten Ziele der Sicherheitsforschung aka "Forschung zur Überwachung und sozialen Kontrolle" der Europäischen Union und in Deutschland, über deren Fortgang Heise heute in Sicherheitsforscher wollen Community bilden und EU-Kommission eröffnet Forum für Sicherheitsforschung berichtet. Übrigens auch eine der Absurditäten: Die Milliarden an Euros, die der europäische Steuerzahler für die Entwicklung von Überwachungs- und Kontrolltechniken zur Verfügung stellt, mit denen er am Ende als Bürger überwacht und kontrolliert wird. Aber solange die Ausgaben für Entwicklungshilfe nicht steigen, ist ja für den Stammtischmichel alles in Butter.
Laut seinen Untersuchungen mit Studienteilnehmern konnte ein Drittel eine Person nicht anhand von Fotografien ihres Gesichts erkennen und für Menschen wie für heutige Erkennungsprogramme in Videoüberwachungskameras können Fotografien von Gesichtern verschiedener Personen dem Gesicht einer realen Person mehr ähneln als Fotografien des Gesicht ein und derselben Person. Als praktisches Beispiel führte Jenkins sein eigenes Passfoto vom letzten Jahr an, das zwar über neun Jahre gültig sein soll, ihm aber überhaupt nicht ähnlich sei.

Rob Jenkins mit Passfoto und seinem Durchschnittsgesicht.
Foto: Telegraph/RII Schroer.
Seine Ergebnisse benutzt Jenkins aber nicht, um die Multimillionen kostenden Identifizierungsprogramme und die biometrische Vollerfassung abzulehnen, sondern um das biometrische Gesichtserkennungsverfahren, das er und die Face Recognition Group an der Universität von Glasgow entwickelt haben, als die Lösung für kommende ID-Karten mit biometrischen Gesichtsabbildern und die intelligente Videoüberwachung anzupreisen und das durchaus auch mit Behauptungen.
Die Lösung und der Kern des Verfahrens lautet: Durchschnittsgesichter.
Dazu nimmt man zwölf verschiedene Gesichtsaufnahmen, die mit unterschiedlichen technischen Bedingungen wie Aufösung und Fokussierung und unter unterschiedlichen Kontextbedingungen wie Licht, Alter der Person, Gesichtsausdruck und Kopfhaltung von einer Person aufgenommen wurden und digitalisiert diese über das Einscannen der Fotografien. Anschließend werden mit Bildbearbeitungsprogrammen aus den Gesichtsvariationen alle Unterschiede und Abweichungen über die Entfernung von Schatten, Gesichtsausdrücken, Haarfrisuren beseitigt und alle zwölf Gesichter zu einem Durchschnittsgesicht "eingedampft" oder "normalisiert", das nur noch die Gemeinsamkeiten und ausgeprägten Merkmale aller Gesichtsvariationen in sich vereinigt.
Laut Jenkins sollen daraufhin Studienteilnehmer eine Person mit dem Druchschnittsgesicht "viel besser" erkannt haben und auch Computer (die dann in den Videoüberwachungskameras bzw. Servern der Überwachungszentralen verbaut wären) hätten es "leichter gehabt, richtige Übereinstimmungen" vorzunehmen.
Nur das es sich bei den Durchschnittsgeschtern, die den Studienteilnehmern vorgelegt wurden, wohl ausgerechnet um die Abbilder von Showgrößen wie Brad Pitt, Nicholas Cage oder Jack Nicolson handelte, die jeder Person unweigerlich über TV, Kino und Boulevardpresse ständig vor Augen ist und einbrennt. Dazu zwei Beispiele von der Seite über die Durchschnittsgesichter:


Sollten sich allerdings irgendwann "sehr gute" bzw. "akzeptable" Erkennungsresultate (was bei der biometrischen Identifizierung und Erkennung immer relativ und kritisch ist) auch bei den Durchschnittsgesichtern von "Hinz und Kunz" einstellen und das mit einer ausreichend hohen Verarbeitungs- und Erkennungsgeschwindigkeit, könnte Jenkins vielleicht ein entscheidender Schritt für die Erkennung von Individuen in Massen und die Massenüberwachung gelungen sein.
Das Erkennen und Identifizieren von Individuen ist eines der erklärten Ziele der Sicherheitsforschung aka "Forschung zur Überwachung und sozialen Kontrolle" der Europäischen Union und in Deutschland, über deren Fortgang Heise heute in Sicherheitsforscher wollen Community bilden und EU-Kommission eröffnet Forum für Sicherheitsforschung berichtet. Übrigens auch eine der Absurditäten: Die Milliarden an Euros, die der europäische Steuerzahler für die Entwicklung von Überwachungs- und Kontrolltechniken zur Verfügung stellt, mit denen er am Ende als Bürger überwacht und kontrolliert wird. Aber solange die Ausgaben für Entwicklungshilfe nicht steigen, ist ja für den Stammtischmichel alles in Butter.
von rabenhorst - Owl,
gepostet am Mittwoch, 12. September 2007 um 18:48

