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Frankreichs Immigranten als Versuchskaninchen für die DNA-Erfassung

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Die Iris, das Gesicht bzw. den Kopf und die Fingerabdrücke können Regierungen bereits von allen Individuen als biometrische Merkmale erfassen. Die DNA nur, wenn Individuen Objekte von Strafverfolgung und Strafermittlungen werden. In Staaten wie Großbritannien reicht ein engerer Erstkontakt mit der Polizei, deshalb haben die Briten auch die größe DNA-Datenbank Europas.

Wie das BIODEV II Projekt zeigt, eignen sich Ausländer in ihrer Rolle als Visumantragsteller bzw. Immigranten neben sozialen Randgruppen und Kriminellen vorzüglich für die Erprobung neuer Infrastrukturen zur biometrischen Identifizierung und für neue Vorstöße zur biometrischen Totalerfassung des Individuums, denn für alle Personenkreise interessiert sich keine Sau und ihnen schlägt vom Rest der Bevölkerung üblicherweise Desinteresse, Ablehnung und Abscheu entgegen.

Deshalb liegt es nahe, Visumantragsteller auch auf dem Gebiet der Erschließung der DNA als weiterem biometrischen Merkmal für den ganzen Sicherheitszirkus als Versuchskaninchen einzusetzen, mag sich die französische Sarkozy-Regierung gedacht haben, als sie durch ihren engen Vertrauten, den Abgeordneten Thierry Mariani, dem französischen Parlament einen neuen Plan für das zu novellierende Einwanderungsgesetz vorstellte, der DNA Tests für Immigranten vorsieht, über den man im Artikel France plans DNA testing on immigrants to stop illegal entry der britischen Zeitung Daily Mail aus Frankreich erfährt.

Der Plan sieht vor, dass alle Immigranten inklusive der Kinder, die ein Visum für Frankreich über einen längeren Zeitraum als drei Monate mit der Begründung beantragen, dass sich bereits Familienmitglieder in Frankreich aufhalten, bei der Antragstellung von den französischen Behörden dazu aufgefordert werden, sich ihre DNA erfassen zu lassen, wenn sich für die Einreisebehörden "Zweifel an der Echtheit der vorgelegten Geburts- und Heiratsdokumente ergeben".

Der Erfassung der DNA, die man dann wie die zehn Fingerabdrücke ebenfalls digitalisiert in der zentralen Datenbank des europäischen Visainformationssystems abspeichern könnte, folgt dann der Abgleich mit der DNA der in Frankreich lebenden und für die Behörden "angeblichen" Verwandten des Antragstellers. Das heißt, der Plan würde logischerweise die Totalerfassung aller Ausländer nach sich ziehen, die sich mit einem Visum in Frankreich aufhalten, denn sonst könnte man den Abgleich nicht durchführen. Es versteht sich für die Sarkozy-Regierung, dass die Antragsteller die Kosten des Tests, die laut des Artikels bei ca. 500 Euro liegen, selbst bezahlen, um den Abschreckungseffekt mitzunehmen.

Als Sekundant der Pläne lieferte der Senator von Sarkozys Volksbewegungsunion Adrien Gouteyron im Sommer die passende Vorbereitung in Form eines Berichts, in dem die Behauptung aufgestellt wurde, dass in afrikanischen Ländern wie Senegal, Elfenbeinküste und Togo die Rate der gefälschten Geburts- und Heiratsdokumente bei achtzig Prozent liegen würde.

Kein Wunder, dass neben Sarkozys populistischer Ankündigung, jedes jahr 25000 illegale Immigranten aus Frankreich zu deportieren auch die verschärfte Identitätsprüfung über die DNA-Erfassung bei Frankreichs Neofaschisten besonders gut ankommt.

Siehe auch:
derStandard - Vaterschaftstest bei Familienzusammenführungen.
von rabenhorst - Owl, gepostet am Samstag, 15. September 2007 um 23:09
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