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Schäuble lässt DIE BOMBE platzen

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Die Doomsday-Karte scheint sich Bundesinnenminister Schäuble aus taktischen Erwägungen für den Zeitpunkt aufgespart zu haben, wo ihm aktuelle Umfragewerte die Zustimmung der Mehrheit der Bevölkerung zu seinen aktuellen Vorhaben signalisieren, die es mit der passenden Bedrohungskulisse weiter psychologisch zu vertiefen gilt, Islamisten in Österreich und Deutschland verhaftet wurden und wo sich der Koalitionspartner so dermaßen unter Druck hat setzen lassen, dass es nur noch eines Stupses bedarf, um ihn gänzlich umkippen zu lassen.

Deshalb holt der Bundesinnenminister auch jetzt in seiner ihm eigenen Art des Malens großer Katastrophengemälde bei gleichzeitiger Relativierung der eigenen Demagogie den ABC-Terroranschlag mittels richtiger oder schmutziger Atombomben, Viren oder Giftgasen aus seiner Schublade, der nach seinem Gemunkel wohl als auf dem Programm der nächsten Terrorzelle steht.

Das Horrorszenario als letzten K.-o.-Hieb gegen alle Kritiker und als untergründige Ermunterung an die Bevölkerung gerichtet, doch mit ihrer unreflektierten Zustimmung weiterzumachen, wird man morgen in einem Interview in der Sonntagsausgabe der FAZ lesen dürfen, die sich in den öffentlich-medialen Debatten der letzten Zeit zur Balance zwischen Sicherheit und Freiheit löblich als propagandistisches Sprachrohr hervorgetan hat. Auszüge der Kernaussagen verbreitet die FAZ schon heute im Artikel Schäuble warnt vor Anschlag mit Nuklearwaffen.

Zuerst erzeugt Schäuble die erwünschte Weltuntergangsstimmung, indem er nicht selbst, sondern "Fachleute" und "Sicherheitsbehörden" vorschiebt und sie durch seinen Mund raunen lässt, viele seien "inzwischen überzeugt, dass es nur noch darum geht, wann solch ein Anschlag kommt, nicht mehr, ob", weshalb der Terroranschlag mit Massenvernichtungswaffen (ja, da sind sie wieder, wenn man sie braucht) auch "ihre größte Sorge" sei, um den backpulverbewehrten Kofferbomben und verpanschten Chemikalienfässern noch eins drauf zu setzen.

Aber das ist ja noch nicht das Schlimmste, denn das Schlimmste, der sicherheitstechnische GAU, ist natürlich die schreckliche Unkenntnis der Sicherheitsbehörden über derartig dräuende Vernichtungsmöglichkeiten, das Fehlen des "vollständigen Überblicks" über das Arsenal an Massenvernichtungswaffen in Händen von ABC-Terroristen wie Schäuble weiter ausmalt, die sich nur deshalb einstellt, weil es immer noch Querulanten und Kritiker gibt, die sich gegen das einseitige Ausschlagen der Waagschale Sicherheit wehren und mit ihren quengelnden und zu beendenden Rechtsstaatsdiskussionen die Schwerter des Präventionsstaates und ihn vom unabdingbar nötigen Sicherheitshandeln abhalten.

Um aber die pschologisch gezielt gesetze Terroratombombe nicht als demagogisches und taktisches Mittel der Antiterrorkriegsrhetorik dastehen zu lassen, folgt dann noch die Einkleidung in die diffuse Geschwätzhülle, mit der Schäuble dann doch die Deutschen dazu auffordert, sie "sollten sich von solch düsteren Aussichten nicht ihr Leben vergällen lassen" und "Gelassenheit" an den Tag zu legen, denn "es hat keinen Zweck, dass wir uns die verbleibende Zeit auch noch verderben, weil wir uns vorher schon in eine Weltuntergangsstimmung versetzen."

Was anscheinend leicht dahingesagt wird, da er trotzdem sicher sein kann, dass der Begriffskomplex Terroristen - Atombomben - Weltuntergang - hilflose Sicherheitsbehörden und -politik in die Öffentlichkeit und Köpfe gesetzt ist und zweckmäßig an den richtigen Stellen zur richtigen Zeit implodieren wird. Nur nicht hier im Weblog.
von rabenhorst - Owl, gepostet am Samstag, 15. September 2007 um 20:31
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