BKA fahndet mit Honeypots?
Das BKA betreibt eine Unterseite zur “Militanten Gruppe” auf der eigenen Webseite. Laut einem Bericht des Tagesspiegel nutzen sie die gesammelten IP-Adressen, um über die Provider Auskunft zu bekommen, wer sich die Seiten anschaut. In der IT-Technik nennt man dies “Honeypot”. Und an dem Beispiel kann man sehen, wozu das BKA auch die Online-Durchsuchung und die Vorratsdatenspeicherung gebrauchen könnte: Erstmal schaut man sich an, wer auf die Seite kommt. Das können auch Wissenschaftler und Journalisten, bzw. auch nur interessierte Bürger sein. Mit dem Instrument der Vorratsdatenspeicherung wäre es einfacher, die IP-Adressen auszuwerten. Und mit der Online-Durchsuchung könnte man dann mal mit dem Bundestrojaner vorbeischauen, was sich hinter den IP-Adressen befindet.
Das skizzierte Szenario kann natürlich auch nur ein unrealistisches Horrorszenario sein. Bis eben wusste ich allerdings nicht, dass das BKA IP-Adressen von eigenen Angeboten auswertet: BKA registriert Besucher seiner eigenen Website.
Dem Tagesspiegel liegt ein Vermerk der Behörde vor, aus dem die Speicherung der Adressen hervorgeht. Auf diese Weise wollten die Beamten, “möglicherweise relevante IP-Adressen” - es geht um Zahlenkolonnen, die der eindeutigen Identifizierung von Rechnern dienen - sammeln, um ihre bislang erfolglosen Ermittlungen gegen mutmaßlich terroristische Gruppe voranzubringen. Das BKA versuchte auch, einen Teil aller Computerbesitzer zu identifizieren, die im Frühjahr die betreffende BKA-Website besucht hatten. Die Behörde beantragte dazu Auskünfte bei der Telekom und der spanischen “Telefonica”.
Ist das eigentlich Datenschutz-konform? Das hier scheint die Webseite zu sein. (Draufklicken auf eigene Gefahr)

