Sicherheitssimulationen - Die andere Seite
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Diejenigen, die am lautesten des Bürgers vollständige biometrische Erfassung, Überwachung und Ausstattung mit den funkenden ID-Dokumenten der nächsten Generation verlangen, dafür die passenden Gesetze schneidern lassen und der Sicherheitsindustrie lukrative Aufträge in den Hintern schieben, an denen sie selbst zum Teil profitieren, wissen auch am besten um die Unsicherheiten, Gefahren und fehlenden Funktionalitäten der ganzen Armada an Sicherheitstechniken, die sich der Bürger für ihre Sicherheitssimualtionen aufzwingen lässt.
BKA-Präsident Ziercke trägt zum Beispiel seinen elektronischen Pass mit "RFID Funkchip inside" zu seinem persönlichen Zusatzschutz in passenden Sicherheitshüllen herum.
In Großbritannien weiß das Innenministerium, dass mit veralteten Videoüberwachungskameras, die derzeit unkoordiniert und ohne intelligente Verhaltens- und Personenerkennung im Einsatz sind, kein Überwachungsstaat zu machen ist.
Der Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres des Europäischen Parlaments schlägt in einem eigenen Entwurf zum Kommissionsentwurf zur Änderung der "Gemeinsamen Konsularischen Instruktionen" an Konsulate und Botschaften bezüglich der Aufnahme der zehn Chertoff'schen biometrischen Fingerabdrücke in Visa für das VIS dringend vor, doch alle über 79 Jahre alten Personen und Kinder nicht nur unter 14, sondern 12 Jahren von der biometrischen Fingerabdruckerfassung auszuschließen, da von ihnen nur unzuverlässige oder gar keine verwertbaren Fingerabdrücke genommen werden können (wenn sich da mal neuere Scantechniken nicht als reine Verprechungen herausstellen).
Der Kommissionsentwurf sieht übrigens externe "Dienstleister" als mögliche Visaaussteller und Fingerscanner vor, was der Parlamentsausschuss nur als Ausnahme und lieber in sicheren Gebäuden der Behörden sehen würde, während der Entwurf des Parlamentsausschusses die mögliche Ausnahme von der biometrischen Erfassung für "Inhaber von Diplomaten-, Dienst-, Amts- und Sonderpässen" einführt. Prima, dann braucht ein Terrorist ja doch nur das passende ID-Dokument und einen wohlwollenden Staat.
Und heute berichtet die Daily Mail im Artikel No high-tech scanners for Commons over fears terrorists could chop off MP's finger to get in, dass entgegen anfänglicher Pläne doch keine Fingerabdruck-Scanner als Zugangskontrollsystem für das Unterhaus des britischen Parlaments installiert werden. Die Sicherheitsberater des Parlaments hatten den Volksvertretern, die ihrem Volk mit der Regierung biometrische Fingerabdrücke in neuen ID-Cards zwangsverordnen, klargemacht, dass ein Selbstmordattentäter keine Probleme damit hätte, ihnen auch mal einen Finger abzuschneiden, um mit ihm die Fingerabdruckscanner zu überlisten, die Technik des biometrischen Fingerabdruckabgleichs zu unzuverlässig sei und die Sanner mit verschwitzten und dreckigen Fingerkuppen eh Probleme (s. o.) hätten.
Was das Problem der abgeschnittenen Finger angeht, das die Sicherheitsindustrie mit der Technik der Lebenderkennung kontern wollen, dürfte es für einen Experten mit medizinischen Kenntnissen im Team eines Terrorkommandos oder einer Gang doch kein Problem sein, die Venen des Amputats für den Trick an einen künstlichen Blukreislauf anzuschließen, der erwärmtes Blut mit einer Minipumpe durch den Fingerstummel pumpt. Nur so als Gedankenspiel für die Politiker, sollten sie auf "bessere Zeiten" hoffen.
So sehen die milliardenschweren Sicherheitssimulationen aus – von der anderen Seite aus betrachtet. Manchem Bürger, der sich für kleine Vergünstigungen bereitwillig daran beteiligt und nichts dabei findet, dass er für seine Kontrolle nicht nur mit seinen Steuern, sondern auch mit der erkennungsdienstlichen Auslieferung seiner persönlichsten Individualmerkmale an den Staat zahlt, wäre ein ähnlicher Perspektivenwechsel dringend zu verschreiben.
BKA-Präsident Ziercke trägt zum Beispiel seinen elektronischen Pass mit "RFID Funkchip inside" zu seinem persönlichen Zusatzschutz in passenden Sicherheitshüllen herum.
In Großbritannien weiß das Innenministerium, dass mit veralteten Videoüberwachungskameras, die derzeit unkoordiniert und ohne intelligente Verhaltens- und Personenerkennung im Einsatz sind, kein Überwachungsstaat zu machen ist.
Der Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres des Europäischen Parlaments schlägt in einem eigenen Entwurf zum Kommissionsentwurf zur Änderung der "Gemeinsamen Konsularischen Instruktionen" an Konsulate und Botschaften bezüglich der Aufnahme der zehn Chertoff'schen biometrischen Fingerabdrücke in Visa für das VIS dringend vor, doch alle über 79 Jahre alten Personen und Kinder nicht nur unter 14, sondern 12 Jahren von der biometrischen Fingerabdruckerfassung auszuschließen, da von ihnen nur unzuverlässige oder gar keine verwertbaren Fingerabdrücke genommen werden können (wenn sich da mal neuere Scantechniken nicht als reine Verprechungen herausstellen).
Der Kommissionsentwurf sieht übrigens externe "Dienstleister" als mögliche Visaaussteller und Fingerscanner vor, was der Parlamentsausschuss nur als Ausnahme und lieber in sicheren Gebäuden der Behörden sehen würde, während der Entwurf des Parlamentsausschusses die mögliche Ausnahme von der biometrischen Erfassung für "Inhaber von Diplomaten-, Dienst-, Amts- und Sonderpässen" einführt. Prima, dann braucht ein Terrorist ja doch nur das passende ID-Dokument und einen wohlwollenden Staat.
Und heute berichtet die Daily Mail im Artikel No high-tech scanners for Commons over fears terrorists could chop off MP's finger to get in, dass entgegen anfänglicher Pläne doch keine Fingerabdruck-Scanner als Zugangskontrollsystem für das Unterhaus des britischen Parlaments installiert werden. Die Sicherheitsberater des Parlaments hatten den Volksvertretern, die ihrem Volk mit der Regierung biometrische Fingerabdrücke in neuen ID-Cards zwangsverordnen, klargemacht, dass ein Selbstmordattentäter keine Probleme damit hätte, ihnen auch mal einen Finger abzuschneiden, um mit ihm die Fingerabdruckscanner zu überlisten, die Technik des biometrischen Fingerabdruckabgleichs zu unzuverlässig sei und die Sanner mit verschwitzten und dreckigen Fingerkuppen eh Probleme (s. o.) hätten.
Was das Problem der abgeschnittenen Finger angeht, das die Sicherheitsindustrie mit der Technik der Lebenderkennung kontern wollen, dürfte es für einen Experten mit medizinischen Kenntnissen im Team eines Terrorkommandos oder einer Gang doch kein Problem sein, die Venen des Amputats für den Trick an einen künstlichen Blukreislauf anzuschließen, der erwärmtes Blut mit einer Minipumpe durch den Fingerstummel pumpt. Nur so als Gedankenspiel für die Politiker, sollten sie auf "bessere Zeiten" hoffen.
So sehen die milliardenschweren Sicherheitssimulationen aus – von der anderen Seite aus betrachtet. Manchem Bürger, der sich für kleine Vergünstigungen bereitwillig daran beteiligt und nichts dabei findet, dass er für seine Kontrolle nicht nur mit seinen Steuern, sondern auch mit der erkennungsdienstlichen Auslieferung seiner persönlichsten Individualmerkmale an den Staat zahlt, wäre ein ähnlicher Perspektivenwechsel dringend zu verschreiben.
von ravenhorst - Owl,
gepostet am Sonntag, 21. Oktober 2007 um 17:06

