Sportliche Videoüberwachung aus der Luft in der Schweiz
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Für die Schweiz und die Polizei der Austragungsorte wird die 2008 stattfindende Fußball-Europameisterschaft wie andere sportliche Großereignisse eine willkommene Testumgebung abgeben, um von der Luftwaffe beigesteuerte Drohnen zur Videoüberwachung über den Stadtgebieten zu erproben. Ist ja auch mal etwas anderes als Planspiele und Übungen.
Enge Zusammenarbeit zwischen Polizei- und Militärkräften im Inland ist also nicht nur ein Thema bei rein politischen Events wie dem G8-Gipfel in Heiligendamm, wo man sich mit Drohnen gar nicht abgab, sondern direkt Tornados über Demonstranten hinwegdonnern ließ, weil es die Polizeiführung so wollte. In der Schweiz sind es keine bedrohlichen Demonstranten – denen demonstriert die Polizei im Vorfeld ihre Macht, wenn sie unangemeldet für mehr kulturelle Freiräume statt prestigeträchtiger Großevents feiern und demonstrieren.
Wie die Stadtpolizei Zürich am 27. November mitteilte, geht es ihr darum, dass "es der Polizei dank Bildern aus der Luft besser möglich ist, kritische Menschenansammlungen, grössere tätliche Auseinandersetzungen zwischen Fangruppierungen, grosse Fussgängerströme oder Staus auf den Verkehrsachsen rechtzeitig zu erkennen und sichernde Massnahmen einzuleiten". Die dabei gewonnen Erfahrungen wird man für andere Anlässe und Ereignisse, bei denen Menschenmassen, ihre Bewegungen und ihre menschliche Verhaltensweisen eine Rolle spielen, die als "kritisch" eingestuft werden, zu nutzen wissen.
Um sich schon einmal mit den neuen Möglichkeiten der Beobachtung aus der Luft vertraut zu machen, wurde am Donnerstag, den 29. November anlässlich des Fussballspiels FC Zürich gegen FC Toulouse über dem Züricher Letzigrund-Stadion und benachbarten Stadtteilen der Einsatz einer Drohne der Luftwaffe in einem ersten Versuch einer Reihe folgender Feldversuche getestet, die "aus grösserer Entfernung Luftbilder vom Fussballstadion und der Umgebung in Zürich direkt in den Führungsraum der Stadtpolizei übermittelt".
Wie die Stadtpolizei sagt, kommen während der Europameisterschaft neben Super Puma Helikoptern der Luftwaffe die Drohnen zum Einsatz, weil sich "beide Fluggeräte als fliegende Plattformen für Videokameras eignen".
Während man zur Europameisterschaft noch die bemannten Super Puma Helikopter neben den umbemannten Drohnen einsetzt, könnte sich auch das in Zukunft(?) ändern, wenn Polizeibehörden und Militär erst einmal unbemannte Helikopter-Drohnen wie den Camcopter S-100 in ihr Arsenal aufnehmen, der im Nachbarland Österreich von Schiebel produziert wird.
Die EU-weite Flugerlaubnis hatte Schiebel im Juni 2007 von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) für den Camcopter erhalten, so dass der unbemannte Überwachungs-Helikopter mit seinen hochauflösenden Videoüberwachungs- und Wärembildkameras nicht nur in Asien und im Nahen Osten fliegen wird, sondern für zivile und militärische Überwachungsmissionen auch in Europa. Bei der Überwachung der Grenze zur Slowakei hat der Camcopter in Österreich das Bundesinnenministerium überzeugt und schon 2006 konnte sich die damalige Bundesinnenministerin Luise Prokop den Camcopter "als mögliches Einsatzmittel bei der Fußball-EM 2008" vorstellen.
Ein Detail am Rande: Zwischen Schiebel und Diehl BGT Defence (dazu später) gibt es schon seit einiger Zeit eine Kooperation, mit dem Ziel den Camcopter S-100 in Deutschland zu vermarkten, denn "der Camcopter S-100 ist ein Kandidat als bordgestütztes Aufklärungsmittel für die deutschen Korvetten K 130 im Rahmen der Anforderungen für das System für die abbildende Aufklärung in der Tiefe des Einsatzgebietes (SAATEG)", so eine Pressemitteilung von Schiebel vom 19.06.2007.


"Camcopter" von Schiebel.
Abbildungen: Schiebel.
Bei den Drohnen für die Europameisterschaft kommt laut der Züricher Stadtpolizei der Vorteil hinzu, dass sie "aufgrund der Flughöhe nicht oder nur schwach hörbar sind". Die Luftaufnahmen seien aber nur für den "groben Überblick über den Einsatzort" gedacht, da die Videoüberwachung der Drohnen "die Identifikation von Menschen oder Fahrzeug-Kontrollschildern nicht zulässt". Versprochen wurde auch, dass die Luftaufnahmen nicht aufgezeichnet würden, weshalb die verantwortlichen Datenschutzbeauftragten ihre Zustimmung gaben.
Da kann man nur hoffen, dass man auf den Camcopter verzichtet und sich die Datenschutzbeauftragten die Kameras der Pumas und Drohnen genauso gut anschauen wie das verkabelte Equipment in den Führungsräumen, denn mit einem Handgriff gibt es schärfere und identifizierende Kameras – und Rekorder.
Während man sich in Österreich bei der sportlichen Videoüberwachung aus dem Luftraum auf Diehls SensoCopter Drohne verlässt, wird bei den Schweizern aufgrund der Anforderung hohe Flughöhe bei längerer Videoüberwachung eher das Schmuckstück des Schweizer Rüstungskonzerns RUAG in Gestalt der Ranger Drohne eine Rolle spielen, die als taktische Drohne (TUAV) "ADS 95" von der Luftwaffe in der Schweiz und in Finnland genutzt und von RUAG gerade zum "Super RANGER" weiterentwickelt wird.
Ranger TUAV
Abbildung: Schweizer Luftwaffe.


Das kommende Super Ranger TUAV.
Abbildungen: RUAG.
Laut des Beitrags Das Rüstungsimperium der RUAG spielten Ranger Drohnen auch bei der Vorbereitung gezielter Tötungen von politischen Gegener in Palästina durch die israelischen Armee eine Rolle, was kein Wunder ist, stellt Ranger doch ein Gemeinschaftsprodukt der RUAG und Israel Aircraft Industries (IAI) dar, die weltbekannt für ihre Drohnen sind und die israelische Armee ausstatten. Zur Europameisterschaft wird man wohl darauf verzichten, Ranger als Killer-Drohne gegen Hooligans und "kritische Menschenmassen" einzusetzen.
Wer sich für weitere Informationen zum Sicherheitsprogramm der Schweiz zur Fußball-Europameisterschaft interessiert, kann beim Eidgenössischem Justiz- und Polizeidepartement, auf den Switzerland Sicherheits-Seiten und der Schweizerischen Kriminalprävention vorbeischauen.
Siehe auch:
Flight Global - Swiss use UAV to monitor soccer crowds.
Enge Zusammenarbeit zwischen Polizei- und Militärkräften im Inland ist also nicht nur ein Thema bei rein politischen Events wie dem G8-Gipfel in Heiligendamm, wo man sich mit Drohnen gar nicht abgab, sondern direkt Tornados über Demonstranten hinwegdonnern ließ, weil es die Polizeiführung so wollte. In der Schweiz sind es keine bedrohlichen Demonstranten – denen demonstriert die Polizei im Vorfeld ihre Macht, wenn sie unangemeldet für mehr kulturelle Freiräume statt prestigeträchtiger Großevents feiern und demonstrieren.
Wie die Stadtpolizei Zürich am 27. November mitteilte, geht es ihr darum, dass "es der Polizei dank Bildern aus der Luft besser möglich ist, kritische Menschenansammlungen, grössere tätliche Auseinandersetzungen zwischen Fangruppierungen, grosse Fussgängerströme oder Staus auf den Verkehrsachsen rechtzeitig zu erkennen und sichernde Massnahmen einzuleiten". Die dabei gewonnen Erfahrungen wird man für andere Anlässe und Ereignisse, bei denen Menschenmassen, ihre Bewegungen und ihre menschliche Verhaltensweisen eine Rolle spielen, die als "kritisch" eingestuft werden, zu nutzen wissen.
Um sich schon einmal mit den neuen Möglichkeiten der Beobachtung aus der Luft vertraut zu machen, wurde am Donnerstag, den 29. November anlässlich des Fussballspiels FC Zürich gegen FC Toulouse über dem Züricher Letzigrund-Stadion und benachbarten Stadtteilen der Einsatz einer Drohne der Luftwaffe in einem ersten Versuch einer Reihe folgender Feldversuche getestet, die "aus grösserer Entfernung Luftbilder vom Fussballstadion und der Umgebung in Zürich direkt in den Führungsraum der Stadtpolizei übermittelt".
Wie die Stadtpolizei sagt, kommen während der Europameisterschaft neben Super Puma Helikoptern der Luftwaffe die Drohnen zum Einsatz, weil sich "beide Fluggeräte als fliegende Plattformen für Videokameras eignen".
Während man zur Europameisterschaft noch die bemannten Super Puma Helikopter neben den umbemannten Drohnen einsetzt, könnte sich auch das in Zukunft(?) ändern, wenn Polizeibehörden und Militär erst einmal unbemannte Helikopter-Drohnen wie den Camcopter S-100 in ihr Arsenal aufnehmen, der im Nachbarland Österreich von Schiebel produziert wird.
Die EU-weite Flugerlaubnis hatte Schiebel im Juni 2007 von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) für den Camcopter erhalten, so dass der unbemannte Überwachungs-Helikopter mit seinen hochauflösenden Videoüberwachungs- und Wärembildkameras nicht nur in Asien und im Nahen Osten fliegen wird, sondern für zivile und militärische Überwachungsmissionen auch in Europa. Bei der Überwachung der Grenze zur Slowakei hat der Camcopter in Österreich das Bundesinnenministerium überzeugt und schon 2006 konnte sich die damalige Bundesinnenministerin Luise Prokop den Camcopter "als mögliches Einsatzmittel bei der Fußball-EM 2008" vorstellen.
Ein Detail am Rande: Zwischen Schiebel und Diehl BGT Defence (dazu später) gibt es schon seit einiger Zeit eine Kooperation, mit dem Ziel den Camcopter S-100 in Deutschland zu vermarkten, denn "der Camcopter S-100 ist ein Kandidat als bordgestütztes Aufklärungsmittel für die deutschen Korvetten K 130 im Rahmen der Anforderungen für das System für die abbildende Aufklärung in der Tiefe des Einsatzgebietes (SAATEG)", so eine Pressemitteilung von Schiebel vom 19.06.2007.



"Camcopter" von Schiebel.
Abbildungen: Schiebel.
Da kann man nur hoffen, dass man auf den Camcopter verzichtet und sich die Datenschutzbeauftragten die Kameras der Pumas und Drohnen genauso gut anschauen wie das verkabelte Equipment in den Führungsräumen, denn mit einem Handgriff gibt es schärfere und identifizierende Kameras – und Rekorder.
Während man sich in Österreich bei der sportlichen Videoüberwachung aus dem Luftraum auf Diehls SensoCopter Drohne verlässt, wird bei den Schweizern aufgrund der Anforderung hohe Flughöhe bei längerer Videoüberwachung eher das Schmuckstück des Schweizer Rüstungskonzerns RUAG in Gestalt der Ranger Drohne eine Rolle spielen, die als taktische Drohne (TUAV) "ADS 95" von der Luftwaffe in der Schweiz und in Finnland genutzt und von RUAG gerade zum "Super RANGER" weiterentwickelt wird.

Ranger TUAV
Abbildung: Schweizer Luftwaffe.


Das kommende Super Ranger TUAV.
Abbildungen: RUAG.
Wer sich für weitere Informationen zum Sicherheitsprogramm der Schweiz zur Fußball-Europameisterschaft interessiert, kann beim Eidgenössischem Justiz- und Polizeidepartement, auf den Switzerland Sicherheits-Seiten und der Schweizerischen Kriminalprävention vorbeischauen.
Siehe auch:
Flight Global - Swiss use UAV to monitor soccer crowds.
von ravenhorst - Owl,
gepostet am Dienstag, 4. Dezember 2007 um 1:16

