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Videoüberwachung in Wohnungen und Internetcafes

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Mich überraschen die Pläne des Bundeskriminalamtes und der Landeskriminalämter, zusätzlich zur Verwanzung in Wohnungen Mini-Videoüberwachungskameras einzusetzen und die Videoüberwachung von Arbeitsplätzen in Internetcafes zu forcieren, überhaupt nicht. Sie sind die nächsten logischen Schritte. Deshalb schrieb ich am 11. September anlässlich der Verhaftung der drei Islamisten, die der IJU zugerechnet wurden, den Beitrag Totalüberwachung zum Kaffee. Man kann sich auch Schützenhilfe für Internetüberwachung anschauen, bei dem die zwingende Internetcafe-Überwachung schon 2006 von einem Verfassungschützer aufs Tablett gebracht wurde. Die Videoüberwachung lässt sich auch noch mit einer Ausweispflicht kombinieren – wie in Italien oder China und Tibet.

Auch der zusätzliche Einsatz der Videoaufklärung in Wohnungen ist logisch. Wenn sie einen Rechner vor sich haben, den sie nicht knacken können, um ihre Trojaner zu installieren, werden sie Mini-Videospione installieren, die mit Vogelperspektive auf die Tastatur und/oder auf den Monitor gerichtet sind, um visuell Passwörter und -phrases, Log-in Daten, E-Mail Adressen und die Adressen frequentierter Plattformen im Web aufzufangen. Hinterher brauchen die Behörden nur noch auf die gleiche Website gehen und sich dort einloggen um mitzulesen, verschlüsselten E-Mail und Chat Verkehr abfangen, für dessen Entschlüsselung allerdings je nach System neben der Passphrase auch noch der private Schlüssel nötig ist. Den kann man durch Beschlagnahmungen und Festplattenspiegelungen erhalten und wenn sie Glück haben, erhält man über die Mini-Videospione auch das Passwort verschlüsselter Dateisysteme und Festplatten, womit sich also eine Menge der Schutzmaßnahmen ausheben ließe, die sich aktuell viele Leute gegen Online-Durchsuchung und Quellen-TKÜ überlegt haben.

Dazu stellvertretend für ähnliche Überlegungen ein Ausschnitt aus dem Beitrag über die Nutzung von Verschlüsselung und USB-Sticks:
Für die Paranoiker: Gegen Spionageabsichten auf fremden Rechnern hat man eh keine Chance. Entweder könne Software-Keylogger laufen, es sind Hardware-Keylogger im Rechner oder an der Tastaur verbaut, ein Spionageprogramm fertigt im Hintergrund permanente Screenshots an oder eine Videoüberwachungskamera im Rücken linst Dir über die Schulter, wenn ein Freak nicht direkt mit Tempestangriffen herumspielt.
Wenn die Sicherheitsbehörden und -politiker nicht gestoppt werden, werden sie alle Register ziehen und Mittel einsetzen, um ihre Ziele zu erreichen. Ihr müsst einfach das Undenkbare und das technisch Machbare zusammendenken, dann kommt man den mittel- bis langfristigen Überwachungsplänen schon ziemlich nahe. Dazu gehört auch das präventive Abhören von Telefonaten für Polizeibehörden, das ein weiteres Steinchen im Mosaik darstellt, das aus dem BKA eine neue Art Geheimer Staatspolizei macht:
In den Polizeigesetzen der Länder solle außerdem einheitlich geregelt werden, dass Beamte bereits dann "präventivpolizeilich" Telefonate abhören können, wenn der Betroffene noch gar kein Beschuldigter sei.
von ravenhorst - Owl, gepostet am Samstag, 8. Dezember 2007 um 14:14
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