Ein Blick in die Glaskugel zur smarten Videoüberwachung
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Der VDI hat den interessanten, aber wenig kritischen Artikel Die Zukunft der Videoüberwachung als Ausblick auf den zukünftigen Einsatz der "intelligenten Videoüberwachung" mit vernetzten "Smart Cameras" im Angebot.
Darin geht es um die vernetzten Matrix Vision Smart Cameras, die in den Produkten der SmartSurv Vision Systems GmbH zum Einsatz kommen, die im Artikel fälschlich als "Projekt" bezeichnet wird und die sich in einer ihrer Werbebroschüren meine Version des DIN-Symbols für Videoüberwachung zu eigen gemacht hat – Humor haben sie ja.
Desweiteren ist der Lehrstuhl für Graphisch-Interaktive Systeme (GRIS) der Universität Tübingen mit im Spiel, der sich in seinen Projekten u. a. mit der 3D-Modellierung und -Visualisierung von Objekten und Umgebungen in Echtzeit beschäftigt, die in die "intelligente Videoüberwachung" einfließen. Das Projekt, das im Artikel genannt wird, ist das SmartSurv3D Projekt des Lehrstuhls von Sven Fleck, der zugleich Manager der SmartSurv GmbH ist. Praktisch erprobt werden die SmartSurv Systeme laut des Artikels zur Zeit in der Seniorenresidenz Park Sanssouci in Potsdam, wo vom GRIS in einem Flur vier SmartSurv Videoüberwachungskameras installiert wurden, mit denen an Alterdemenz erkrankte Senioren erkannt und vom System an die Nachtschwester gemeldet werden, wenn diese über den Flur wandern und hinfallen.
Zum Datenschutz heißt es im Artikel:
Ingesamt bietet der Artikel wenig Neues für diejenigen, die sich mit "intelligenter Videoüberwachung" beschäftigen, aber (wenn die Links nicht fehlen würden) eine gute Zusammenfassung zur sich abzeichnenden zukünftigen Entwicklung der Videoüberwachung:
Die Videoüberwachungskameras der Zukunft sind deshalb smart, weil sie nur noch digital statt analog arbeiten und alle Rechenkapazitäten bereits eingebaut haben: Computer und Programme für Objekt-, Umgebungs- und Gesichtserkennung, für die Erkennung von Verhaltensmustern und für die Analyse und Bewertung der Videoinhalte.
Alle Videoüberwachungskameras sind netzwerkfähig und Nodes von Funk-Netzwerken. Sie können zu Tausenden so aufgestellt werden, dass sich ihre Erfassungswinkel überlappen, so dass sich ähnlich wie bei den Funkzellen der Mobilfunkkommunikation Zellen von Überwachungsräumen bilden, die sich durch die Überlappung der Erfassungsbereiche und die Vernetzung per Funk zu einem einzigen großen Überwachungsraum zusammenfügen.
Eine Person oder ein Gegenstand, der dem Muster der erwünschten Verhaltensparamter widerspricht und den deshalb eine smarte Videoüberwachungskamera erfasst, wird bei Verlassen der Überwachungszelle der Videoüberwachungskamera an die nächste Kamera "weitergereicht", so dass sich der Weg und der Aufenthaltsort des überwachten Objekts über den gesamten Überwachunsgraum verfolgen – und bei Aufzeichnung der Daten in den Knoten-Servern des Netzwerks – auch zurückverfolgen lässt.
Die Systeme sind mit 3D-Programmen ausgerüstet, die einerseits den smarten Videoüberwachungskameras helfen sollen, ihre Umgebung und die sich darin bewegenden Objekte räumlich zu "verstehen" und die Überwachungsobjekte zu lokalisieren, andererseits wird das Überwachungsresultat mit einer 3D-Szenerie überlagert, um dem Überwachungspersonal eine besser wahrzunehmende Perspektive auf Überwachungobjekt und -szenerie zu liefern. Die gesamte Vorarbeit von der Aufnahme, Verfolgung, Bewertung, Analyse und Darstellung wird von den Videoüberwachungskameras übernommen und nicht mehr vom Überwachungspersonal. Das bekommt nur noch die Produkte der Videoüberwachung als Alarm, Bild- und Videosequenz auf den Schirm.

Smarte Videoüberwachung in- und outdoor.
Abbildungen: SmartSurv / SmartSurv3D.
Was den smarten Kameras und den Videoüberwachungsnetzen noch Steine in den Weg legt, sind die noch unzureichenden Programme für maschinelles Lernen, um sich vollständig automatisch aufeinander einzustellen, Informationen untereinander auszutauschen und zu verarbeiten. Hinzu kommen die noch unzureichenden Algorithmen zur Bildverarbeitung und -analyse, die mit unterschiedlichen Lichtbedingungen und sich schnell verändernden Szenerien zurande kommen müssen. Für ein Taschengeld werden solche Videoüberwachungsnetze auch nicht zu haben sein.
Deshalb rechnet Professor Rinner laut des VDI Artikels frühestens in fünf bis zehn Jahren mit marktreifen Netzwerken smarter Videoüberwachungskameras und sein Kollege Hamid Aghajan ergänzt:
Sven Fleck
Überwachungssystem mit integrierter Visualisierung - Verteiltes, auf intelligente Kameras basiertes Überwachungssystem erfasst Ereignisse in ein integriertes, georeferenziertes 3DModell, alles in Echtzeit
Darin geht es um die vernetzten Matrix Vision Smart Cameras, die in den Produkten der SmartSurv Vision Systems GmbH zum Einsatz kommen, die im Artikel fälschlich als "Projekt" bezeichnet wird und die sich in einer ihrer Werbebroschüren meine Version des DIN-Symbols für Videoüberwachung zu eigen gemacht hat – Humor haben sie ja.
Desweiteren ist der Lehrstuhl für Graphisch-Interaktive Systeme (GRIS) der Universität Tübingen mit im Spiel, der sich in seinen Projekten u. a. mit der 3D-Modellierung und -Visualisierung von Objekten und Umgebungen in Echtzeit beschäftigt, die in die "intelligente Videoüberwachung" einfließen. Das Projekt, das im Artikel genannt wird, ist das SmartSurv3D Projekt des Lehrstuhls von Sven Fleck, der zugleich Manager der SmartSurv GmbH ist. Praktisch erprobt werden die SmartSurv Systeme laut des Artikels zur Zeit in der Seniorenresidenz Park Sanssouci in Potsdam, wo vom GRIS in einem Flur vier SmartSurv Videoüberwachungskameras installiert wurden, mit denen an Alterdemenz erkrankte Senioren erkannt und vom System an die Nachtschwester gemeldet werden, wenn diese über den Flur wandern und hinfallen.
Zum Datenschutz heißt es im Artikel:
SmartSurv-Projektleiter Fleck sieht für Sicherheitssysteme mit intelligenten Kameras im Vergleich zu heutigen Überwachungslösungen noch einen weiteren Vorteil: beim Datenschutz. Für die smarten Kameras ist überhaupt nicht mehr interessant, wer etwas macht, sondern nur noch, was er macht und ob dies gemeldet werden sollte. Alles andere bleibt unbemerkt.
Was natürlich unterschlägt, dass zur smarten Videoüberwachung auch die intensive Forschung zur Gesichts- und Iriserkennung gehört, die wie die Kombination von Videoüberwachung mit RFID Lese-Sensoren sehr wohl darauf abzielt, auch zu wissen "wer etwas macht" und die Erfassung von Verhaltensweisen und Handlungen, gepaart mit der Ungewissheit des Überwachten, ob sein Verhalten überwacht, aufgezeichnet und unter Umständen Anlass für Reaktionen anonym bleibender Überwacher bietet, sehr wohl invasiv die informationelle Selbstbestimmung missachtet und in die Privatsphäre eindringt.
Im Artikel kommen auch Bernhard Rinner vom Institut für Vernetzte und Eingebettete Systeme der Universität Klagenfurth und Hamid Aghajan vom Labor für funkgestützte Sensornetzwerke an der Universität von Stanford zu Wort. Beide Professoren arbeiten an Funk-Netzwerken aus smarten Videoüberwachungskameras, die mit weiteren "Sensoren" wie zum Beispiel RFID Funkchip Lesegeräten aus- oder besser aufgerüstet werden können.Ingesamt bietet der Artikel wenig Neues für diejenigen, die sich mit "intelligenter Videoüberwachung" beschäftigen, aber (wenn die Links nicht fehlen würden) eine gute Zusammenfassung zur sich abzeichnenden zukünftigen Entwicklung der Videoüberwachung:
Die Videoüberwachungskameras der Zukunft sind deshalb smart, weil sie nur noch digital statt analog arbeiten und alle Rechenkapazitäten bereits eingebaut haben: Computer und Programme für Objekt-, Umgebungs- und Gesichtserkennung, für die Erkennung von Verhaltensmustern und für die Analyse und Bewertung der Videoinhalte.
Alle Videoüberwachungskameras sind netzwerkfähig und Nodes von Funk-Netzwerken. Sie können zu Tausenden so aufgestellt werden, dass sich ihre Erfassungswinkel überlappen, so dass sich ähnlich wie bei den Funkzellen der Mobilfunkkommunikation Zellen von Überwachungsräumen bilden, die sich durch die Überlappung der Erfassungsbereiche und die Vernetzung per Funk zu einem einzigen großen Überwachungsraum zusammenfügen.
Eine Person oder ein Gegenstand, der dem Muster der erwünschten Verhaltensparamter widerspricht und den deshalb eine smarte Videoüberwachungskamera erfasst, wird bei Verlassen der Überwachungszelle der Videoüberwachungskamera an die nächste Kamera "weitergereicht", so dass sich der Weg und der Aufenthaltsort des überwachten Objekts über den gesamten Überwachunsgraum verfolgen – und bei Aufzeichnung der Daten in den Knoten-Servern des Netzwerks – auch zurückverfolgen lässt.
Die Systeme sind mit 3D-Programmen ausgerüstet, die einerseits den smarten Videoüberwachungskameras helfen sollen, ihre Umgebung und die sich darin bewegenden Objekte räumlich zu "verstehen" und die Überwachungsobjekte zu lokalisieren, andererseits wird das Überwachungsresultat mit einer 3D-Szenerie überlagert, um dem Überwachungspersonal eine besser wahrzunehmende Perspektive auf Überwachungobjekt und -szenerie zu liefern. Die gesamte Vorarbeit von der Aufnahme, Verfolgung, Bewertung, Analyse und Darstellung wird von den Videoüberwachungskameras übernommen und nicht mehr vom Überwachungspersonal. Das bekommt nur noch die Produkte der Videoüberwachung als Alarm, Bild- und Videosequenz auf den Schirm.


Smarte Videoüberwachung in- und outdoor.
Abbildungen: SmartSurv / SmartSurv3D.
Deshalb rechnet Professor Rinner laut des VDI Artikels frühestens in fünf bis zehn Jahren mit marktreifen Netzwerken smarter Videoüberwachungskameras und sein Kollege Hamid Aghajan ergänzt:
"Die Systeme müssen in Zukunft noch viel intelligenter werden ... sie müssen aus früheren Beobachtungen und Fehlern lernen und so die geeigneten Schlüsse ziehen können."
Siehe auch:Sven Fleck
Überwachungssystem mit integrierter Visualisierung - Verteiltes, auf intelligente Kameras basiertes Überwachungssystem erfasst Ereignisse in ein integriertes, georeferenziertes 3DModell, alles in Echtzeit
von ravenhorst - Owl,
gepostet am Samstag, 12. Januar 2008 um 11:06


