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Aufrüstung an Amerikas Grenzen mit Funkchips und Videoüberwachung

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Mit Aufträgen über 160 Millionen US$ an die Unternehmen General Dynamics Information Technology, Unisys, Intermec und Perceptics wird die Aufrüstung von 39 Grenzstationen an den Grenzen zu Kanada, Mexiko, den karibischen Inseln und Bermuda mit RFID Funkchip ID-Karten, RFID-Lesegeräten und Videoüberwachung im Rahmen des PASSport Programms für die Western Hemisphere Travel Initiative (WHTI) des US-Heimatschutzministeriums weiter vorangetrieben.

Über den Ausbau berichten Government Executive im Artikel State, DHS grant RFID contracts to speed border crossings und Government Technology im Artikel CBP Upgrades Border Technology.

Kernstück ist die UHF Gen 2 RFID Funkchip Identitäts-Karte, deren Produktion für das Ausbauprogramm laut der Planung des US-Außenministeriums in diesem Frühjahr bei General Dynamics beginnen soll, wofür 99,3 Millionen US$ über fünf Jahre an General Dynamics gehen. Unisys und Intermedics liefern die dafür nötigen RFID Lesegeräte, Perceptics spezielle Videoüberwachungssysteme.
RFID Karte
RFID Karte

Die RFID ID-Karte von General Dynamics zur "ID Sicherheit für die Nationale Sicherheit, denn alles andere bringt unsere Nation in Gefahr"
Die ID-Karte , die auch als "Vicinity Card" bezeichnet wird, zeichnet sich vor allem durch den RFID Funkchip gemäß des EPCglobal UHF Class 1 Gen 2 Standard aus. Aufgrund dieser Technik, die bisher nur in Logistik- und Warenlieferungsketten zum Einsatz kommt, können diese Funkchips in größerer Anzahl bei gleicher Zeitdauer von RFID Lesegeräten ausgelesen werden (300 - 600 pro Sekunde) als das zum Beispiel bei den Funkchips der Fall ist, die wir jetzt im ePass und dem kommenden ePerso finden. Im Unterschied zu diesen Funkchips sind sie statt einiger Zentimeter auf eine Distanz von 6 bis 9 Metern auszulesen.
Smartcard Alliance Grafik

Abbildung zum neuen Grenzkontrollsystem aus dem White Paper The Consequences to Citizen Privacy and National Security in Adopting RFID Technology for Border Crossing Identity Documents der Smart Card Alliance, mit der die Allianz das System kritisert und zugleich für die Smartcards ihrer Mitglieder wirbt.
An den Grenzen brauchen die Beamten nicht mehr ihren Posten verlassen und die ID-Karte am PKW auslesen und die US-Heimatschutz und -Grenzbehörde erhofft sich aufgrund der hohene Leserate, dass die Grenzgänger quasi in der Vorbeifahrt überprüft werden können, um Verzögerungen durch Warteschlangen zu vermeiden.

Mit der PASS-Karte testet das US-Heimatschutzministerium eine RFID ID-Karte für zukünftige Generationen von ID-Dokumenten, die nicht nur mit Tricks auf größere Entfernungen von RFID Lesegeräten – die nicht nur an Grenzen installiert sein müssen – auslesbar sind, sondern deren Technik schon darauf ausgelegt ist, sie auf größere Entfernungen auslesbar zu machen.

Wenn die gleiche Funkchip-Technik in alle anderen funkchipgestützten ID-Karten Systeme der USA und im Gefolge irgendwann auch in denen Europas Einzug hält, bedeutet das für Amerikaner und Europäer, mit einer oder mehreren ID-Karten herumlaufen zu müssen, deren Chips überall, wo RFID Lesegeräte im Einsatz sein werden, auf eine Entfernung von bis zu 9 Metern auslesbar sind.

Das wird sie u. a. für Sensor-Netzwerke und den kombinierten Einsatz mit Videoüberwachungsnetzen interessant machen, deren Videokamerainstallationen mit RFID Lesegeräten kombiniert sind, die in entsprechenden Distanzen zum Überwachungsfeld oder -objekt montiert sind. Schwache Bild- bzw. Gesichtserkennungsleistungen können so mit RFID-Daten ausgeglichen und die Erfassung von Szenerien durch die Erfassung der Identität der Beteiligten ergänzt werden.

Auch die Videoüberwachung ist Bestandteil des Aufrüstungsprogramms, denn zusätzlich zur RFID-Technik kommt ein PKW-Kennzeichenerkennungssystem von Perceptics hinzu.
Videokameras zur PKW-Kennzeichen erkennung

Perceptics Videokameras zur PKW-Kennzeichenerkennung.
An den Grenzkontrollpunkten werden also nicht nur die ID-Nummern der RFID Chips auf größere Entfernungen erfasst, sondern parallel die Kennzeichen der vorbeifahrenden PKWs mit den Videokamera- und Kennzeichenerkennungs-System von Perceptics abgefilmt und erfasst. Die übertragene ID-Nummer und das Kennzeichen werden dann verknüpft, worauf die ID-Karte von General Dynamics laut Produktbeschreibung schon ausgelegt ist. Danach erfolgt der Abgleich mit den staatlichen Datenbanken, in denen biometrische Daten, Fahrlizenzdaten, persönliche Daten und Daten zu Kriminellen und Terrorverdächtigen abgespeichert sind.
von ravenhorst - Owl, gepostet am Samstag, 19. Januar 2008 um 10:38
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