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TV-Tipp: Stasi-Geheimdienstschätze

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In der Dokumentation Der Geheimdienstschatz - Zeugnisse gegen Vergessen und dreiste Lügen von Tobias Vogt und Markus Stockhaus, die Phoenix morgen ab 19:15 Uhr (Wiederholung am 16.02.08 ab 13.15 Uhr) zeigt, geht es um die Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen, Stasi-Akten, die Rosenholz-Dateien, Opfer und Täter des Staatssicherheitsdienstes.

Aus der Ankündigung:
Was die Stasi-Unterlagen-Behörde zur Aufarbeitung der DDR-Geschichte leistet und mit welchen Mitteln und Methoden der Geheimdienstapparat funktionierte, beschreibt der Film an einigen konkreten Beispielen. Zu Wort kommen Opfer und Täter der ehemaligen DDR-Geheimpolizei.

Dokumentiert werden tödlich endende Versuche, die Berliner Mauer und die innerdeutsche Grenze zu überwinden. Beschrieben wird die Fluchthilfe eines Studenten, die im Stasi-Knast endete.

Die langjährige Tätigkeit von inoffiziellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Ministeriums für Staatssicherheit in den beiden Kirchen ist ebenso ein Thema wie die Spionage in Bonn. Dabei spielt der Verrat in den Bundestagsparteien eine besondere Rolle.

(...)

Im Film "Der Geheimdienstschatz" dokumentieren die Autoren Zeugnisse gegen das Vergessen, gegen die Verharmlosung der SED-Diktatur. Herausgestellt wird auch die Bedeutung der Stasi-Hinterlassenschaft für die ganz persönliche Akteneinsicht von Bürgern, die jahrelang bespitzelt und drangsaliert wurden. Die Akten belegen auch, wer sich nicht mit der Stasi einließ und wer sich weigerte, Vertrauen zu brechen und Menschen zu verraten.
Vielleicht eine gute Ergänzung zum Film Das Leben der Anderen, der verdient in der Nacht zum Montag den Preis für den besten Film in nicht-englischer Sprache der Britischen Filmakademie erhielt.

Eine weitere Dokumentation, die ich vor zwei Wochen im MDR gesehen habe, ist auch zu empfehlen und fast noch beeindruckender als der Spielfilm "Das Leben der Anderen".

In der Dokumentation Aus Liebe zum Volk von 2004 hatten die beiden Regisseure Eyal Sivan und Audrey Maurion Originalauszüge aus dem Buchtitel "Ausgedient - Ein Stasi-Major erzählt" von Reinhardt O. Cornelius-Hahn aus dem Jahr 1990 durch Axel Prahl wiedergeben lassen, das auf einem Monolog eines Ex-Stasi Majors basiert, der in der Stasi für die "Bekämpfung von politisch-ideologischer Diversion und politischer Untergrundtätigkeit" verantwortlich war. Das Buch ist aktuell unter dem Titel Aus Liebe zum Volk - Ausgedient - Nach Notizen eines Stasi-Offiziers erzählt erhältlich.

Dem Monolog des Stasi-Offiziers wurden Aufnahmen aus dem Filmarchiv der Gauck-Behörde, Ausschnitte aus Schulungsfilmen der Stasi, aufgezeichnte Anrufe von "Informatinellen Mitarbeitern", Ton- und Videomitschnitte aus Verhören und Aufnahmen von Videoüberwachungskameras der Stasi beseite gestellt, die u. a. die oppositionelle Szene im öffentlichen Raum beobachteten.

Auf der Seite zum Film findet sich auch ein Interview mit den beiden Regisseuren. Daraus ein Auszug:
Sie verweisen in Ihrem Film auf die Aktualität des ostdeutschen Ideals totaler Observation, gerade nach dem 11. September 2001. Aber gibt es nicht doch große Unterschiede zwischen dem Überwachungsstaat DDR und dem mehrheitlich tolerierten Sicherheitswahn von heute?

Eyal Sivan: Es ist gleichzeitig verschieden und verwandt. Sehr ähnlich ist es sich in Bezug auf die Terminologie. Auch die Stasi hat immer vom Kampf gegen Terroristen gesprochen und sich damit öffentlich legitimiert. Das Verhältnis eines ganz natürlichen Sicherheitsbedürfnisses der Menschen einerseits und der Menschenrechte andererseits kommt so allmählich aus dem Gleichgewicht. Das ist eine sehr aktuelle Entwicklung.

In der Tat verblüffen viele Stellen des gesprochenen Textes in Ihrem Film durch Ihre augenscheinliche Aktualität. Haben Sie Veränderungen an der Vorlage vorgenommen, um diesen Effekt zu verstärken?

Audrey Maurion: Nein. Wir haben inhaltlich am Text des Stasi-Majors überhaupt nichts verändert. Wir mussten lediglich kürzen, aus dramaturgischen Gründen.

Eyal Sivan: "Krieg gegen den Terrorismus, Vernichtung des Feindes, Schutz der Heimat, Glück des Volkes..." – Alle diese Phrasen, die wir heute oft hören, finden sich original in den Stasi-Akten!
Das ist eben, worum es neben dem Überwachungs- und Spitzelsystem der Stasi auch geht: Um die Ähnlichkeiten zu heutigen Entwicklungen und der Ideologie des Primats der Sicherheit, aber auch um die Unterschiede in Qualität und Ausmaß von Repression und Überwachung, um die Gefahr der Verharmlosung, wenn man ständig mit der Gleichsetzung der Sicherheitspolitik und der Sicherheitspolitiker im heutigen Deutschland mit der STASI um sich wirft.
von ravenhorst - Owl, gepostet am Montag, 11. Februar 2008 um 19:46
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