Kleine und große Drohnen der Bundeswehr
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Neben den kleinen Drohnen, die neben Militärverbänden auch verstärkt von Polizeibehörden zur strategischen Luftaufklärung und von Hobbyisten für das eigene Privatvergnügen zusammengebastelt werden, gibt es auch die Mittelklasse, die "MALE" Drohnen.
MALE steht für "medium altitude, long-endurance". Das sind Drohnen, die nicht mehr von Hand zu starten oder im Rucksack zu transportieren sind, sondern größere Kaliber, die entweder eine Startbahn benötigen oder ein Katapult als Abschussplattform. Sie fliegen in mittlerer Flughöhe (ca. 10 bis 15 Kilometer) und erreichen maximal 24 bis 48 Stunden kontinuierlicherFlugdauer. Die nächstgrößere Klasse sind die "HALE" Drohnen, deren Hauptmerkmal "high altitude" ist, also eine noch größere Flughöhe (10 bis 20 Kilometer und mehr) als bei den MALE Drohnen. Beide haben einen Flugradius von mehreren hundert Kilometern.
MALE und HALE Drohnen können entweder für die Videoüberwachung aus der Luft, Überwachung von Signalen und Funkkommunikation ausgerüstet werden oder mit Raketen, was sie zu Kampf-Drohnen oder "Killer-Drohnen" macht.
Kampf- und Überwachungsausrüstung bei der "Sky Warrior" Drohne von General Atomics.
Abbildung: General Atomics.
Eine Erstausstattung mit MALE Drohnen will sich auch die Luftwaffe zulegen, wie Aviation Week im Beitrag Germany Launches UAV Program berichtet. Demnach hat das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung einen Wettbewerb ausgelobt, um zu ermitteln, welche der existierenden MALE Drohnen Bestandteil der UAV Programme der Bundeswehr werden. Das Programm für die unbemannten Drohnen setzt sich laut des Bundeswehrplans 2008 aus mehreren Komponenten zusammen. Zur Bedeutung und Zukunft der Drohnen für die Bundeswehr heißt es im Bundeswehrplan:


Von der bemannten Breque Atlantic zum unbemannten Euro Hawk für SIGINT Überwachungsmissionen, der hier nur ein Global Hawk im Gewand der Bundeswehr ist.
Quelle: Wikipedia Commons.
Wie der Name schon andeutet, basiert die Euro Hawk Drohne auf dem Erfolgsmodell Global Hawk von Northrop Grumman, das sich die Deutschen bereits 2003 für ihren Euro Hawk näher anschauten. Dem Testen und Beäugen der Drohne folgte im Jahr 2007 ein Vertrag des deutschen Verteidigungsministeriums mit der gegründeten EuroHawk GmbH, einem Joint Venture aus EADS und Northrop Grumman, über 559 Millionen Euro zur Entwicklung des Euro Hawks.
Zur Überbrückung der Zeit bis 2014 soll ab 2010 der Einsatz eines "Full Scale Demonstrators" vorgezogen werden, also der Test- und Versuchsversionen des endgültigen Euro Hawks.
Worauf sich der Aviation Week Artikel eigentlich bezieht, ist ein spezielles Projekt innerhalb der UAV Programme mit der Bezeichnung SAATEG, die für ein "System für die abbildende Aufklärung in der Tiefe des Einsatzgebietes (AbATEG)" steht. Der Bundeswehrplan führt aus, "das System ist für das zeitnahe Erreichen (ab 2010) einer Anfangsausstattung zur streitkräftegemeinsamen kontinuierlichen Lageaufklärung und Überwachung sowie zur Ziel- und Wirkungsaufklärung in der Tiefe des Einsatzgebietes vorgesehen".
Dahinter verbirgt sich im Gegensatz zur Euro Hawk HALE Drohne für SIGINT Aufgaben eine MALE Drohne, die der visuellen Luftaufklärung dient, also der Überwachung mit elektrooptischen Videoüberwachungskameras, Infrarot-Kameras und SAR-Radar, das auch beim deutschen Satellitenüberwachungssystem SAR-Lupe zum Einsatz kommt, das im Verbund mit den französischen HELIOS 2 Spionagesatelliten eingesetzt wird.
Der Auswahl des Herstellers für die Drohnen des SAATEG Projekts dient der angesprochene "Wettbewerb" des Bundesamts. Ganz oben auf der Liste der Kandidaten steht dabei die MQ9-Reaper (auch "Predator B") Drohne von General Atomics, die auf dem deutschen Markt durch den Diehl BGT Defence Konzern vermarktet wird, der auch die kleinere SensoCopter Drohne anbietet. Laut Aviation Week wird sich auch der wichtigste israelische Rüstungskonzern Israel Aerospace Industries (IAI) mit seiner neuen Heron-TP Drohne bewerben.

Predator B (oben) oder die riesige Heron TP (unten) Drohne könnte Deutschlands MALE Drohne für SAATEG Missionen werden.
Abbildungen: General Atomics und IAI.
Im Unterschied zur Drohnenflotte der Amerikaner, die für den "Globalen Krieg gegen den Terror" über allen Krisen- und Kriegsgebieten derzeit im Einsatz sind, nimmt sich die anfängliche MALE/HALE "Flotte" der Bundeswehr bescheiden aus, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen vom 5. November 2007 hervorgeht.
Dort heißt es, dass ab 2010 (bzw. 2014) am Luftwaffenstandort Kropp zunächst "5 UAV EURO HAWK (HALE) für die signalerfassende Aufklärung" und "5 UAV MALE als Anfangsausstattung für die abbildende Aufklärung in der Tiefe des Einsatzgebietes (SAATEG)" für das Aufklärungsgeschwader 51 "Immelmann" stationiert werden sollen. Aber die Bundesregierung denkt bereits an eine Vergrößerung der Drohnenflotte, denn "längerfristig ist der Ausbau der Anfangsausstattung SAATEG sowie der Aufbau der Fähigkeit zur weiträumigen abbildenden Aufklärung mit weiteren HALE Systemen mit Stationierungsort Kropp vorgesehen."
Das Aufklärungsgeschwader beteiligt sich derzeit mit "Recce" Aufklärungs-Tornados in Afghanistan, zu seinem Auftrag gehören aber auch laut Webseite "Flüge im Rahmen der Amtshilfe für Behörden des Bundes und der Länder", wie sie illegal mit Tornados gegen die Demonstranten über den Sicherheitszonen des G8-Gipfel in Heiligendamm geleistet wurde und wie sie verstärkt geleistet würde, wenn sich die CDU/CSU mit ihren Plänen zum verstärkten Einsatz der Bundeswehr im Innern zur "Gefahrenabwehr" und "Terrorbekämpfung" durchsetzen könnte.
In Zukunft – wenn sich ähnliche Ereignisse einstellen und sich die derzeitigen politischen Entwicklungen weiter fortsetzen – könnten nicht nur Tornados über die Köpfe von Demonstranten brettern, die auch noch den Nachteil haben, keine kontinuierliche Videoüberwachung leisten zu können, sondern auch unbemannte Euro Hawk, Predator, Heron Drohnen oder unbemannte Überwachungs-Helikopter.
Mit ihnen können Demonstranten oder andere des Terrors Verdächtige nicht nur kontinuierlich mit Videoüberwachunskamaras gefilmt, sondern auch direkt ihre funkgestüzte Internet- und Telekommunikationen abgefangen werden. In Krisen- oder kriegsähnlichen Situationen im Inland käme auch die Nutzung der Überwachungs-Drohnen als Kampf-Drohnen in Frage.
Als Kandidat und Ergänzung zum SAATEG Projekt für den Nahbereich und Niedriglug-Segment der Luftraumüberwachung mittels unbemannter Drohnen steht übrigens der Camcopter S-100 von Schiebel fest, der im Beitrag Sportliche Videoüberwachung aus der Luft in der Schweiz vorgestellt wurde. Er soll auf den K130 Korvetten der Deutschen Marine eingesetzt werden.
Schiebels Camcopter S-100.
Aber der Bundeswehrplan hat noch mit weiteren Drohnen und Drohnen-Projekten aufzuwarten, die Bestandteil der Drohnenflotte Deutschlands sind.
Im Einsatz ist bereits das "Kleinfluggerät Zielortung (KZO)", eine Aufklärungs-Drohne des Rheinmetall Defence Electronis Konzerns, von denen das Deutsche Heer für 275 Millionen Euro laut des Rheinmetall Artikels RDE-Drohnensysteme für die Streitkräfte der Zukunft bis Ende 2007 mindestens sechs Systeme erhalten haben sollte, "was 60 Drohnen Drohnen und den dazugehörigen Bodensystemen (z.B. zwölf Bodenkontrollstationen) entspricht". Die Drohne hat einen Aktionsradius von 65 bis 100 Kilometern und ist mit den gleichen Kameras ausgerüstet wie die kommende MALE Drohne. Im Verbund mit Panzerhaubitzen in Panzerbrigaden des Deutschen Heers dient sie der Aufklärung und Ortung von Zielen für die Panzerhaubitzen.

Die propellerangetriebene Version des KZO bei der Landung und im Flug.
Abbildungen: Wehrtechnische Dienststelle für Waffen und Munition.
Im Bundeswehrplan heißt es dazu, dass mit dem KZO "landgestützte Eingreif- und Stabilisierungskräfte in die Lage versetzt werden, luftgestützte Lage-/Ziel- und Wirkungsaufklärung mit einer Reichweite von bis zu 65 km durchzuführen und Aufklärungsergebnisse in Echtzeit verfügbar zu machen". Andere Zwecke als die Zielerkennung für Panzer sind natürlich möglich: "Klar, dass sich ein derartiges System auch zur Überwachung von Grenzen und Küsten mühelos einsetzen lässt (...) Aufklärung ist jedoch nicht allein eine Sache von Armeen. Polizeien in diversen Ländern nutzen Drohnen bereits zur Aufklärung" heißt es zum Beispiel bei Rheinmetall.
An die Seite des KZO gesellt sich die LUNA X-2000 ("Luftgestützte Unbemannte Nahaufklärungsausstattung") und die kleinere Aladin Drohne von EMT Penzberg.
Mit der LUNA Drohne können "in der abbildenden Aufklärung im Nahbereich (bis 40 km) wesentliche Fähigkeiten zum Entdecken, Orten, Identifizieren und Verfolgen stationärer und beweglicher Objekte/Ziele am Boden ereicht werden", wie es im Bundeswehrplan heißt. Vier LUNA Systeme sind bereits von der Bundeswehr beschafft, bis 2012 sollen vier weitere Systeme folgen. Ein LUNA System besteht aus dem Katapult zum Starten der Drohne, einer Bodenkontrollstation und 3 bis 4 Drohnen. Die LUNA Drohne kann aus einer Höhe von 4 Kilometern 3 bis 4 Stunden lang mittels SAR-Radar und digitalen Foto-, Video- und Infrarot-Kameras Echtzeit-Überwachungsaufnahmen zur Bodenstation übertragen.

Abbildungen: EMT Penzberg.
Die kleinere Aladin Drohne verfügt nur über Videoüberwachungskameras, eine maximale Flugdauer von 45 Minuten und einen Aktiosradius von ca. 10 Kilometern, kann dafür aber schnell an jeden Ort transportiert und dort per Hand gestartet werden, bietet sich also für schnelle ad hoc Missionen an, um sich kurzzeitig einen Überblick zu verschaffen, ohne viel Aufsehen zu erregen.
Alle Hersteller der mittleren Drohnenklasse werden sich über Aufträge und Förderung ihrer Produkte in Zukunft nicht sorgen müssen. Im Bundeswehrplan steht im Kapitel über "Unbemannte Luftfahrzeuge (UAV)", dass aufgrund der oben angesprochenen Bedeutung für das deutsche Militär, aber auch für die "zu erhaltende wettbewerbsfähige Kompetenz der deutschen Industrie auf dem Gebiet der taktischen Drohnen in Europa (...) die wehrtechnischen Fähigkeiten auf diesem Gebiet durch Aufträge im Bereich mittlerer Aufklärungs- und Kampfdrohnen, durch das Projekt WABEP und die Weiterentwicklung der UAV-Systeme MIKADO/ALADIN/LUNA/KZO unterstützt werden sollten".
Siehe auch:
junge Welt - Bundeswehr weltweit
MALE steht für "medium altitude, long-endurance". Das sind Drohnen, die nicht mehr von Hand zu starten oder im Rucksack zu transportieren sind, sondern größere Kaliber, die entweder eine Startbahn benötigen oder ein Katapult als Abschussplattform. Sie fliegen in mittlerer Flughöhe (ca. 10 bis 15 Kilometer) und erreichen maximal 24 bis 48 Stunden kontinuierlicherFlugdauer. Die nächstgrößere Klasse sind die "HALE" Drohnen, deren Hauptmerkmal "high altitude" ist, also eine noch größere Flughöhe (10 bis 20 Kilometer und mehr) als bei den MALE Drohnen. Beide haben einen Flugradius von mehreren hundert Kilometern.
MALE und HALE Drohnen können entweder für die Videoüberwachung aus der Luft, Überwachung von Signalen und Funkkommunikation ausgerüstet werden oder mit Raketen, was sie zu Kampf-Drohnen oder "Killer-Drohnen" macht.

Kampf- und Überwachungsausrüstung bei der "Sky Warrior" Drohne von General Atomics.
Abbildung: General Atomics.
Durch die technologische Entwicklung bei unbemannten Luftfahrzeugen/Drohnen und
autonomen Unterwasserfahrzeugen kann künftig ein breites Fähigkeitsspektrum mit
konzeptioneller Bedeutung mit diesen Systemen abgedeckt werden (...) Nicht nur als Aufklärer und Sensorträger sondern auch als Waffenträger werden diese Systeme eine immer größere Rolle spielen.
Im Kapitel "Nachrichtengewinnung und Aufklärung" werden die Bestandteile der deutschen UAV Programme beschrieben:
Wie es auch im Aviation Week Beitrag heißt, soll bis 2014 die Euro Hawk Drohne als HALE UAV die bisherigen bemannten Überwachungsflugzeuge des Typs BR-1150 ("Breguet Atlantic") ablösen, die wie die BR-1150s für SIGINT Missionen eingesetzt werden, also zum Abfangen von Funk- und Radarsignalen oder wie es im Bundeswehrplan heißt: Die Euro Hawk Drohne "soll die Fähigkeiten in der luftgestützten, flexiblen, reaktionsschnellen und nicht penetrierenden signalerfassenden weiträumigen Aufklärung verbessern..." Ende 2009 soll es erste Testflüge des Euro Hawks in Deutschland geben.


Von der bemannten Breque Atlantic zum unbemannten Euro Hawk für SIGINT Überwachungsmissionen, der hier nur ein Global Hawk im Gewand der Bundeswehr ist.
Quelle: Wikipedia Commons.
Zur Überbrückung der Zeit bis 2014 soll ab 2010 der Einsatz eines "Full Scale Demonstrators" vorgezogen werden, also der Test- und Versuchsversionen des endgültigen Euro Hawks.
Worauf sich der Aviation Week Artikel eigentlich bezieht, ist ein spezielles Projekt innerhalb der UAV Programme mit der Bezeichnung SAATEG, die für ein "System für die abbildende Aufklärung in der Tiefe des Einsatzgebietes (AbATEG)" steht. Der Bundeswehrplan führt aus, "das System ist für das zeitnahe Erreichen (ab 2010) einer Anfangsausstattung zur streitkräftegemeinsamen kontinuierlichen Lageaufklärung und Überwachung sowie zur Ziel- und Wirkungsaufklärung in der Tiefe des Einsatzgebietes vorgesehen".
Dahinter verbirgt sich im Gegensatz zur Euro Hawk HALE Drohne für SIGINT Aufgaben eine MALE Drohne, die der visuellen Luftaufklärung dient, also der Überwachung mit elektrooptischen Videoüberwachungskameras, Infrarot-Kameras und SAR-Radar, das auch beim deutschen Satellitenüberwachungssystem SAR-Lupe zum Einsatz kommt, das im Verbund mit den französischen HELIOS 2 Spionagesatelliten eingesetzt wird.
Der Auswahl des Herstellers für die Drohnen des SAATEG Projekts dient der angesprochene "Wettbewerb" des Bundesamts. Ganz oben auf der Liste der Kandidaten steht dabei die MQ9-Reaper (auch "Predator B") Drohne von General Atomics, die auf dem deutschen Markt durch den Diehl BGT Defence Konzern vermarktet wird, der auch die kleinere SensoCopter Drohne anbietet. Laut Aviation Week wird sich auch der wichtigste israelische Rüstungskonzern Israel Aerospace Industries (IAI) mit seiner neuen Heron-TP Drohne bewerben.


Predator B (oben) oder die riesige Heron TP (unten) Drohne könnte Deutschlands MALE Drohne für SAATEG Missionen werden.
Abbildungen: General Atomics und IAI.
Dort heißt es, dass ab 2010 (bzw. 2014) am Luftwaffenstandort Kropp zunächst "5 UAV EURO HAWK (HALE) für die signalerfassende Aufklärung" und "5 UAV MALE als Anfangsausstattung für die abbildende Aufklärung in der Tiefe des Einsatzgebietes (SAATEG)" für das Aufklärungsgeschwader 51 "Immelmann" stationiert werden sollen. Aber die Bundesregierung denkt bereits an eine Vergrößerung der Drohnenflotte, denn "längerfristig ist der Ausbau der Anfangsausstattung SAATEG sowie der Aufbau der Fähigkeit zur weiträumigen abbildenden Aufklärung mit weiteren HALE Systemen mit Stationierungsort Kropp vorgesehen."
Das Aufklärungsgeschwader beteiligt sich derzeit mit "Recce" Aufklärungs-Tornados in Afghanistan, zu seinem Auftrag gehören aber auch laut Webseite "Flüge im Rahmen der Amtshilfe für Behörden des Bundes und der Länder", wie sie illegal mit Tornados gegen die Demonstranten über den Sicherheitszonen des G8-Gipfel in Heiligendamm geleistet wurde und wie sie verstärkt geleistet würde, wenn sich die CDU/CSU mit ihren Plänen zum verstärkten Einsatz der Bundeswehr im Innern zur "Gefahrenabwehr" und "Terrorbekämpfung" durchsetzen könnte.
In Zukunft – wenn sich ähnliche Ereignisse einstellen und sich die derzeitigen politischen Entwicklungen weiter fortsetzen – könnten nicht nur Tornados über die Köpfe von Demonstranten brettern, die auch noch den Nachteil haben, keine kontinuierliche Videoüberwachung leisten zu können, sondern auch unbemannte Euro Hawk, Predator, Heron Drohnen oder unbemannte Überwachungs-Helikopter.
Mit ihnen können Demonstranten oder andere des Terrors Verdächtige nicht nur kontinuierlich mit Videoüberwachunskamaras gefilmt, sondern auch direkt ihre funkgestüzte Internet- und Telekommunikationen abgefangen werden. In Krisen- oder kriegsähnlichen Situationen im Inland käme auch die Nutzung der Überwachungs-Drohnen als Kampf-Drohnen in Frage.
Als Kandidat und Ergänzung zum SAATEG Projekt für den Nahbereich und Niedriglug-Segment der Luftraumüberwachung mittels unbemannter Drohnen steht übrigens der Camcopter S-100 von Schiebel fest, der im Beitrag Sportliche Videoüberwachung aus der Luft in der Schweiz vorgestellt wurde. Er soll auf den K130 Korvetten der Deutschen Marine eingesetzt werden.

Schiebels Camcopter S-100.
Im Einsatz ist bereits das "Kleinfluggerät Zielortung (KZO)", eine Aufklärungs-Drohne des Rheinmetall Defence Electronis Konzerns, von denen das Deutsche Heer für 275 Millionen Euro laut des Rheinmetall Artikels RDE-Drohnensysteme für die Streitkräfte der Zukunft bis Ende 2007 mindestens sechs Systeme erhalten haben sollte, "was 60 Drohnen Drohnen und den dazugehörigen Bodensystemen (z.B. zwölf Bodenkontrollstationen) entspricht". Die Drohne hat einen Aktionsradius von 65 bis 100 Kilometern und ist mit den gleichen Kameras ausgerüstet wie die kommende MALE Drohne. Im Verbund mit Panzerhaubitzen in Panzerbrigaden des Deutschen Heers dient sie der Aufklärung und Ortung von Zielen für die Panzerhaubitzen.

Die propellerangetriebene Version des KZO bei der Landung und im Flug.
Abbildungen: Wehrtechnische Dienststelle für Waffen und Munition.
An die Seite des KZO gesellt sich die LUNA X-2000 ("Luftgestützte Unbemannte Nahaufklärungsausstattung") und die kleinere Aladin Drohne von EMT Penzberg.
Mit der LUNA Drohne können "in der abbildenden Aufklärung im Nahbereich (bis 40 km) wesentliche Fähigkeiten zum Entdecken, Orten, Identifizieren und Verfolgen stationärer und beweglicher Objekte/Ziele am Boden ereicht werden", wie es im Bundeswehrplan heißt. Vier LUNA Systeme sind bereits von der Bundeswehr beschafft, bis 2012 sollen vier weitere Systeme folgen. Ein LUNA System besteht aus dem Katapult zum Starten der Drohne, einer Bodenkontrollstation und 3 bis 4 Drohnen. Die LUNA Drohne kann aus einer Höhe von 4 Kilometern 3 bis 4 Stunden lang mittels SAR-Radar und digitalen Foto-, Video- und Infrarot-Kameras Echtzeit-Überwachungsaufnahmen zur Bodenstation übertragen.

Abbildungen: EMT Penzberg.
Alle Hersteller der mittleren Drohnenklasse werden sich über Aufträge und Förderung ihrer Produkte in Zukunft nicht sorgen müssen. Im Bundeswehrplan steht im Kapitel über "Unbemannte Luftfahrzeuge (UAV)", dass aufgrund der oben angesprochenen Bedeutung für das deutsche Militär, aber auch für die "zu erhaltende wettbewerbsfähige Kompetenz der deutschen Industrie auf dem Gebiet der taktischen Drohnen in Europa (...) die wehrtechnischen Fähigkeiten auf diesem Gebiet durch Aufträge im Bereich mittlerer Aufklärungs- und Kampfdrohnen, durch das Projekt WABEP und die Weiterentwicklung der UAV-Systeme MIKADO/ALADIN/LUNA/KZO unterstützt werden sollten".
Siehe auch:
junge Welt - Bundeswehr weltweit
von ravenhorst - Owl,
gepostet am Freitag, 4. April 2008 um 14:57

