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Parteien und der Mensch

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Habe da ja selbst mal eine Weile mitgemischt in der Jugend, dazwischen auch wieder und dann ließ ich es einfach bleiben. Bis vor kurzem, da sollte es noch einmal sein, aber mitunter auch das letzte Mal. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber in puncto Parteien muß man wohl ein besonders hohes Durchhaltevermögen oder aber Pragmatismus in puncto allem und jedem besitzen.

Man muß sich auf dem Weg zur Macht vielen Kompromissen stellen, Kompromisse die im Rahmen beispielsweise des Innenstadtausbaus et al. durchaus legitim sind, aber kann man dies als Mensch auch innerhalb von sozialen Dingen, gegenüber dem Mensch per se verantworten? Nein, denn jeder Kompromiss der Gegner eines solchen Systems zugunsten der Befürworter ist kein Teilgewinn, sondern eine unmenschliche Milchmädchenrechnung. Man gibt sich dem Glauben hin etwas erreicht zu haben und legitimiert somit sogleich die Existenz dieses Systems, natürlich innerhalb menschlicherer Rahmenbedingungen. Da werden bei bedürftigen Menschen die Lebensmittel exakt aufgerechnet pro Tag, da feiert man Lohnsteigerungen von 2% auf Raten verteilt als durchschlagenden Erfolg, da wird Bildung mittels fadenscheiniger Argumente rationiert und limitiert, da wird der Mensch als Ware angesehen. Und die Gegner in Form kleiner Parteien? Nun diese rechnen anders, jedoch rechnen sie ebenso, unterm Strich kommt mehr dabei heraus - aber das unmenschliche System wird weiterhin gestützt, man erkennt es an, man optimiert es nur. Der Mensch bleibt weiterhin eine Ware, ökonomischen Gesichtspunkten ausgeliefert.

Die vehementesten Gegner dieses Systems findet man immer in der Opposition, denn das ist die ureigene Aufgabe dieser. Zünglein an der Waage innerhalb einer gesunden Demokratie, hingegen zum Nichtstun verdonnert, wenn die Demokratie-verzerrende Form einer großen Koalition die Macht inne hat. Wollen diese kleinen Parteien Momentum erlangen so müssen sie sich diverser Kompromisse befleißigen, Kompromisse die eine Partei wie die Grünen schon vor die Zerreißprobe stellte und diese Partei, die aus diversen freiheitlichen Bündnissen der 60er/70er hervorging, farblos erscheinen ließ. Als kleiner Partner in einer Koalition kann man sich nur in Selbstaufgabe üben und wird mittels unwichtiger Randerscheinungen abgespeist (siehe die Grünen und die Ökosteuer bzw. deren Sinn in der staatlichen Realität).

Über bleiben noch jene kleinen Parteien die Randgruppen bedienen, sich aber ob der Unsinnigkeit ihrer Ziele oder gar fundamentalistischer Ansichten meist selbst deklassieren. Parteien sind natürlich nicht per se unnütz, sie gehören zu diesem politischen System, aber die Art und Weise wie diese ihr Mandat ausüben entspricht panem et circenses. Mittels dieses Prinzips verstand man es schon im alten Rom die Masse zu steuern, zu befriedigen, Perspektiven zu geben. Es gilt also in einem derart verfahrenen System dem Mensch eine Lobby zu schaffen und dies ist möglich in Form von diversen Bürgerrechtsorganisationen, Menschen organisieren sich für Menschen. Eine derartige Lobby kann tatsächlich Einfluß nehmen in der Politik, sie kann sich auf diverse Arten artikulieren und ist nicht ob irgendwelcher Kompromisse oder Machtkämpfe in ihrer eigentlichen Funktion gehemmt oder gar zur Selbstaufgabe verdammt.

Man kann also viel tun, muß jedoch selbst mit anpacken - nicht gemäß der asozialen Ruck-Rede eines Bundespräsidenten a.D., sondern in puncto Menschlichkeit.

Wo Politik ist oder Ökonomie, da ist keine Moral.

–Friedrich Schlegel


from hades: Dieser Feed steht unter einer Creative Commons Lizenz
von from hades metaowl, gepostet am Montag, 2. Juni 2008 um 22:16
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