Anwalt des kleinen Mannes
Seit geraumer Zeit vernimmt man die Kunde der fehlenden Datensicherheit, der schwindenen Privatssphäre, der aussterbenden rechtsstaatlichen Kultur, des zur Vogelfreiheit verdammten Bürgers. Und das ist auch gut so, denn wie Merkel schon anno 2005 schloß: Wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit. Unsere Werte müssen sich auch im Zeitalter von Globalisierung und Wissensgesellschaft behaupten. Und da kann sie sich sicher sein, aufrechte Bürger wissen diese Werte zu verteidigen und der Widerstand mehrt sich langsam aber stetig.
Aber leider Gottes mißbrauchen auch einige diese just gewonnene Aufmerksamkeit des Volkes, ergreifen die Gunst der Stunde und betätigen sich als Trittbrettfahrer entweder um verlorene Prozentpunkte in politischen Gefilden wett zu machen oder aber um die Reichweite einer Publikation zu erhöhen, ob nun jene dem Netz Verhafteten oder auch diese den alten Medienstrukturen Anhängenden. Genutzt wird was der eigenen Sache dienlich ist und genau das ist der Stein des Anstoßes, man verfolgt keine identischen Ziele, man möchte nur identische Wege beschreiten um Partei oder Publikation nach vorne zu bringen. Die Liberalen, als auch einige Netzpublikationen befleißigen sich im Moment dieses Habitus und mimen zum Teil den Anwalt des kleinen Mannes. Denn der kleine Mann freut sich ob jeden Mitstreiters und gibt sich dem Glauben hin auch später eventuell noch die Spreu vom Weizen trennen zu können, sofern man sich dessen überhaupt bewußt ist. Aber selbst Nitzsche wußte schon: Glaube - heißt nicht wissen wollen, was wahr ist.
Und so bemerkt man oft überhaupt nicht welchen Bärendienst man der eigenen Sache leistet indem man sich diesen Trittbrettfahrern willig ausliefert, seien es nun Aktionen diverser um Aufmerksamkeit heischender Publikationen, insbesondere jener im Netz, oder seien es jene die politischen Auftrieb benötigen - die vergangenen Taten bzw. die zur Schau getragene Ignoranz sprechen Bände.
Ob nun Demonstrationen oder die willig beworbene Aktion im Netz, nicht nur das hier und jetzt ist interessant, sondern auch der allgemeine Habitus, sowie die vergangenen Taten. Hier und jetzt kann man leider nur das Gegenteil fassunglos bestaunen, man würde wohl jegliches Zweckbündis eingehen, jegliche heuchlerische Aktion bewerben, nur um einen Hauch von Momentum zu erlangen und dabei wirft man sich doch nur um Lichtjahre zurück. Wobei man eines natürlich bedenken sollte, selbst das ignoranteste Individuum kann sich bessern - wenn auch der nun doch schon recht späte Zeitpunkt schwer an die Mündigkeit desjenigen glauben läßt, kaum glaubhaft ist dies jedoch in puncto der allgegenwärtigen Parteien, welche sich völlig pragmatisch auf der Zielgeraden befinden bzw. zu befinden glauben.
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